CHLOSCHTERGEISCHT
13.02.2026 Muri, KolumneAn der Schlüsselübergabe zeigte es sich klar. Bei Lernenden ist es von Vorteil, wenn sie begleitet werden. Die beiden «L»-Gemeinderäte Herbert Meier und Jörg Weiss haben wunderbar durch die Zeremonie geführt und sie humorvoll moderiert. ...
An der Schlüsselübergabe zeigte es sich klar. Bei Lernenden ist es von Vorteil, wenn sie begleitet werden. Die beiden «L»-Gemeinderäte Herbert Meier und Jörg Weiss haben wunderbar durch die Zeremonie geführt und sie humorvoll moderiert. Doch wo blieb der vor einem Jahr eingeführte Schlüssel der Gemeinde? Keiner hatte eine Ahnung, wo er ist. Weiss gestand auf Anfrage, dass er den Schlüssel nicht mal kennt. Vielleicht wurde der Schlüssel zu gut weggeräumt. Hampi Budmiger, der während der Zeremonie auf dem Kloster eintraf, wusste sofort: «Ich weiss, wo er steht», sagte er schelmisch lachend.
Und noch einer fehlte bei der Schlüsselübergabe. Der Chef der Tambouren aus Adelburg blieb auf der Rückreise aus den Ferien im Stau stecken. Ohne ihren Chef wollten die Aktiven dann nicht auftreten. Die Jungtambouren mussten den ersten Auftritt allein stemmen. Wie wenn nichts wäre, formierten sich die Nachwuchstambouren und zogen auf die Bühne ein. Dabei wurden sie von den anwesenden Aktiven gut supportet und lieferten ab, wie man dies von Adelburger Tambouren erwartet.
Es ist ein Bild, das in Muri am Schmutzigen Donnerstag einfach dazugehört. Die «Stiefeliryter», die am Mittag mitten auf dem Kreisel im Zentrum spielen und alle Vorbeifahrenden deutlich daran erinnern, dass nun die Fasnacht regiert. Heuer wird dieses Bild fehlen. Vielleicht ist es schon in den letzten Wochen aufgefallen, dass die immer kreative und aufwendige Dekoration im Kreiselauge fehlt. Und eben, gestern blieb der Kreisel in den Händen des Strassenverkehrs und nicht der Kakofonie. Der Grund ist einfach: die Baustelle bei der Unterführung Zürcherstrasse. Die Situation ist so schon unübersichtlich, da wäre Fasnacht inmitten des Kreisels kein beruhigender Faktor gewesen. Vernünftig. Und dennoch wird etwas fehlen.
Ein Gewalttäter, der Kampfsport-Training erhält, eine Königin, die Ratten essen muss, um über die Runden zu kommen, und ein unmoralisches Grossmaul, das nicht davor zurückschreckt, die eigene Verwandtschaft schamlos zu betrügen – die Protagonisten in den Dokumentarfilmen von Hanspeter Bäni sind teilweise äusserst kontrovers. Zwei der genannten sind bereits tot, der erste immer wieder schweizweit in den Schlagzeilen. Bei solch schrillen Figuren will die unscheinbare Frau unter den Gästen seiner Lesung an der Volkshochschule in Muri nicht so recht ins Bild passen. Sie heisst Barbara und hat den Filmemacher in Jamaika getroffen, als sie dort ihren ausgewanderten Bruder «Rasta Tom» besuchte. «Die Dreharbeiten dort zählten zu meinen tollsten», blickt er zurück. Kein Wunder: Im Vergleich zu den anderen Beispielen resultierte ja auch fast ein «Feel-good-Movie».
Wenn ein Filmemacher öffentlich auftritt, muss natürlich die Halbierungsinitiative Thema sein. In der Fragerunde aus dem Publikum darauf angesprochen, betont Bäni die Bedeutung von freiem Journalismus. Entgegen anderslautender Polemik habe er das im Leutschenbach so erlebt: «Ich durfte auch den IV-Missbrauch thematisieren», hält er fest. Die Halbierungsinitiative bezeichnete er als «Kahlschlag», als Alternative drohen manipulative private Player, wie damals Berlusconi in Italien. --vaw/ake/tst
