Wenn der digitale Alltag zur Hürde wird
13.03.2026 WohlenComputeria Wohlen startet am Donnerstag, 19. März, 15 Uhr, in der Gemeindebibliothek
Für mehr Sicherheit im digitalen Alltag – freiwillige Helfer stehen immer donnerstags in der Gemeindebibliothek bereit, um mit ihrem Wissen bei Fragen zu ...
Computeria Wohlen startet am Donnerstag, 19. März, 15 Uhr, in der Gemeindebibliothek
Für mehr Sicherheit im digitalen Alltag – freiwillige Helfer stehen immer donnerstags in der Gemeindebibliothek bereit, um mit ihrem Wissen bei Fragen zu Smartphone, Laptop oder Internet zu unterstützen.
Ein Arzttermin wird online gebucht, die Steuererklärung digital eingereicht, Bewerbungen per Upload verschickt. Behörden kommunizieren über Portale, Banken setzen auf E-Banking, selbst einfache Formulare sind oft nur noch elektronisch verfügbar.
Für viele Menschen ist das selbstverständlich. Für andere bedeutet diese Entwicklung Stress, Unsicherheit – oder sogar den Rückzug aus wichtigen Lebensbereichen.
Mit der Computeria Wohlen entsteht nun ein neues Angebot, das genau hier ansetzt. Ab dem 19. März stehen jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr freiwillige Helferinnen und Helfer in der Gemeindebibliothek Wohlen bereit, um bei Fragen rund um Smartphone, Laptop und Internet zu unterstützen. Das Angebot ist kostenlos, niederschwellig und kommt ohne Anmeldung aus.
Digitale Kompetenzen sind heute Grundvoraussetzung
Die Digitalisierung durchdringt inzwischen nahezu alle Lebensbereiche. Wer kein E-Mail-Konto einrichten kann, Schwierigkeiten beim Ausfüllen eines Online-Formulars hat oder unsicher im Umgang mit Apps ist, gerät schnell in Abhängigkeit. Besonders betroffen sind armutsbetroffene Menschen, Seniorinnen und Senioren, Zugewanderte oder Personen mit geringen Grundkompetenzen. Für sie kann bereits eine kleine technische Hürde grosse Auswirkungen haben – etwa wenn eine Bewerbung nicht rechtzeitig eingereicht wird oder ein wichtiger Termin online vereinbart werden muss. Die Computeria verfolgt deshalb einen klaren sozialintegrativen Ansatz: Hilfe zur Selbsthilfe. Besucherinnen und Besucher bringen ihr eigenes Gerät mit und erhalten Schritt-für-Schritt-Erklärungen. Es geht darum, Fotos zu speichern, ein E-Mail zu verfassen, Whatsapp einzurichten, eine Onlinebewerbung hochzuladen oder digitale Behördenkontakte zu verstehen. Ziel ist es nicht, technische Expertinnen und Experten auszubilden, sondern Sicherheit im Alltag zu vermitteln.
«Digitale Teilhabe bedeutet heute auch soziale Teilhabe», erklärt Karen Hug, Projektleiterin des Kirchlichen Regionalen Sozialdienstes (KRSD).
«Wenn jemand merkt, dass er eine Aufgabe selbstständig bewältigen kann, stärkt das nicht nur die Kompetenz, sondern auch das Selbstvertrauen.»
Bewährtes Modell aus Bremgarten
Das Konzept ist erprobt. In Bremgarten wird die Computeria bereits seit einiger Zeit erfolgreich durchgeführt. Dort zeigt sich, dass viele Menschen vor allem eines benötigen: Zeit, Geduld und eine verständliche Erklärung ohne Fachjargon. Oft geht es weniger um komplexe Technik als um grundlegende Orientierung. Die positiven Rückmeldungen aus Bremgarten haben den Ausschlag gegeben, das Angebot nun auch in Wohlen aufzubauen.
Klarer sozialer Auftrag – keine Konkurrenz zum Gewerbe
Wichtig ist den Verantwortlichen die klare Abgrenzung zum lokalen Gewerbe. Die Computeria bietet keine Reparaturen, verkauft keine Geräte und ersetzt keine professionellen IT-Dienstleistungen. Technische Defekte werden weiterhin an Fachgeschäfte verwiesen. Das Angebot richtet sich gezielt an Personen mit eingeschränkter Kaufkraft oder an Menschen, die Hemmungen haben, kommerzielle Angebote in Anspruch zu nehmen. Damit ergänzt die Computeria bestehende Marktangebote und steht nicht in Konkurrenz dazu.
Getragen von Freiwilligen – unterstützt durch Partner
Die Computeria Wohlen ist ein Projekt des Kirchlichen Regionalen Sozialdienstes (KRSD) Wohlen und Umgebung der Caritas Aargau. Sie wird massgeblich von freiwillig engagierten Personen getragen, die ihre Kenntnisse weitergeben und damit einen Beitrag zum lokalen Zusammenhalt leisten. Das Engagement ist freiwillig, flexibel und auf Begegnung ausgerichtet.
Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt durch das Förderprogramm «rein ins Netz» der Migros, das Initiativen zur digitalen Teilhabe fördert. Die Gemeindebibliothek Wohlen stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung und schafft damit einen gut erreichbaren Treffpunkt im Zentrum der Gemeinde. Mit dem Start am 19. März erhält Wohlen ein neues Angebot, das konkrete Hilfe im digitalen Alltag leistet und zugleich ein Zeichen gegen digitale Ausgrenzung setzt. Wer Fragen zu Smartphone oder Laptop hat, kann einfach vorbeikommen – unkompliziert, kostenlos und ohne Anmeldung. --zg

