Zwei Vakanzen

Fr, 26. Feb. 2021

Kurt Sax und Stefan Röösli treten nicht mehr im Gemeinderat an

Vizeammann Kurt Sax kandidiert nach 20 Jahren nicht mehr für den Gemeinderat. Er möchte der jungen Generation die Möglichkeit geben, nachzurutschen. Stefan Röösli war drei Jahre im Gemeinderat. Er ist beruflich mehr eingespannt, ihm fehlt die Zeit, um sich im Gemeinderat gut zu engagieren.

Chantal Gisler

Im Büttiker Gemeinderat wird sich einiges verändern. Gleich zwei Ämter müssen neu besetzt werden. Vizeammann Kurt Sax wird im Herbst nach 20 Jahren nicht mehr kandidieren. «Es wird langsam Zeit, dass ich Platz für die jüngere Generation mache», sagt der 60-Jährige. Ihm hat die Arbeit im Gemeinderat immer viel Spass gemacht, auch wenn es nicht immer einfach war. «Ich habe wirklich alles erlebt.» Er erinnert sich an einen Fall mit einem Gemeindeammann. «Ich und ein anderer Gemeinderat wollten nicht, dass er wieder als Ammann antritt. Daher haben wir einen offenen Brief geschrieben und gesagt, wenn der noch einmal antritt, treten wir beide zurück. Er ist dann nicht mehr angetreten.» Situationen wie diese waren aber die Ausnahme. «Wir hatten immer ein gutes Team, das Büttikon voranbringen wollte.»

Besonders gerne schaut er auf die Arbeit im Büttiker Wassernetz zurück. «Als ich im Gemeinderat anfing, wurde mir das Ressort übergeben, und ich konnte damit nicht allzu viel anfangen», gesteht Sax. Er hatte das Ressort von einem abtretenden Gemeinderat geerbt, der Wasserwart war. «Als er plötzlich verstarb, hatte ich ein Ressort, von dem ich nicht viel verstand.» Kurt Sax sah aber, dass das Wassernetz nicht im besten Zustand war. Immer wieder platzten die alten Leitungen auf. «Ich habe mir vorgenommen, während meiner Amtszeit das Wassernetz auf Vordermann zu bringen.»

Eine Herzensangelegenheit

Heute kann man sagen: Sax hats geschafft. «Natürlich ist das Wassernetz noch nicht ganz saniert, aber wir haben gute Fortschritte gemacht.» Das Amt als Brunnenmeister will er nach der Zeit im Gemeinderat behalten, denn «das Wasser liegt mir mittlerweile am Herzen». Etappenweise wurde das marode Wassernetz vom Dorfrand bis zum Dorfkern erneuert. Der Gemeinderat war für ihn eine gute Lebensschule. «Ich habe mich eingesetzt, wo ich nur konnte», erzählt er. «Manchmal sass ich auf meinem Mähdrescher und studierte an Gemeinderatsangelegenheiten.» Der Landwirt will jetzt einen Gang zurückschalten und sich mehr auf seinen Betrieb fokussieren. «Ich habe zwei Grosskinder, die sollen auch etwas von ihrem Opa haben.»

Beruflich mehr eingespannt

Weiter wird auch Gemeinderat Stefan Röösli nicht mehr für den Gemeinderat kandidieren. Er kam vor drei Jahren ins Gremium, um die Amtszeit vom zurückgetretenen Christian Angstmann zu beenden. Gefällt es ihm im Gemeinderat etwa nicht? «Doch, natürlich», sagt Röösli. Aber die Zeit fehlt ihm, um sich im Gemeinderat voll entfalten zu können. «Ich wurde beruflich und familiär noch mehr eingespannt.» Es habe nichts mit dem Gemeinderat zu tun. «Das Team ist perfekt, ich war am richtigen Ort.» Die Arbeit im Gemeinderat hat ihm gut gefallen. «Es war für mich eine Lebensschule und ein erfüllendes Amt.»

Seine grössten Anliegen waren die Umstellung der Strassenbeleuchtung auf LED und dass am Steuerfuss nicht gerüttelt wird. «Beides habe ich erfüllt, ich bin zufrieden mit dem, was ich erreicht habe», sagt Röösli. Für die Zukunft von Büttikon wünscht er sich, dass das Dorfleben und der Zusammenhalt weiter gefördert werden. «Ich hoffe, es findet sich jemand für den Gemeinderat, der für das Dorf da ist und sich um die Angelegenheiten der Einwohner gut kümmert.»

Gutes Team

Beide schauen auf eine gute Amtszeit zurück. «Wenn ich mich an die letzten vier Jahre erinnere, reut es mich schon ein wenig. Aber man soll ja dann aufhören, wenns am schönsten ist», sagt Kurt Sax. Dem stimmt Stefan Röösli zu. «Das Team im Gemeinderat ist perfekt, es hat mir sehr viel Spass gemacht, im Gemeinderat zu sein.»

Die Gemeinderäte Christian Camenisch und Silvia Vollenweider Koch sowie Ammann Gian Carlo Silvestri werden für eine weitere Amtsperiode antreten.

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