Zum Auftakt gab es Pizza
21.10.2022 FahrwangenDie Jugendarbeit Oberes Seetal hat seit dieser Woche in Fahrwangen einen richtigen Jugendtreff
Schon seit August ist das Team mit dem Jugendmobil in den verschiedenen Gemeinden unterwegs. Jetzt gibt es einen richtigen Treff in Fahrwangen. Dieser soll in den kommenden Wochen zusammen mit den Jugendlichen eingerichtet werden.
Chregi Hansen
Es duftet verführerisch aus dem Raum direkt beim Eingang. Aus dem Nebenraum dröhnt Musik durch das Haus. Und während die eine Gruppe von Jugendlichen sich am Pizzaofen einen feinen Snack zubereitet, spielen andere am Töggelikasten oder duellieren sich an der Playstation.
Es ist der erste offene Nachmittag im neuen Jugendtreff am Bündtenweg 1 in Fahrwangen. Vieles wirkt noch provisorisch – die Wände, die Möbel, die künftige Bar. «Hier kommt eine Küche hin», heisst es auf einem Zettel an einer Wand. Und dennoch: «Wir sind megaglücklich, haben hier perfekte Voraussetzungen», sagt Thomas Meier, Leiter der Fachstelle Jugend Oberes Seetal. Er war früher in der Jugendarbeit Kelleramt tätig und freut sich, hier etwas Neues aufzubauen.
Auch Seengen macht mit
Die Fachstelle ist für insgesamt fünf Gemeinden zuständig: Bettwil, Fahrwangen, Meisterschwanden, Sarmenstorf und Seengen. Wobei Letztere kurzfristig dazugestossen ist und es dort bereits einen Treff gibt. Im August hat eine dreijährige Pilotphase begonnen, danach wird über die definitive Einführung entschieden. «Das Gebiet ist relativ gross. Es ist wichtig, dass wir in allen fünf Gemeinden präsent sind», sagt Meier. Durch das Jugendmobil und verschiedene geplante Aktionen ist dies gegeben. Gleichzeitig brauche es einen festen Treff, gerade auch für die Wintermonate. Dieser wurde nun in Fahrwangen gefunden. «Der Ort ist zentral und für alle gut erreichbar», erklärt Meier.
Dass die Einrichtung in vielen Bereichen noch provisorisch ist, das stört das Team nicht. Im Gegenteil. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit haben, bei der Einrichtung mitzuhelfen. Am Eröffnungstag hängt darum ein Plakat an der Wand, auf welchem Wünsche notiert werden können. Der Billardtisch steht gleich zweimal darauf. Auch eine Bar ist gewünscht. «Diese wollen wir mit den Jungen zusammen selber bauen», erklärt Meier. «Wenn sie sich selber beteiligen können, dann identifizieren sie sich mit dem Treff und schauen eher dafür, dass alles in Ordnung bleibt», ergänzt Jugendarbeiterin Jarina Lochmann.
Mit Elektrofahrzeug unterwegs
Neben Thomas Meier und Jarina Lochmann gehören Anneli Biewald und Praktikantin Ona Obi zum Team. Insgesamt stehen für die Fachstelle 250 Stellenprozente zur Verfügung. «Dass wir heute alle vier vor Ort sind, ist die Ausnahme. Im Normalfall sind wir zu zweit unterwegs», sagt Ona Obi. Die Fachstelle ist angeschlossen an den Verein für Jugend und Freizeit Wohlen. «Davon profitieren wir stark. Zum einen bezüglich Material, aber auch beim fachlichen Austausch», erklärt Meier. Umgekehrt könnten andere Fachstellen auch mal das nigelnagelneue Jugendmobil ausleihen. «Wir sind stolz, haben wir ein Elektrofahrzeug», strahlt Meier.
Am Eröffnungstag sind noch eher wenige Jugendliche vor Ort. Trotz den feinen Pizzen, welche im Ofen brutzeln. «Die Eröffnung ist kurzfristig erfolgt. Es gab noch einiges zu tun wie Wände einziehen und einen neuen Boden verlegen», erklärt Meier. Weitere Arbeiten stehen noch an. Dass das Angebot der Fachstelle angenommen wird, daran zweifelt er aber keine Sekunde. So konnten vor der Eröffnung des Treffs in einem Container im Dorf bereits zwei grössere Anlässe durchgeführt werden. «Am ersten haben wir Cocktails zubereitet. Da waren gegen 40 Jungs und Mädchen dabei», freut sich Meier. Und auch Biewald ist überzeugt, dass der Treff schon bald mehr Junge anzieht. «Sie haben bereits viele tolle Ideen, was wir hier machen können», sagt sie.
Ideale und vielseitig nutzbare Räumlichkeiten
Die Stimmung ist bestens an diesem Nachmittag. Und hervorragend ist auch die Unterstützung, welche die Fachstelle erhält. «Wir bekamen diverse Möbel und andere Gegenstände gespendet. Von den Schulen und den Gemeinden. Aber auch von privater Hand», berichtet Meier. Zudem seien die Räumlichkeiten im ehemaligen Gewerbegebäude ideal. Mit zwei grossen, unterschiedlich nutzbaren Räumen, einem Büro und einem kleinen Raum für Besprechungen und Beratungen. Im gleichen Gebäude führt das Gärtnerhaus ein Atelier. Dieses vermietet die Räumlichkeiten. «Die beiden Institutionen verstehen sich gut», erklärt der Leiter der Fachstelle.
Auch wenn der Treff das Zentrum bildet, die übrigen Gemeinden gehen nicht vergessen. Solange es das Wetter zulässt, wird die mobile Jugendarbeit weiter in allen Gemeinden aktiv sein. Auch das Angebot der offenen Turnhallen gibt es in vier der fünf Gemeinden. Der Treff in Fahrwangen ist am Mittwochnachmittag für Kids ab der 6. Klasse und am Freitagabend für Jugendliche ab der 8. Klasse geöffnet. Zudem öffnet einmal wöchentlich der bestehende Treff in Seengen seine Türen. Das gesamte Angebot müsse sich nach und nach entwickeln, macht Meier deutlich. Ideen dafür gibt es genug. Von den Mitarbeitenden. Aber auch von den Jugendlichen. Gute Voraussetzungen also für eine erfolgreiche Pilotphase. Erst recht mit einer feinen Minipizza in der Hand.
Infos: www.fachstellejugend-os.ch.

