CHLOSCHTERGEISCHT
20.02.2026 Muri, KolumneGemeindepräsident Hans-Peter Budmiger und Gemeinderat Herbert Meier haben die Schlüssel der Macht wieder eingetütet. Die Fasnacht in Muri ist Geschichte. Was bleibt, sind Erinnerungen an viele tolle Anlässe, an Begegnungen, an Tage voller Leichtigkeit, Kreativität und ...
Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger und Gemeinderat Herbert Meier haben die Schlüssel der Macht wieder eingetütet. Die Fasnacht in Muri ist Geschichte. Was bleibt, sind Erinnerungen an viele tolle Anlässe, an Begegnungen, an Tage voller Leichtigkeit, Kreativität und mehr Regenschauer als eigentlich gewünscht. Gut eine Woche waren die Fasnächtler heuer an der Macht. Das mit den 51 Wochen zu vergleichen, in denen der Gemeinderat im Dorf zum Rechten schaut, ist nicht einfach. Budmiger bringts trotzdem hin: «In eurer Regierungszeit durften wir mehr Schweizer Olympiamedaillen feiern als in unserer.» Wo er recht hat, hat er recht. Was nicht heisst, dass die Fasnächtler Gründe zum Feiern suchen mussten. Gefeiert wird während der fünften Jahreszeit sowieso.
Die Schlüsselübergabe und -rückgabe hat an der Murianer Fasnacht Tradition. Dazu gehören nicht nur die eigentlichen Schlüssel, sondern auch die bunten Schlüsselkissen. Dass diese während einer ausgelassenen Fasnacht vielleicht auch den einen oder anderen Schluck Bier, Kafi Luz oder Fröschli abbekommen, dürfte wenig überraschen. «Das Kissen stinkt», meinte denn auch der Neuenburger Schultheiss René Neiger. «Es ist unser Kissen, das dermassen stinkt», fügte Daniela Schweizer, Co-Schultheissin Muri-Wien, an. Mutig, dass Gemeindepräsident Budmiger seine Nase ganz nah an die Kissen hält. Der Gesichtsausdruck spricht Bände. Ob dann Gemeinderat Herbert Meier das Kissen wirklich, wie angetönt, das ganze Jahr unter seinem Gemeinderatsstuhl ruhen lässt? «Chli stinke muesses.»
Dass sie sich von schlechtem Wetter nicht abhalten lassen, das haben die Fasnächtler deutlich bewiesen. Wobei die Prognosen nicht selten schlechter waren, als sich das Wetter dann tatsächlich präsentierte. Glück für die Organisatoren. Dafür kippte es an der Schlüsselrückgabe, die traditionellerweise auf dem Klosterhof stattfindet. Nur drei Personen sind da, suchen Schutz unter dem Veloständer. Es regnet, graupelt – und das quer. Unfreundlicher könnte es nicht sein. Als wäre Petrus mit traurig, dass die Fasnacht nun zu Ende ist. Ins Wasser fiel die Schlüsselrückgabe deswegen aber nicht. Kurzum fand der Anlass im Café Stern statt. Sie sind nicht nur wetterfest, sondern auch flexibel.
Die Neuenburger waren am Samstag so erfolgreich und fleissig an ihrem neuen Ball. Darüber hinweg ging ein Planungspunkt für den darauffolgenden «Schnetz und Plonder» unter. Am Sonntag waren sie bereit für ihr Camping auf dem Klosterhof. Wagen gestellt, Markise ausgefahren und Vorzelt aufgestellt, Grill ausgepackt und eingeheizt. Sie haben es sich alle gut gehen lassen. Ihr Pech war, dass beim Einkauf der Punkt Bier vergessen ging. Was dazu führte, dass die benachbarten Wiener reissenden Absatz der Hopfenperle erlebten. Es ist wie auf dem Camping ausserhalb. Unter Freuden hilft man sich.
Bei der Konfettitaufe der Gemeinderäte Meier und Weiss am selbigen Anlass zeigten sich die Kinder erfreut, mit vollen Händen zu werfen. Hie und da zeigte sich auch, welche Erwachsenen es heute schon für nötig befanden, die beiden neuen Gemeinderäte noch zusätzlich etwas zu stopfen. Wohl ihr Glück, sind sie noch nicht lange im Amt. --ake, vaw
