Raus aus dem Mittelmass
20.03.2026 Wohlen, Fussball1. Liga classic: FC Wohlen – Grasshoppers Club Zürich U21 (Samstag, 17 Uhr, Niedermatten)
Der Leader kommt. Die U21 von GC wird die Wohler fordern. «In grossen Spielen sind wir fast schon traditionell immer sehr stark», sagt der 22-jährige Noel ...
1. Liga classic: FC Wohlen – Grasshoppers Club Zürich U21 (Samstag, 17 Uhr, Niedermatten)
Der Leader kommt. Die U21 von GC wird die Wohler fordern. «In grossen Spielen sind wir fast schon traditionell immer sehr stark», sagt der 22-jährige Noel Romano. Will der FCW seinen eigenen Ambitionen gerecht werden, wäre es der richtige Zeitpunkt für ein dickes Ausrufezeichen. Ob Captain Alban Pnishi dabei ist, bleibt fraglich.
Stefan Sprenger
«Ein Duell mit einem solchen Gegner macht doch einfach Spass», sagt Noel Romano. Das Eigengewächs des FC Wohlen freut sich riesig auf das Heimspiel gegen die U21 des Grasshoppers Club. Die Zürcher stehen mit 15 Siegen aus 19 Partien alleine an der Spitze, mit satten 12 Punkten Vorsprung auf Langenthal (2. Rang). «Es ist ein Topteam. Um sie zu schlagen, müssen wir als Einheit agieren, selbstbewusst auftreten», sagt Romano. Selbstbewusstsein hat Romano, der als Kaufmann arbeitet und nebenbei noch die Betriebswirtschaftsschule absolviert. «Wir wissen, was wir können. Wir haben Qualität, wir haben unsere Ambitionen. Und in grossen Spielen sind wir fast schon traditionell sehr stark.»
«Nicht schlecht, aber auch nicht sensationell»
Romano ist in dieser Saison ein Dauerbrenner. Von 19 möglichen Spielen hat er 18 absolviert (Zwei Tore, drei Assists). Das einzige Mal, als der Mittelfeldspieler fehlte, war ausgerechnet am 6. September 2025, als die Wohler auswärts gegen GC U21 spielten (und 2:4 verloren). Den Start in die Rückrunde vergleicht Romano eigentlich mit dem ganzen Saisonverlauf: «Es war nicht schlecht, aber auch nicht sensationell. Es wäre sicherlich mehr dringelegen.» Was dem FC Wohlen fehlt, ist die Konstanz. «Da sind wir oftmals selber schuld. Wir haben die Partie im Griff, versauen es uns manchmal aber selbst. Entweder, weil wir die Tore im Angriff nicht machen oder weil wir hinten zu einfache Tore kassieren. Es ist schwierig, Gründe zu finden, um dies zu erklären.»
Muss er auch nicht. Wichtig ist aber, dass der FC Wohlen den Heimspiel-März noch mit zwei Siegen abschliesst.
Nach GC morgen Samstag ist eine Woche später noch Muttenz zu Gast. «Es ist erst März. Die Saison dauert noch lang. Wir haben die Spitzenplätze im Hinterkopf. Aber wir nehmen Spiel für Spiel – und schauen am Ende, wo die Reise hinführt», sagt Romano.
Er will beim FCW bleiben, geht aber öfters zum FC Bremgarten
Seine Reise soll beim FC Wohlen weitergehen. Er hat noch bis zum Sommer einen Vertrag, doch er hat absolut keine Abwanderungsgedanken. «Gute Mannschaft, gute Leute, guter Verein. Der FC Wohlen ist für mich Heimat. Mir gefällt es bestens hier. Und wenn mich der FCW behalten will, dann bleibe ich gerne.» Dennoch wird Romano vielleicht nun öfters auf der Bärenmatte in Bremgarten anzutreffen sein. Sein Vater Salvatore Romano ist dort Trainer des 3.-Liga-Teams des FC Bremgarten. «Er kommt praktisch an alle Spiele von mir und gibt mir ein Feedback. Da ist es Ehrensache, dass ich auch an seine Spiele gehe, wenn es zeitlich möglich ist», sagt Noel Romano, der gemeinsam mit der Familie im Ballygebiet in Villmergen wohnt.
Reicht es für Pnishi und Senyurt?
Beim Duell gegen Tabellenführer GC U21 wird Sandi Sulejmanagic verletzungsbedingt fehlen. Stefano Cirelli hat wieder mit dem Team trainiert, ein Einsatz am Samstag ist aber wohl noch zu früh. Noah Jappert ist wieder an Bord. Captain und Abwehrboss Alban Pnishi (Wade) und Berdan Senyurt (Überbelastung) sind fraglich. Ob sie spielen, wird sich erst im Abschlusstraining entscheiden. Pnishi hofft natürlich, dass es reicht. Der frühere GC-Profi sagt: «Es ist ein Gegner, der im spielerischen Bereich enorm stark ist. Wir müssen dagegenhalten und versuchen, unser Spiel durchzuziehen. Wir müssen unsere Torchancen nutzen und in der Defensive konzentrierter spielen als zuletzt beim 6:3-Sieg gegen Besa Biel.»
GC U21 ist fast perfekt gestartet
Sergio Colacino, Sportchef des FC Wohlen, sagt: «Meine Erwartung ist, dass wir mit der gleichen Haltung wie in den bisherigen Spielen antreten und mit dem Bewusstsein, dass der Gegner zwar Fehler wahrscheinlich effizienter ausnutzt – aber dass wir auch auf ein Team treffen, das nicht so viel Erfahrung hat wie wir. Dies muss zum Vorschein kommen.»
Die U21 der Grasshoppers ist mit zwei 1:0-Erfolgen (gegen Münsingen und Bassecourt), einem 2:2 (Schötz) und zuletzt einem 2:1-Sieg gegen Zug fast perfekt in die Rückrunde gestartet. Für die jungen Hoppers wird die Partie in Wohlen eine Bewährungsprobe. Und der FCW will mit einem Sieg einen Schritt aus dem Mittelmass machen.

