Felix Bingesser, ehemaliger Sportchef beim «Blick», wohnt in Waltenschwil.
McDonald
Alles Gute kommt aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten. Dachten wir einst. Doch jetzt kommt Wüterich ...
Felix Bingesser, ehemaliger Sportchef beim «Blick», wohnt in Waltenschwil.
McDonald
Alles Gute kommt aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten. Dachten wir einst. Doch jetzt kommt Wüterich mit der orangen Föhnfrisur, fuchtelt mit Zolltafeln und schickt, wenige Wochen nachdem ihm der Weltfussballverband einen Friedenspreis überreicht hat, seine Tarnkappenbomber in den Iran. Der Junkfood von McDonald’s wäre das eine, der andere Donald trieft noch viel ranziger. Richtig, es geht um Öl.
So kommt es, dass das Verhältnis zu einem faszinierenden Land wie den USA wenige Wochen vor dem Start zur Fussball-WM ambivalenter ist denn je. Der einstige Schmelztiegel der Welt, das Land der Einwanderer und Abenteurer, ist zur hässlichen Fratze geworden.
Was nichts daran ändert, dass die englische Sprache in unserem Alltag immer dominanter wird. Wenn man im Sommer wieder in die Badi in Wohlen geht, dann kommt man an der «Drop off Zone» vorbei. Jeder, der ein wenig weltmännisch erscheinen will und sich als Kosmopolit versteht, der schreibt seine Mails in englischer Sprache.
Wenn der Head of Finance, der in jungen Jahren mal der Buchhalter der Firma und nicht der Company war, dem Deputy CFO eine Letter of Intent schreibt, dann tönt das nach der ganz grossen Welt.
Dümmliche Anglizismen haben die deutsche Sprache längst unterwandert. Wer nur noch auf sein Display starrt und mit ChatGPT kommuniziert, der verliert bald den letzten Rest seiner deutschen Sprachkompetenz. Wenn sie denn mal vorhanden war.
Morgen findet im Casino in Wohlen der grossartige Königsjass statt. Dass der nicht «Trick-Taking-Card-Game» heisst, ist schon fast wohltuend.
Der Trend setzt sich, trotz der um sich greifenden Aversion gegen die USA, fort. Metzger sind in den USA Butcher. Es kommt der Tag im Herbst, an dem vor einer Dorfbeiz ein Schild mit «Butchete» statt Metzgete steht.
Jedes Kalb sucht sich seinen Metzger selbst.
Ich schreibe diese Kolumne übrigens aus den Ferien im Hotel Lakeside in Tirol. Das war früher mal die Pension Seeblick. Aber jetzt ist Schluss, eine Zeitung hat ja ihre Deadline. Sonst wird der «Chief of Content» noch sauer.