Jetzt geht es so richtig los
16.01.2026 MuriGemeinschaftszentrum Muri präsentiert Programm für die nächsten Monate
Noch ist der Umbau nicht abgeschlossen. Dennoch kehrt ab Mitte Januar so richtig Leben ein ins Gemeinschaftszentrum (GZ) an der Bahnhofstrasse. Das Programm ist bunt – von der ...
Gemeinschaftszentrum Muri präsentiert Programm für die nächsten Monate
Noch ist der Umbau nicht abgeschlossen. Dennoch kehrt ab Mitte Januar so richtig Leben ein ins Gemeinschaftszentrum (GZ) an der Bahnhofstrasse. Das Programm ist bunt – von der Erinnerungsstube bis zum Sockenmonster-Workshop. «Es ist für alle etwas dabei», sagt Co-Betriebsleiterin Regula Marthaler.
Annemarie Keusch
Es ist zu riechen, dass hier noch gebaut wird. Die blaue Farbe, die an die Decke gesprüht wurde, zum Beispiel. Und es ist zu sehen, dass noch nicht alles abgeschlossen ist. Die Bar-Elemente sind zwar da, aber noch nicht zusammengebaut. «In diesen Tagen geht noch einiges», sagt Regula Marthaler. Zusammen mit Lea Küng übernimmt sie die Betriebsleitung des Gemeinschaftszentrums (GZ). In den letzten Monaten ist in der einstigen Bäckerei Bütler ganz viel passiert. Vor allem dank Eigenleistung. Zuletzt wurden die Schallverkleidungen montiert und gemalt. «Wegen des beschränkten Budgets ist das umso wichtiger», weiss Marthaler. Die Umsetzung des Sicherheitskonzeptes steht aktuell über allem – Brandschutz inklusive. So, dass bald auch die Räumlichkeiten im Untergeschoss vermietet werden können.
Parallel läuft nun der Betrieb an. Marthaler hält das druckfrische Programm in den Händen. Das erste. Sie strahlt. «Ein Meilenstein.» In gedruckter Form zu sehen, dass die Idee nun ganz konkret realisiert ist, sei eine Freude.
Vom Offline-Abend bis zum gemeinsamen Stricken
Auf dem Programm stehen verschiedene wiederkehrende, aber auch einmalige Anlässe. Vieles entstammt noch den Reihen der Betriebskommission, aber auch Externe nutzen die Plattform, die das GZ künftig explizit bieten will. «Für alles Mögliche», betont Regula Marthaler immer wieder. Ein Ort, um auszuprobieren. «Für uns und für alle Murianerinnen und Murianer.» Offline-Abende zum Beispiel, an denen das Handy bewusst weggelegt wird. «Spiele, Puzzles, Gespräche – ganz ungezwungen», so stellt es sich Marthaler vor. Oder die Lismer- und die Erinnerungs-Stube. Ein Angebot für die ältere Generation, aber nicht ausschliesslich. Oder die verschiedenen Workshops, die Regula Marthaler gleich selbst anbietet. Und auch noch eine andere ihrer Ideen: eine Lego-Bar. «Schliesslich sind nicht nur Kinder fasziniert davon», sagt sie und lacht.
Hinzu kommen Anlässe von Partnerorganisationen. Das Muri Mundo, ein Treffpunkt für Menschen aller Herkunft, organisiert von der Regionalen Integrationsfachstelle Oberes Freiamt und Marianne Kürsteiner. Oder das Malatelier, der Frauenkleider-Tausch, der Best-Age-Fasnachtsball, das Repair-Café. «Es ist ein Anfang», sagt Regula Marthaler. Es gelte, auszuprobieren. Was ankommt, was gefragt ist. Das Programm werde sich laufend entwickeln. «Hoffentlich auch mit immer mehr Ideen und Initiativen aus der Bevölkerung.» Auch ein offenes Singen ist angedacht. «Dafür suchen wir noch eine ehrenamtliche Leitung.» Denn, dass die Betriebskommission die meisten Anlässe organisiert und durchführt, das sei langfristig nicht das Ziel.
Raum für Begegnung
Aber so ist der Start. Und darauf, dass es ab nächster Woche so richtig losgeht, freut sich Regula Marthaler. «Wir hoffen sehr, dass das GZ angenommen wird», sagt sie. Das Gefühl sei gut, das Interesse der Bevölkerung, der Passanten ist da. Und schon ist beispielsweise im Repair-Café das passiert, was im GZ ganz oft geschehen soll: dass sich Leute begegnen. «Eine Frau ging ganz beseelt nach Hause und sprach von einem schönen Morgen, an dem sie mit eigentlich fremden Menschen schöne Gespräche hatte. Ein Paradebeispiel dafür, was das GZ ermöglichen soll.»
Regula Marthaler und das Kern-Team haben dabei einen langen Atem bewiesen. Bewilligungen, Umbau, administrative Hürden, Crowdfunding. «Ja, es hat viel Zeit und Energie gekostet und das wird sich in den nächsten Monaten nicht ändern. Aber es macht auch grossen Spass.» Die Lust am Gestalten motiviere, das Vertrauen in das Projekt ebenfalls. «Und die treuen Seelen, die als Unterstützung immer wieder zur Seite stehen.» Druck, etwas beweisen zu müssen, verspürt Regula Marthaler indes keinen. «Es wird Anlaufzeit brauchen. Das gehört bei allen Angeboten dazu.» Dies gibt sich das GZ-Team auch. Dass laufend Mietanfragen eingehen, wertet sie dabei grundsätzlich als gutes Zeichen. Nochmals betont sie: «Von der privaten Party bis zum öffentlichen Anlass jeglicher Art – hier ist alles möglich.» Bühne, Bar, gute Musikanlage – die Voraussetzungen für ganz vieles sind erfüllt. Worauf sie sich am meisten freut? «Wenn sich die Leute freuen, wenn sie einander begegnen, wenn sie inspiriert sind und wenn Muri durch unser Projekt belebt wird.»
Grundstein ist gelegt
Am Ziel sind Marthaler und das GZ-Team damit aber noch nicht. Das Crowdfunding läuft weiter, um den Betrieb sicherzustellen und zu finanzieren. Und es sind Leute gesucht, die mitgestalten. Indem sie Anlässe organisieren. Indem sie aber auch mithelfen. «Konkret suchen wir jemanden für die Buchhaltung», sagt sie. Über Monate haben sie geplant, gebaut, Ideen gesammelt und diese umgesetzt. Der Grundstein ist gelegt. Das Gemeinschaftszentrum beginnt nun so richtig zu leben.
Aktuelle Infos: www.gzmuri.ch.

