Weg vielleicht gemeinsam gehen

Fr, 08. Jan. 2021
Der freudige Moment im Sommer 2014 – der Boswiler Gemeindeammann Michael Weber (links) und die Bünzer Frau Gemeindeammann Marlise Müller eröffnen zusammen mit Regierungsrat Stephan Attiger die «Brücke» zwischen Boswil und Bünzen.

Ausblick 2021: In den Gemeinden Boswil und Bünzen ist eine mögliche Fusion das grosse Thema des Jahres

«Mitenand underwägs» lautete der Slogan des «Bruggefäschts» 2016. Nach der Eröffnung des Niveauübergangs zwischen den beiden Dörfern feierten sie gemeinsam. Es war ein erster Schritt. Nun folgen konkrete Fusionsabklärungen. An den Sommer-«Gmeinden» soll das Volk über eine vertiefte Prüfung einer Fusion entscheiden.

Annemarie Keusch

Es war am 12. August 2014. Nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit und noch viel mehr Jahren der Abklärungen, der Diskussionen, der Vorarbeit. Neben Regierungsrat Stephan Attiger stehen Marlise Müller, Gemeindeammann aus Bünzen, und Michael Weber, Boswiler Gemeindeammann, grinsend auf dem fertigen Niveauübergang, in beiden Dörfern nur «Brücke» genannt. Gleich schneiden sie symbolisch das Band durch. «Jetzt bringt die neue Brücke Boswil und Bünzen näher zusammen», sagte Attiger bei der Eröffnung. Die neue Brücke sei ein guter Schritt in die Zukunft. Auch Marlise Müller zeigte sich euphorisch: ««Das ist gelebter gesellschaftlicher Fortschritt.» Die Brücke sei ein Symbol für Kontakt und Zusammenhalt zweier Nachbarn, die sich verstehen.

Fast zwei Jahre später folgte das grosse Fest. Aus beiden Gemeinden fanden Engagierte im OK des «Bruggefäschts» zusammen. «Mitenand underwägs» hiess der Slogan des Fests, das im Sommer 2016 drei Tage lang für Ausnahmezustand in den beiden Dörfern sorgte. Marlise Müller und Michael Weber schrieben im damaligen Festführer davon, dass Brücken mehr als reine Verkehrsbauten seien und der Überwindung von Hindernissen dienen.

Per Videostream informieren

Es blieb nicht nur bei der verkehrstechnischen Verbindung der beiden Dörfern. Per Anfang letzten Jahres wurden die Dorffeuerwehren Boswil und Bünzen – zusammen mit Kallern – zur Regio-Feuerwehr Freiamt-Mitte zusammengefügt. Ein weiterer Schritt. Und an den «Gmeinden» informierten die Ammänner Weber in Boswil und Müller in Bünzen immer mal wieder, dass Gespräche und Abklärungen über eine mögliche Fusion im Hintergrund laufen.

Im neuen Jahr wird es nun konkreter. Am nächsten Donnerstag informieren die beiden Gemeinderäte in einem Videostream. Am gleichen Tag wird die Umfrage an die Bevölkerung der beiden Gemeinden in alle Haushalte verschickt. Bis am 12. Februar müssen die Umfragebögen eingereicht werden, bis am 25. Februar werden sie ausgewertet. Am 1. März soll eine gemeinsame Gemeinderatssitzung folgen, wo der Beschluss gefasst wird, ob das Thema Fusion weitergeführt oder das Zusammenschlussprojekt abgebrochen wird. Am 10. März werden die Ergebnisse der Umfrage vorgestellt. Und am 1. Juni – sofern das Projekt weiterverfolgt wird – entscheiden die Stimmbürger beider Gemeinden an der «Gmeind» über eine Kreditvorlage zur «vertieften Prüfung eines Zusammenschlusses der Gemeinden Boswil und Bünzen».

Kommunale Aufgaben haben stark zugenommen

Kommentieren wollen die beiden Ammänner die mögliche Fusion zum aktuellen Zeitpunkt nicht. «Den beiden Gemeinderäten ist es äusserst wichtig, dass die Bevölkerung von Boswil und Bünzen als Erste von den Räten via Livestream über die Beweggründe und den Prozessablauf einer möglichen Fusion informiert wird», antwortet Marlise Müller in Absprache mit Michael Weber auf die ihnen gestellten Fragen.

Auf der Homepage projekt-boswil-buenzen.ch schreiben die Gemeinderäte: «In den letzten Jahren haben die Vielfalt und der Umfang der kommunalen Aufgaben massiv zugenommen. Eine Möglichkeit, dieser Entwicklung zu begegnen, besteht im Zusammenschluss der beiden Gemeinden. Wir, die Gemeinderäte von Boswil und Bünzen, beschäftigen uns zurzeit mit dieser Variante der künftigen Entwicklung unserer Gemeinden.» Eine leistungsfähige Gemeinde, die für die Zukunft gerüstet ist, bringe wirtschaftliche und finanzielle Vorteile. «Von Anfang an wollen wir die Einwohnerinnen und Einwohner von Boswil und Bünzen an diesem Prozess beteiligen.»

Und die Gemeinderäte erklären auch, weshalb die Homepage überhaupt entstand. «In der heutigen Zeit müssen Informationen immer ‹griffbereit› sein.» Die Website gebe den Einwohnerinnen und Einwohnern von Boswil und Bünzen jederzeit die Möglichkeit, den Stand des Projektes abzufragen und die entsprechenden Unterlagen nachzulesen. Und via Homepage kann am Donnerstag auch der Livestream verfolgt werden, Informationsveranstaltungen lassen die aktuellen Umstände bekanntlich nicht zu.

Die mögliche Fusion beider Gemeinden wird im laufenden Jahr das grosse Diskussionsthema sein in Boswil und Bünzen – auch wenn die Restaurants und damit die Stammtische aktuell noch geschlossen sind.

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