CHLOSCHTERGEISCHT
27.02.2026 Muri, Kolumnebekommt seinen eigenen Radiosender. Wenn das Kloster den 1000. Geburtstag feiert, wird 2027 von März bis November regelmässig live vom Klosterhof gesendet. Eine lange Zeitdauer. «Das war bei uns anders», sagt René Neiger. Als Schultheiss der Fasnachtsgesellschaft ...
bekommt seinen eigenen Radiosender. Wenn das Kloster den 1000. Geburtstag feiert, wird 2027 von März bis November regelmässig live vom Klosterhof gesendet. Eine lange Zeitdauer. «Das war bei uns anders», sagt René Neiger. Als Schultheiss der Fasnachtsgesellschaft Muri-Neuenburg hat er 2018 erstmals das Fasnachtsradio mitlanciert. Besonders präsent war es zudem 2021, als wegen der Pandemie die Fasnacht in ihrer eigentlichen Form kaum möglich war. Vom Schmutzigen Donnerstag bis zum Fasnachtsdienstag haben die «Dörfler» vor fünf Jahren gesendet. «Dank Daniel Düsentrieb», sagt Neiger und meint damit Stadtrat Andreas Stierli, der für die Technik zuständig war. Neiger und Stierli sind beide beim «Chlosterradio» wieder dabei. Toll.
Toll ist auch, dass mit Reto Holzgang ein wahrer Medienexperte das «Chlosterradio» leitet. Viele Jahre arbeitete er bei DRS, später SRF – beim Radio und beim Fernsehen. Nun lanciert der Murianer ein ganz spezielles Radio zu Hause. Holzgang hofft dabei auf ein schlagkräftiges Moderatorenteam. «Von Jung bis Alt», sagt er. Der schlagfertigste Oberstufenschüler sei genauso gefragt wie Pensionierte, die nicht rot werden, wenn sie ein Mikrofon vor dem Gesicht haben. Also, Freiämter, meldet euch. Es ist eine wahrlich einmalige Chance.
Eine einmalige Chance, auch das zu ehren, was nicht selten als selbstverständlich gilt. Vielen Murianerinnen und Murianern ist gar nicht bewusst, welche Ausstrahlung und Wirkung das Kloster gleich vor der Haustür hat. «Ohne wären wir ein ganz normales Dorf, wie Wohlen», sagt René Neiger und lacht. Unbestritten ist, dass in Muri ohne das Kloster ganz viel fehlen würde.
Ohne Projekte, das geht bei ihm nicht. Josef Villiger ist ein Tausendsassa, wie er im Buche steht. Als Geschäftsführer des Altersheims St. Martin hat er in den letzten gut zehn Jahren in Muri tiefe Spuren hinterlassen. Heute ist offiziell sein letzter Arbeitstag – Villiger geht in die Pension. Bekannt ist er aber nicht nur seiner beruflichen Tätigkeiten wegen. An der Gewerbeausstellung 2022 wars, als er auf die Frage, was er als Nächstes auf die Beine stelle, ganz spontan antwortete: «Ich sperre die Marktstrasse und veranstalte eine Fete.» Dass daraus mit Unterstützung der Frauen der Arbeitsgruppe Mobilität und Verkehrsplanung des Muri Energie Forums die «Usestuehlete» entstanden ist, ist längst bekannt.
Feste feiern, das macht Villiger gerne. Weil er weiss, wie viel gemeinsames Feiern der Gesellschaft bringt. Die «Usestuehlete» ist ein Beispiel dafür. Aber auch St.-Martin-intern legte der Geschäftsführer stets viel Wert darauf, dass das Miteinander stimmt. «Nichts gibt mehr Kitt als ein gelungener Personalabend», ist eine seiner Aussagen. Und Villiger war sich dabei nie zu schade, selbst in die Hosen zu steigen. Ob während der Pandemie als Samichlaus verkleidet oder mit Kochschürze umgebunden hinter dem Grill und natürlich am Schwyzerörgeli – die Musik ist eines seiner grossen Hobbys. Die Pensionäre werden ihn vermissen, so sagten es auch «De Strubig und s Lotti» in einer ihrer Schnitzelbänke. Da stimmt der «Chloschtergeischt» mit ein und wünscht, dass im St. Martin auch künftig viel gefestet wird.
Annemarie Keusch
