CHLOSCHTER GEISCHT
14.06.2024 Muri, Kolumne, MeinungenEs ist eine spezielle Geschichte. Jene von Hugo Kölliker, der auch mit 81 Jahren noch immer im Arbeitsalltag integriert ist. Bei der N+K Produktions AG montiert er primär Schaltschränke. Woher er die Energie holt, auch in diesem Alter noch halbtags zu arbeiten, nachmittags ...
Es ist eine spezielle Geschichte. Jene von Hugo Kölliker, der auch mit 81 Jahren noch immer im Arbeitsalltag integriert ist. Bei der N+K Produktions AG montiert er primär Schaltschränke. Woher er die Energie holt, auch in diesem Alter noch halbtags zu arbeiten, nachmittags jeweils seine Frau im «Solino» in Boswil zu besuchen und abends zu kochen und den Haushalt zu schmeissen? Kölliker lächelt und winkt ab. Und doch beginnt er zu erzählen, von seiner Zeit als Halbstarker. Einer damaligen Jugendbewegung meist männlicher und aus der Arbeiterklasse stammender Mitglieder. «Ich fuhr jeweils am Samstag nach Zürich und am Montag direkt auf die Arbeit wieder nach Hause.» Sein Grinsen ist breit. Und auch wenn solche Eskapaden heute nicht mehr gingen, zieht Kölliker immer noch Energie daraus. Schön.
Es ist längst etabliert im Murianer Kulturkalender: das Open Air Muri-Live. Organisiert wird es von Paula Loher-Staubli und Markus Bohren, einem Duo also. Ist das nicht zu viel Arbeit, um sie nur auf zwei Schultern zu verteilen? Die beiden verneinen. «Wir kennen einander, können uns aufeinander verlassen. Wir brauchen nicht zig Diskussionen, bis wir uns einig sind», sagt Bohren. Dass sie nur zu zweit sind, ist also bewusst gewählt. Paula Loher-Staubli meint lachend: «Ein zweiseitiges Bewerbungsschreiben würden wir uns aber sicher anschauen, wenn jemand mitorganisieren will.» Ernsthaft: Die Augen nach potenziellen Nachfolgern für die Organisation eines solchen Anlasses haben die beiden immer offen.
Muri-Live ist ein kleiner, feiner Anlass. «Einer für die Region», betonen die Organisatoren. Das widerspiegle sich in allen Bereichen. Und darauf müssen sie penibel achten, etwa wenn es um die technischen Anforderungen der auftretenden Bands geht. «Das ist nicht immer einfach», gesteht Markus Bohren. Verhandlungskünste seien immer wieder gefragt, etwa dann, wenn eine Band mit einer riesigen Lichtshow auftreten will. «Aber wir sind nun mal nicht das Open Air Frauenfeld», meint Bohren. Und das ist wohl genau das, was das Publikum an Muri-Live schätzt.
In Waltenschwil wird der Kirchweg saniert. Das Ja an der «Gmeind» erfolgte diskussionslos. Kein Wunder, Bilder zeigen, dass die Strasse stark beschädigt ist. Und Gemeinderat Christoph Meyer erzählt von einem Besuch kürzlich im Ortsmuseum. «Auf Bildern von der 900-Jahr-Feier 1985 habe ich nicht auf die frechen Frisuren geachtet, sondern auf die Strasse.» Der Kirchweg habe noch genau gleich ausgesehen, einfach ohne die 30 aufgemalt. Apropos Ortsmuseum: Meyer hätte eine Idee für ein neues Ausstellungsobjekt. Mit der Sanierung des Kirchwegs hat nämlich die älteste Wasserleitung der Gemeinde ihre Lebensdauer nach 115 Jahren erreicht. «Vielleicht hats Platz für ein Stück im Ortsmuseum – oder sonst in Ballenberg.»
Meyer erläuterte auch den Kreditantrag für die Umrüstung der Strassenbeleuchtung auf LED. Einer der Vorteile: Weniger Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit von nachtaktiven Insekten durch Streulicht. Sein Kommentar: «Die Fruchtbarkeit einiger Menschen wäre wohl auch eingeschränkt, wenn die ganze Nacht über das Licht angeschaltet wäre.»
Annemarie Keusch