Zusammenhalt stärken
23.01.2026 Wohlen, Kultur, VereineKulturnetzwerk-Anlass der Wohler Kulturakteure und Vereinsvertretungen
Die Vernetzung der Kulturakteure soll in Wohlen weiter vorangetrieben werden. Mit dem dritten Anlass «Kulturnetzwerk» wurde ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung getan. Über ...
Kulturnetzwerk-Anlass der Wohler Kulturakteure und Vereinsvertretungen
Die Vernetzung der Kulturakteure soll in Wohlen weiter vorangetrieben werden. Mit dem dritten Anlass «Kulturnetzwerk» wurde ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung getan. Über 50 Vertreterinnen und Vertreter der Kulturszene trafen sich im Winterquartier des Circus Monti.
Daniel Marti
Es war der Abend der Premieren. Der Kulturnetzwerk-Anlass wurde erstmals von Kultursekretärin Simone Pallecchi organisiert und moderiert. Sonja Isler-Rüttimann absolvierte ihren ersten öffentlichen Auftritt als Frau Vizeammann. Und der Circus Monti war in seinem Winterquartier erstmals Gastgeber. Alle drei haben es sehr gut gemacht. Vernetzung und Austausch wurden angestrebt – und von den über 50 Kulturakteuren auch vorgelebt.
Kultursekretärin Simone Pallecchi freute sich vor allem über das grosse Interesse an der Veranstaltung und an der regen Beteiligung am World-Café. Hier wurden vor allem drei spezifische Themen diskutiert. Wie denn Vernetzung und Austausch gestärkt werden können. Wie Ressourcen besser geteilt und genutzt werden. Und wie die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit erhöht werden kann. Fragen, welche die Kulturakteure immer wieder beschäftigen. Auch für die Gemeinde Wohlen sei die Vernetzung und Unterstützung der Kulturakteure und Vereine ein erklärtes Ziel, betonte die Kultursekretärin. Und man wolle, dass das Angebot sichtbar ist. Dazu gehört das Infoblatt «Kulturpunkt». Und bald werde auch die eigene Homepage für die Wohler Kulturszene Tatsache sein, versprach sie. «Und es soll allen Bevölkerungsgruppen ermöglicht werden, an kulturellen Anlässen teilnehmen zu können», so Pallecchi.
Finanzen bleiben Thema
An acht Tischen diskutierten die Kulturakteure aus den verschiedensten Vereinen, Institutionen und Veranstaltern die drei Themen Vernetzung, Ressourcen und Sichtbarkeit. Stets unterstützt von den Mitgliedern der Kulturkommission. Und die Resultate waren vielschichtig. Es benötigt beispielsweise mehr Plakatstellen und allenfalls einen Schaukasten bei der Gemeinde.
«Und das Kulturbudget ist sehr klein, vor allem auch im Vergleich mit anderen Gemeinden», erklärte Kulturkommissionsmitglied Daniel Renggli, der gleichzeitig Präsident des Filmklubs Wohlen ist. Der finanzielle Punkt wurde übrigens bereits am letzten Kulturnetzwerk-Anlass angesprochen und vorsichtig kritisiert. Im Bewusstsein, dass eine Erhöhung bei Wohlens Finanzlage kaum in Aussicht gestellt wird.
Warum nicht eine Tischmesse für Vereine im Jubiläumsjahr?
Weiter soll zur neuen Homepage auch gleich ein «Newsletter» zur Kulturszene kreiert werden, so der Wunsch der Kulturakteure. «Und die Kooperation zwischen den Vereinen muss gefördert werden», präsentierte Renggli eine weitere Erkenntnis. Ein Flyer, der am Neuzuzügeranlass abgegeben werden kann, soll laut Stefanie Dietrich, ebenfalls Kulturkommission, für mehr Sichtbarkeit sorgen. «Und wie wäre es mit einer Tischmesse für die Vereine an der 850-Jahr-Feier von Wohlen?»
Verbindungen über die Ortsgrenzen hinaus
Vernetzung sei tatsächlich etwas Wertvolles, betonte Verena Schütz, Co-Präsidentin der Kunstkommission. Wie auch Kooperationen, welche die Kunstkommission beispielsweise mit der Gemeindebibliothek vormacht. Und ganz wichtig laut Schütz: «Unser Zielpublikum gibt es auch in den Nachbardörfern. Dort können auch Verbindungen entstehen.» Das Potenzial sei natürlich schon vorhanden, «wenn man denn den Austausch auch suchen will», ergänzte Corinne Manimanakis von der Kulturkommission. «Und ein gemeinsames Treffen, wo sich alle Vereine vorstellen können, wäre wertvoll.»
Die in den Diskussionen erarbeiteten Vorschläge und Erkenntnisse sind vielfältig – nicht alle sind ganz neu, aber dennoch wertvoll. Und ein Punkt wurde von allen Kulturakteuren herausgestrichen: Der Austausch untereinander kann man durch nichts anderes ersetzen.
Zusammenhalt, Respekt, Haltung, Orientierung
Dieser Meinung ist auch Gemeinderätin Sonja Isler-Rüttimann, die sich als Kulturministerin bei den Kulturvertretungen sehr wohlfühlt. «Das war mein Wunschressort», betonte Frau Vizeammann. Sie selber sei früh ins Vereinsleben eingetaucht, erklärt sie. Sie habe dabei viel gelernt und viel Begeisterung erfahren. Das alles habe sie ihren Kindern weitergeben können, auch die transportierten Werte findet sie enorm wichtig. «Dies sind Zusammenhalt, Respekt, Haltung, Orientierung.»
Wichtiger erster Schritt
Für Vereinsvertreter und Kulturschaffende stehen die Türen bei Frau Vizeammann immer offen, betonte sie. So will sie beitragen, «den Zusammenhalt zu stärken». Deshalb freut sich Sonja Isler auf die Zusammenarbeit mit sämtlichen Wohler Kulturakteuren. «Wir werden prüfen, ob Ressourcen und Synergien noch besser genutzt werden können.» Der Kulturnetzwerk-Anlass im Monti-Winterquartier war jedenfalls ein erster Schritt zu einem verstärkten Zusammenhalt. Und Kultursekretärin Simone Pallecchi bedankte sich bei der gesamten Wohler Kulturszene und freute sich darüber, dass eine «sehr schöne Stimmung unter den Kulturschaffenden herrscht».


