Ralf Bucher kandidiert für die Nationalratswahlen im Oktober auf der Hauptliste von «Die Mitte»
Drei Nationalratswahlkämpfe machte der Mühlauer Ralf Bucher mit. Dreimal scheiterte er, das letzte Mal 2015 nur knapp. Nun verkündete er an der ...
Ralf Bucher kandidiert für die Nationalratswahlen im Oktober auf der Hauptliste von «Die Mitte»
Drei Nationalratswahlkämpfe machte der Mühlauer Ralf Bucher mit. Dreimal scheiterte er, das letzte Mal 2015 nur knapp. Nun verkündete er an der Parteiversammlung von «Die Mitte» Bezirk Muri eine erneute Kandidatur.
Celeste Blanc
«Das Feuer ist wieder entfacht.» Der Elan beim Mühlauer Grossrat Ralf Bucher ist gross. Und diesmal soll der grosse Coup gelingen: Zum vierten Mal lässt sich der «Topkandidat der Region», wie ihn Vorstandsmitglied der Bezirkspartei Ueli Frey an der Parteiversammlung begrüsst, auf die Hauptliste für die Nationalratswahlen setzen. Bereits 2007, 2011 und 2015 versuchte der Freiämter den Sprung ins nationale Parlament. Geklappt hat es bisher nicht.
Grundsätzlich sei Bucher immer mit den Wahlergebnissen zufrieden gewesen. «Kontinuierlich haben sich die Wahlergebnisse verbessert», blickt er zurück. 2015 folgte dann die grosse Enttäuschung in doppelter Hinsicht: Einerseits konnte die Mitte, damals noch CVP, einen zweiten zusätzlichen Platz nicht gewinnen, zudem musste Bucher das Feld für Kollegin Marianne Binder-Keller räumen. Dieser Vorgeschichte zum Trotz zeigt sich Bucher motiviert. An Weihnachten letzten Jahres erfolgte der Entscheid: «Es reizt mich sehr, noch einmal einen Anlauf zu versuchen.»
Familie rückte in den Fokus
Seit vielen Jahren wird Ralf Bucher als grosse Hoffnung auf einen Freiämter Einzug in den Nationalrat gehandelt. Und das zu Recht, denn mit seiner Karriere zählt der Mühlauer zu einem der politisch erfahrensten Kandidaten der Region. Zahlreiche Ämter hält der Oberfreiämter inne: Seit 2013 politisiert Bucher im Grossrat, ist seitdem Präsident der beratenden Kommission Reusstal. Zudem ist er seit über 20 Jahren Geschäftsführer des Bauernverbands Aargau, seit 2018 Vorstand im Regionalplanungsverband Oberes Freiamt sowie Fraktionsvorstand der Mitte Aargau. Weiter hält er seit 2009 das Vizepräsidium der Bezirkspartei inne. Dank der breiten Erfahrung habe seine Stimme Gewicht. «So macht Politik Freude», erklärt er.
Nachdem der Einzug in den Nationalrat 2015 nicht geklappt hat, verzichtete Bucher auf die Kandidatur vier Jahre später. «Es hat damals nicht gepasst. Und heute kann ich sagen, es war Glück. Die Familienzeit rückte in den Fokus.» Die Intensität eines Wahlkampfes passte damals nicht in Buchers Familienglück. Politisiert hat er trotzdem: Er liess sich auf die «Bauernliste» setzen, einer 2019 neu gegründeten Unterliste.
Menschenverstand bei Lösungsfindung
«Mit Köpfchen» lautet Ralf Buchers Devise für die anstehenden Nationalratswahlen. «Dass man sich engagieren wird, das hört man meiner Meinung nach viel zu viel. Doch es braucht Leute, welche die Gesamtübersicht im Auge behalten.» Und die Lösungsansätze an die Bevölkerung herantragen, die durchdacht und nicht interessenabhängig sind. «Ziel ist es, dass Anliegen und Veränderungen, seien sie in der Landwirtschaft oder in der Energiepolitik vorgesehen, durch gesunden Menschenverstand und Überzeugung angegangen werden und nicht durch Überregulation, wie es heute der Fall ist», plädiert er. Mit Applaus der Anwesenden wurde Buchers Nomination auf der Hauptliste bestätigt. Auch die anwesende Nationalrätin und Präsidentin der Mitte Aargau Marianne Binder-Keller freute sich über die erneute Kandidatur von Ralf Bucher: «Er hat einen ‹Saueinfluss› im Grossen Rat und sollte definitiv nach Bundesbern.» Unterstützung aus den eigenen Reihen ist für Ralf Bucher somit mehr als geboten. Er selbst betrachtet den anstehenden Wahlkampf nüchtern – und zieht dabei die Metapher aus dem Sport: «Wie ein Athlet gebe ich mein Bestes. Gut vorbereitet und mit einer sicheren Strategie möchte ich angreifen. Dann heisst es: Abwarten und schauen, was der Souverän entscheidet.»