CHLOSCHTERGEISCHT
13.03.2026 Muri, KolumneRote Sternrenette – da staunt der Laie. Der Lieblingsapfel von Landwirt Stefan Frey ist ein spezieller. Logisch, für einen Spezialisten. Für jemanden, den Hochstammobstbäume seit jeher faszinieren. Und für jemanden, der offensichtlich ganz gut über sich selbst ...
Rote Sternrenette – da staunt der Laie. Der Lieblingsapfel von Landwirt Stefan Frey ist ein spezieller. Logisch, für einen Spezialisten. Für jemanden, den Hochstammobstbäume seit jeher faszinieren. Und für jemanden, der offensichtlich ganz gut über sich selbst lachen kann. Nach der Berichterstattung über «Muri blüht» in der Ausgabe vom letzten Dienstag erscheint eine E-Mail im Redaktions-Posteingang. Betreff: Rote Sternrenette. Darin schreibt Stefan Frey: «Gestern hatten wir noch Sitzung mit den Infopunktbetreibern.» Sein Cousin, der in Sachen Pomologie um Welten besser sei als er, habe ihn dabei aufgeklärt, dass sein Lieblingsapfelbaum nicht die Rote Sternrenette trage, sondern dass es sich um eine Möriker Renette handle. «Etwas peinlich, aber ich ging wirklich mein Leben lang davon aus, dass dieser uralte Baum eine Sternrenette ist.» Bei «Muri blüht» können sich Interessierte diesen Baum und dessen Blühten ganz aus der Nähe anschauen.
Der junge Murianer Andrin Gaberthüel ist fasziniert von Geschichte und vom Kloster Muri. Dass er als Maturarbeit einen vierteiligen Podcast zum bald tausendjährigen Wahrzeichen Muris machte, erstaunt da nicht. Für die Recherche sprach er mit vielen Leuten, die sich mit der Klostergeschichte beschäftigen. «Im Internet war es eher schwierig, Passendes zu finden.» Nicht nur deshalb griff Gaberthüel auch zu den vielen Büchern, die es aus der Vergangenheit gibt. «Lehrer mögen Bücher mehr als Internetrecherche.» Schlauer Kerl. Und wenn er gerne liest, ist es eine klassische Win-win-Situation.
Um zu diesen Büchern zu kommen, traf sich Gaberthüel unter anderem mit Martin Allemann, der ihm Einblick in die Acta Murensia gewährte. Das Treffen fand beim Brunnen auf dem Klosterhof statt. «Ich erschrak. Er legte die uralten und wertvollen Bücher einfach auf den Brunnenrand. Dabei bin ich doch ein totaler Tollpatsch.» Darum griff Gaberthüel erst zu den Schriftstücken, als der Abstand zum Wasser etwas grösser war.
An der GV von Muri Energie Forum erzählte Referent Marc Joss, CEO von Switcher, eine Anekdote die einerseits lustig erscheint, aber auch erschreckt. Sein Vorgänger sei in den 90ern in Asien mit dem Taxi unterwegs gewesen. Da habe ihn der Taxifahrer aufmerksam gemacht, dass die Farbe, welche sich unten im Bach zeige, wohl die Trendfarbe der nächsten Saison in Europa sei. Heute sei dies glücklicherweise nicht mehr der Fall, setzte er hinzu.
Urs Strebel, der die Nachfolge von Peter Jäggi beim Muri Energie Forum antritt, stellte sich vor. 36, oder 37, oder 38 Jahre sei er wohl verheiratet. Seine Frau wisse das ganz genau, erzählte er zur Erheiterung der Anwesenden. Er versicherte, dass er die Rechnung präziser führen werde als sein Wissen darüber, wie lange er verheiratet sei.
1000 Jahre Kloster Muri. Genau in einem Jahr geht es so richtig los mit den Feierlichkeiten. Der Kanton Aargau hat 2027 zum Klosterjahr ausgerufen. Ausgerechnet der Kanton, der 1841 die Klöster aufhob. «Das wirkte lange nach», weiss Projektleiter Tobias Holzer. Die Freiämter gingen freiwillig nach Zürich, Zug, Luzern, aber mussten nach Aarau. --ake/vaw
