CHLOSCHTERGEISCHT
24.04.2026 Muri, KolumneOboe oder Fagott? Renato Bizzotto beantwortet die Frage klar und deutlich: «Fagott eindeutig. Es hat mehr Register als die Oboe und man kann mit dem Fagott begleiten und solo spielen. Die Oboe ist wirklich ein Solo-Instrument und weniger vielseitig.» Da liegt es doch auf der Hand, ...
Oboe oder Fagott? Renato Bizzotto beantwortet die Frage klar und deutlich: «Fagott eindeutig. Es hat mehr Register als die Oboe und man kann mit dem Fagott begleiten und solo spielen. Die Oboe ist wirklich ein Solo-Instrument und weniger vielseitig.» Da liegt es doch auf der Hand, dass Renato Bizzotto Fagottist ist. So wie es im «Entweder/Oder» vom letzten Freitag auch stand. Das ist aber falsch. «Diese Antwort hat Sie wohl verwirrt», meint Bizzotto schmunzelnd. Natürlich ist er Oboist. Und nicht nur irgendeiner. Mitunter war er langjähriger Solo-Oboist der Zürcher Sinfoniker. Entsprechend peinlich ist dem «Chloschtergeischt» diese Verwechslung. Bizzotto nimmts sportlich. Vielleicht auch der Müdigkeit wegen. Schliesslich hat er als Organisator von «The Muri Competition» intensive Wochen und Monate hinter sich.
Im September 2017 startete Salvatore Doki seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Spitex Muri und Umgebung. Ende April nun nimmt er Abschied. Nach Jahren, in denen er die Institution geprägt, verändert und in die Zukunft geführt hat. Nur leicht fällt ihm der Abschied nicht. Natürlich wegen der vielen menschlichen Bande, die sich im Laufe der Jahre knüpfen liessen. Nicht vermissen wird Doki hingegen seinen Arbeitsweg. Schliesslich wohnt er mit seiner Familie in Lyss. «Ursprünglich war geplant, dass wir in die Region ziehen», erzählt er. Die beiden Töchter waren davon aber wenig begeistert. «Dann bringt es nichts. Schliesslich geht es darum, dass alle glücklich sind.» Wie recht er doch hat. Obwohl, Muri und das Freiamt natürlich nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum Wohnen ein schönes Fleckchen Erde sind.
Für maximal 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer war er eigentlich ausgeschrieben, der Netzwerkanlass von «Freiamt.Mittendrin.» in der Pflegimuri. Schliesslich waren es dann doch 70 Interessierte, die zum Austausch und zum Rundgang kommen durften. Während zwei Gruppen noch auf der Führung waren, warteten die anderen beiden schon sehnlichst auf den Apéro. Die Pflegi-Direktorin erbarmte sich ihrer und erklärte spontan bereits das von ihrer Institution offerierte Buffet für eröffnet. Was sie nicht ahnen konnte: Damit brachte sie das Programm der Organisatoren durcheinander: Repla-Präsident Rainer Heggli hätte nämlich gerne noch vor dem Apéro die Gastgeber verdankt. So mussten alle Gäste nochmals Platz nehmen. «Ich sehe schon, Sie sind genauso agil unterwegs wie die Pflegi», richtete sich Heggli augenzwinkernd an die Besucherinnen und Besucher. Und ganz im Sinne der Pflegi-Philosophie «Meine 24 Stunden» mache offenbar auch jeder, was er wolle.
Auf dem Rundgang zieht die ganze Schar im Gänsemarsch mit eingezogenen Köpfen durch die engen Katakomben unter der Pflegimuri. Die ganze Schar? Nein: Ganz vorne im Pulk grinste eine unbeugsame Frau erhobenen Hauptes: Für einmal bewähre sich ihre geringe Körpergrösse, stellt sie mit kaum verhohlener Schadenfreude fest, derweil der nicht ganz so kleingewachsene Journalist hinter ihr seinen Neid offen zugibt. Trotz – oder vielleicht auch gerade wegen – der tiefen Raumhöhen war der Gang durch die «Katakomben» unter der Pflegi ein eindrückliches Erlebnis. Insbesondere bei der Vorstellung, wie es wäre, wenn da unten der Strom ausfiele und man in völliger Finsternis zurückbliebe ... --ake/tst
