CHLOSCHTERGEISCHT
06.06.2025 Muri, KolumneDer Wahlkampf in Muri nimmt so richtig Fahrt auf. Noch bis am 18. August können Interessierte die Kandidatur für den Gemeinderat anmelden. Schon jetzt ist klar, dass es eine Kampfwahl geben wird. Zwei Bisherige und bis jetzt vier Neue – bei zu vergebenden fünf Sitzen. ...
Der Wahlkampf in Muri nimmt so richtig Fahrt auf. Noch bis am 18. August können Interessierte die Kandidatur für den Gemeinderat anmelden. Schon jetzt ist klar, dass es eine Kampfwahl geben wird. Zwei Bisherige und bis jetzt vier Neue – bei zu vergebenden fünf Sitzen. Für die Mitte geht neben dem Bisherigen, Daniel Räber, Marlies Laubacher neu ins Rennen. An der Nomination betonte sie, dass ihre politischen Wurzeln in der damaligen CVP waren, sie bis vor zwei Jahren aber Mitglied der FDP war. Mittlerweile gehört Laubacher wieder zur Mitte. Und damit zu einer der wenigen Parteien, die in ihrem nächsten privaten Umfeld nicht vertreten sind. «Mein Mann politisiert in der FDP, meine Tochter in der SP und mein Enkel in der Juso. Sie können sich vorstellen, was bei uns am Familientisch politisch abgeht», meinte sie. Da kam prompt der Einwurf aus dem Plenum: «Da braucht es jemand, der alles zusammenhält, und das ist die Mitte.»
Schon länger ist klar, dass die SVP Herbert Meier ins Rennen um den Einsitz im Murianer Gemeinderat schickt. Nicht zum ersten Mal. Bereits 2005 kandidierte Meier für dieses Amt, schaffte das absolute Mehr auch, war aber überzählig. Ueli Frey, Wahlkampfleiter der Mitte, erzählt von «unglaublich guten Kandidierenden», die damals mehr Stimmen als Meier erhielten. Einer davon war der heutige Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger. Ein anderer … Ueli Frey selbst. 20 Jahre später stehen zwei der drei erneut zur Wahl – wenn auch mit ganz unterschiedlichen lokalpolitischen Wegen seither.
Sie sind allgegenwärtig beim Umzug der Verwaltung Waltenschwil zurück ins Gemeindehaus nach dem Umbau, die Kartonschachteln. Nicht alle dienen sie dazu, Büromaterialien zu zügeln. Einige werden besonders behütet. «Die gehören uns!», tönt es dann ganz bestimmt, wenn jemand etwas zu lange hinschaut. Was sich in den besagten Kartons verbirgt? Das dürfte jenen klar sein, die das beliebteste Waltenschwiler Exportgut persönlich schätzen und selbst zuweilen kartonweise im Fabrikladen abholen. Alle anderen sollten den «Dubler»-Schriftzug schleunigst kennenlernen.
Über total 6,9 Millionen Franken, die in Schul- und Turnhallen-Infrastruktur investiert werden, hatte die «Gmeind» in Mühlau zu entscheiden. Und sie tat dies überzeugend, mit viermal Ja – jeweils deutlich. «Grossartig», kommentierte Ammann Oliver Stöckli. Er habe sich kurz überlegt, extra ein Chäppi mit einem dummen Spruch besticken zu lassen zu diesem speziellen Anlass. Er hat es sein lassen. Schliesslich hat Stöckli auch über keine Zölle zu entscheiden und Mühlau ist keine Weltmacht.
Aber auch Mühlau hat seine Eigenheiten. «Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu Einmaligkeiten für die Gemeinde zu kommen», meinte Gemeinderat Peter Suter. Er wählte eine pragmatische Art. Eine, die nützt und gleichzeitig für ein Grinsen sorgt. Der Fussweg Schmitteplatz führt über eine Treppe. Und über diese brettern Kinder und Jugendliche immer wieder mit Velos und anderen Fahrzeugen. Abhilfe schafft die Gemeinde mit Fahrverbotsschildern auf der Treppe – eines unten, eines oben. «Manchmal braucht es unkonventionelle Massnahmen», so Suters Kommentar. Wenns hilft, umso besser. --ake/tst
