CHLOSCHTERGEISCHT
20.03.2026 Muri, KolumneVom 1. bis am 4. Oktober steht Muri im Zeichen des Gewerbes. Die Gewerbeausstellung im Gebiet Bachmatten steht an. Mittels künstlicher Intelligenz in die Zukunft zu schauen, den Anlass zu visualisieren – das gehört mittlerweile dazu. Gemacht hat das auch Michael Birrer, der ...
Vom 1. bis am 4. Oktober steht Muri im Zeichen des Gewerbes. Die Gewerbeausstellung im Gebiet Bachmatten steht an. Mittels künstlicher Intelligenz in die Zukunft zu schauen, den Anlass zu visualisieren – das gehört mittlerweile dazu. Gemacht hat das auch Michael Birrer, der innerhalb des OKs für den Bau verantwortlich ist. Fähnchen, glückliche Menschen, das Miteinander – so weit, so gut. «Alles kann KI dann doch nicht», sagt auch Birrer und lacht. Natürlich wollte er auch das Kloster auf dem Bild haben. Weil nichts sinnbildlicher für Muri steht. Die KI machte eine ganz normale Kirche daraus. Irgendwie beruhigend, dass (noch) nicht alles geht.
Die bevorstehende Gewerbeausstellung war eines von verschiedenen Themen an der Generalversammlung des Gewerbevereins Muri und Umgebung. Natürlich gehören auch die gängigen Traktanden dazu: Jahresrechnung, Protokoll, Budget, Wahlen. Entsprechend müssen zu Beginn der Versammlung Stimmenzähler gewählt werden – zwei, in diesem Fall. «Da teilen wir hier irgendwo in der Mitte», meint Präsident Urs Beyeler. Wer genau welche Tischreihen zählt, ist entsprechend nicht ganz klar. Und Beyeler hat mit seiner legeren und pragmatischen Art recht – zum Einsatz kommen die Stimmenzählerinnen sowieso nie.
Entschieden wurde auch über eine Anpassung der Statuten. Da geht es etwa um den geografischen Bereich, den der Gewerbeverein Muri und Umgebung abdeckt. «Wir haben expandiert», sagt Präsident Beyeler, weil seit einiger Zeit auch Firmen aus Waltenschwil dabei sein können. Gleichzeitig hat man aber auch eine Gemeinde verloren. Zwar aus anderem Grund. Dass Benzenschwil noch als eigenständige Gemeinde aufgelistet ist, zeigt, dass die Statuten doch schon ein Weilchen nicht mehr aktualisiert wurden.
Die Abgeordneten der Repla Oberes Freiamt tagten diese Woche in Boswil. Und sie geizten nicht mit Superlativen. Natürlich vor allem für den abtretenden Präsidenten Pius Wiss. Seit 2010 ist er Teil des Vorstandes, seit 2014 präsidierte er diesen. Natürlich gab es zum Abschluss ein Geschenk in Form von zwei Gutscheinen. «Nicht für Wellness oder Ferien, das mag er nicht», weiss Vizepräsidentin Marlis Villiger. Stattdessen kann er sich für eine Party im Garten ganz gemütlich Speis und Trank liefern lassen. Und dabei vielleicht auch seinen neuen Liegestuhl testen – auch dafür gab es einen Gutschein. Mit Superlativen geizte aber auch der gastgebende Gemeindeammann Michael Weber nicht. Ob der anschliessende Apéro dann wirklich der beste der besten, der reichhaltigste der reichhaltigen und der schmackhafteste der schmackhaften war, darüber wird an dieser Stelle nicht geurteilt. Pius Wiss fasst es so zusammen: «Wir sind jedes Jahr in der schönsten Gemeinde des Bezirks zu Gast und das soll auch so sein.»
Annemarie Keusch

