Sicherheit und Autonomie fördern
02.04.2026 WohlenKirchlicher Regionaler Sozialdienst: Velokurs für Erwachsene
In einem Projekt möchte der Kirchliche Regionale Sozialdienst die Möglichkeit bieten, als
Erwachsener das Fahrradfahren zu erlernen und mehr Sicherheit zu gewinnen.
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Kirchlicher Regionaler Sozialdienst: Velokurs für Erwachsene
In einem Projekt möchte der Kirchliche Regionale Sozialdienst die Möglichkeit bieten, als
Erwachsener das Fahrradfahren zu erlernen und mehr Sicherheit zu gewinnen.
Im Frühling startet ein innovatives Projekt, das Menschen mit einem kleinen Budget die Möglichkeit gibt, sich durch den Erwerb von Fahrradfahrkenntnissen mehr Unabhängigkeit und Mobilität zu verschaffen. Der Kirchliche Regionale Sozialdienst (KRSD) der Caritas Aargau organisiert in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern einen Velokurs für Erwachsene, der darauf abzielt, dass die Fahrenden sicher und selbstbewusst auf dem Fahrrad unterwegs sind. Zudem soll mit dem Fahrradfahren die Möglichkeit entstehen, die Lebensqualität und die gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern.
Der Kurs richtet sich speziell an Menschen, die aufgrund finanzieller oder sozialer Einschränkungen bislang wenig Zugang zu Fortbewegungsmöglichkeiten ausserhalb ihres unmittelbaren Umfelds haben. Das Fahrrad als umweltfreundliches, kostengünstiges Fortbewegungsmittel könnte für viele eine ideale Lösung sein – doch vielen fehlt oft das Wissen oder die Erfahrung, sicher im Verkehr zu fahren.
Entstehung des Projekts
Priti Vaidya ist Praktikantin beim KRSD. Sie engagiert sich in ihrer Freizeit für zahlreiche soziale Projekte und Angebote in der Region. Die Idee für diesen Kurs entstand aus einer persönlichen Begegnung mit einer jungen Frau. In einem Gespräch erzählte die Frau, dass sie ihre Freunde besuchen würde, jedoch die notwendigen Busfahrkarten nicht bezahlen könne. Priti Vaidya schlug vor, ein Fahrrad nutzen, um ihre Mobilitätsprobleme zu lösen. Die junge Frau gab jedoch an, dass sie als Kind nie Fahrrad fahren gelernt habe.
«Das hat mich zum Nachdenken gebracht», so Priti Vaidya. «Viele Menschen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Sie möchten mobil sein, haben jedoch keinen Zugang zu den notwendigen Mitteln oder das nötige Wissen, um diese Herausforderung zu meistern. Deshalb wollten wir einen Kurs ins Leben rufen, der genau diese Lücke schliesst.»
Auch Karen Hug, Standortleiterin des KRSD Mutschellen-Reusstal sowie des KRSD Wohlen und Umgebung, zeigt sich begeistert von der Initiative: «Es ist beeindruckend, mit wie viel Engagement und Feingefühl unsere Praktikantin dieses Projekt angestossen hat. Sie hat genau hingehört und ein Angebot entwickelt. Solche Ideen entstehen nicht am Schreibtisch, sondern im direkten Kontakt mit den Menschen. Genau das macht unsere Arbeit aus – und darauf sind wir sehr stolz.»
Unterstützung aus der Region
Der Kurs wird dank der tatkräftigen Unterstützung lokaler Partner wie Provelo Wohlen, der Kantonsschule Wohlen und weiterer wichtiger Akteure realisiert. Die Kantonsschule stellt Abstellmöglichkeiten für die Fahrräder zur Verfügung, und Walter Rüthemann aus Künten unterstützt das Projekt mit der Bereitstellung von Fahrrädern. Auch die Regionalpolizei Wohlen wird in das Projekt eingebunden und sorgt dafür, dass die Teilnehmenden die Sicherheitsvorkehrungen kennenlernen und in der Praxis anwenden können.
Karen Hug betont die Bedeutung dieser Zusammenarbeit: «Die breite Unterstützung aus der Region ist grossartig. Dieses Miteinander ist ein riesiger Gewinn für unsere Klienten – und für die gesamte Region.»
Theorie und Praxis
Der Velokurs umfasst sieben Lektionen, die sowohl praktische Fahrübungen als auch theoretische Inhalte vermitteln. Zu Beginn des Kurses werden die Teilnehmenden lernen, ihr Fahrrad sicher zu handhaben, sich in verschiedenen Verkehrssituationen richtig zu verhalten und die grundlegenden Verkehrsregeln zu verstehen. In den praktischen Lektionen geht es um das Erlernen von Fahrtechnik, das richtige Verhalten im Strassenverkehr sowie das Üben von Alltagssituationen. Ziel des Kurses ist, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer nach Abschluss sicher mit dem Fahrrad unterwegs ist und sich im öffentlichen Raum wohler fühlt.
Schritt in Richtung Integration
Neben der praktischen Seite hat der Velokurs auch eine soziale Komponente. Velofahren fördert auch die Integration in die Gesellschaft. Für viele Menschen ist das Fahrrad eine Möglichkeit, sich zu vernetzen, Freundschaften zu pflegen und an gesellschaftlichen Aktivitäten teilzunehmen.
«Es ist ein einfacher, aber kraftvoller Weg, Teil der Gemeinschaft zu werden», sagt Vaidya. «Wir möchten den Menschen nicht nur Fähigkeiten vermitteln, sondern auch das Gefühl der Zugehörigkeit stärken.»
Freiwillige gesucht
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts sind die Freiwilligen, welche die Teilnehmenden unterstützen und begleiten. Karen Hug zeigt sich besonders beeindruckt vom Engagement: «Die Bereitschaft, sich freiwillig zu engagieren, ist in unserer Region enorm – und unglaublich wertvoll. Diese Unterstützung macht Projekte wie dieses überhaupt erst möglich.» Wer Interesse hat, den Kurs als Freiwilliger zu unterstützen oder sich anzumelden, kann sich direkt an den KRSD wenden. --zg
Informationen und Anmeldung:
Priti Vaidya E-Mail: pv@caritas-aargau.ch oder 079 436 70 95.

