Aktives Einbringen gefordert
20.03.2026 Bremgarten, VereineGemeindeammänner-Vereinigung (GAV) Bezirk Bremgarten traf sich zur ersten Jahressitzung
Mit den im letzten Herbst neu gewählten Bremgarter Stadtammann Stephan Troxler und Wohler Gemeindeammann Roland Vogt begann auch für die GAV Bezirk Bremgarten eine neue ...
Gemeindeammänner-Vereinigung (GAV) Bezirk Bremgarten traf sich zur ersten Jahressitzung
Mit den im letzten Herbst neu gewählten Bremgarter Stadtammann Stephan Troxler und Wohler Gemeindeammann Roland Vogt begann auch für die GAV Bezirk Bremgarten eine neue Führungs-Ära. Ein Input-Referat gab es von Thomas Bopp, Stiftungsleiter der St. Josef-Stiftung.
Walter Minder
Präsident Stephan Troxler konnte am Mittwoch zur ersten von ihm geführten Versammlung im Zeughaussaal in Bremgarten begrüssen. Schmunzelnd meinte er, dass er weiterhin «geschätzte Gemeindeammänner» sagen dürfe, da der Kanton Aargau diese Bezeichnung aufgrund eines heftig diskutierten Grossrats-Beschlusses in der Kantonsverfassung beibehalten wird. Unter den 16 anwesenden Gemeindeammännern gab es nach den Wahlen 2025 einige neue Gesichter, sodass Troxler einleitend den Bezirk Bremgarten mit Zahlen und Fakten im Detail vorstellte. Zudem erläuterte er Sinn und Zweck der Gemeindeammänner-Vereinigung, die sich zweimal jährlich zum Informationsaustausch trifft. So soll die Vereinigung bei Bedarf die Koordination der politischen Aktivitäten der Gemeinden vereinfachen und gegenseitige Informationen über spezielle Herausforderungen begünstigen. Ein wichtiger Teil ist auch, dass die Ammänner des Bezirks informiert werden darüber, was auf kantonaler und regionaler Ebene läuft.
Im Aargau läuft vieles gut
Stiftungsleiter Thomas Bopp präsentierte anschliessend mit vielen alten Fotos untermalt die lange Geschichte der Bremgarter St. Josef-Stiftung. 1889 wurde im ehemaligen Kapuzinerkloster ein Heim für geistig beeinträchtigte Kinder eröffnet, das von Barmherzigen Schwestern zum Heiligen Kreuz Ingenbohl geführt wurde. 1948 wurde die St. Josef-Stiftung gegründet und der Stiftungsrat übernahm die Trägerschaft. Laufend wurden Angebot und Räumlichkeiten vergrössert und 2025 als aktuellster Schritt der Neubau Haus Allegra eingeweiht. «Die Barmherzigen Schwestern von Ingenbohl waren Pionierinnen, sie haben für behinderte Menschen viele Türen geöffnet.» Gemäss Leitbild besteht die Lebenswelt der St. Josef-Stiftung aus attraktiven Begegnungs-, behaglichen Lebens- und innovativen Lernräumen. Die Stiftung begleitet Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit primär kognitiven Beeinträchtigungen. Bopp: «Für Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen sind wir der führende Anbieter im Kanton Aargau.» Betreut wurden per Ende 2025 118 Kinder und 75 Erwachsene von rund 450 Mitarbeitenden und 37 Lernenden. «Im Kanton Aargau läuft vieles gut, wir profitieren von einer wirksamen Organisation, effizienten Strukturen und einem transparenten Austausch.» Wichtig ist, dass in Trägerschaften von Institutionen wie der St. Josef-Stiftung politische Vertretungen aktiv sind. Er forderte die Anwesenden auf, aktiv zu inklusiven Begegnungen beizutragen, beispielsweise durch die Durchführung von Versammlungen oder Arbeitsklausuren in entsprechenden Einrichtungen. «Inklusive Begegnungen sind wichtig», so Bopp.
Viele Themen, die herausfordern
Vizepräsident Roland Vogt informierte über Themen, die den Vorstand der GAV Kanton Aargau aktuell beschäftigen. Er forderte die Anwesenden auf, sich mit ihren Gemeinden aktiv in die laufenden Vernehmlassungen einzubringen, wie beispielsweise die Revision des Gemeindegesetzes oder die Weiterentwicklung der dualen Polizeiorganisation KAPO/Repol.
Aktuell im Bezirk beschäftigt gemäss Präsident Troxler vor allem die künftige 380-kV-Freiluftleitung der Swissgrid zwischen Niederwil und Obfelden, die weitgehend im Wald gebaut werden soll. «Zehn Gemeinden aus dem Bezirk machen eine Sammeleinsprache mit dem Ziel, dass auf den Bau von bis zu 100 Metern hohen Masten verzichtet und das Projekt in Erdverkabelung umgesetzt wird.» Mit einem Blick auf die in den nächsten zehn Jahren anstehenden kantonalen Grossbaustellen im Bezirk – wie beispielsweise Sanierung des Knotens Bibenlos Bremgarten oder Belagssanierung Kantonsstrasse Bremgarten-Wohlen – und der Aufforderung, den Bau des Reusssteges zwischen Fischbach-Göslikon und Künten zu unterstützen, gab er das Wort an Sabina Rüttimann weiter, ihres Zeichens Präsidentin vom Stiftungsrat Spital Muri. Sie informierte über die Vor- und Nachteile einer Spitalstiftung und über die Aufgaben der Stifterversammlung.
Die Wahl der 14 Mitglieder aus dem Bezirk Bremgarten erfolgte einstimmig, wobei sich die Gemeinde Büttikon noch nicht namentlich festgelegt hat. Mit dem Hinweis auf die nächste GAV-Versammlung vom 14. Oktober in Wohlen beendete Präsident Troxler die effiziente Versammlung und lud zum abschliessenden Apéro ein.

