Theatergruppe Niederwil-Nesselnbach zu Gast im Reusspark
Nach vier Vorstellungen im alten Schulhaussaal zügelte die Theatergruppe das Bühnenbild in den Reusspark und erfreute dort die Bewohnerinnen und Bewohner mit einem unterhaltsamen Zweiakter.
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Theatergruppe Niederwil-Nesselnbach zu Gast im Reusspark
Nach vier Vorstellungen im alten Schulhaussaal zügelte die Theatergruppe das Bühnenbild in den Reusspark und erfreute dort die Bewohnerinnen und Bewohner mit einem unterhaltsamen Zweiakter.
Es ist längst Tradition. Aber trotzdem keine Selbstverständlichkeit. Die Theatergruppe Niederwil-Nesselnbach nimmt jeweils den Aufwand auf sich, neben den normalen Aufführungen auch noch ein Gastspiel im Reusspark zu geben. «Wir schätzen das sehr, es ist eine willkommene Abwechslung», sagt denn auch der stellvertretende Direktor Tobias Breitschmid. Entsprechend voll ist der Saal an diesem Nachmittag.
Mit «De Gamsjäger» präsentiert die Theatergruppe einen Zweiakter von Josef Brun unter der Regie von Alois Meier. Das Stück trifft beim Publikum einen Nerv, führt es doch hoch auf eine grüne Alm, wo das Leben scheinbar noch in Ordnung ist. Das urchige Dekor weckt Erinnerungen – und so manche Szene wird mal leise, mal lauter kommentiert. Und die frechen Sprüche auf der Bühne sorgen für viele Lacher.
Wenn der Wilderer das falsche Tier erlegt
Wobei die Idylle auf der Gämselialp eben trügt. Hier hat Annegret (gespielt von Esthi Horat) die Hosen an und kommandiert ihren Bänz (Adi Paniz) lautstark herum. Die beiden gifteln, dass es eine wahre Freude ist, aber gleichzeitig lieben sie sich eben doch. Der arme Bänz muss einen Schicksalsschlag verkraften, weil sein bester Freund, der Sepp (Jos Baumgartner), statt eines Gämseli seinen geliebten Geissbock erschossen hat. Dass der Sepp ein Wilderer ist, wissen zwar alle. Aber bisher hat ihn der Wildhüter (Sämi Hofstetter) noch nicht auf frischer Tat ertappt. Kommt dazu, dass die Tochter des Wildhüters (Irma Meier) mit dem Sepp verheiratet ist. Und die würde sich wünschen, dieser würde mehr Zeit mit ihr verbringen, statt den Tieren nachzujagen.
Während sich also alles um den toten Bock dreht, tauchen plötzlich zwei trottelige Touristen auf, die in unpassendem Schuhwerk den Berg besteigen wollen. Rolf Mettler als Waldi und die erstmals mitwirkende und herrlich überdreht spielende Barbara Koller als seine Susi sorgen nicht nur für Chaos auf der Alm, sondern auch für ganz viele Lacher. Das Kräuterfraueli Trini (Vreni Hufschmid) wiederum bringt mit ihren Ratschlägen und weisen Sprüchen weitere Würze ins Stück. Welches, obwohl es ein Schwank ist, auch durchaus ernste Themen anspricht, etwa den Umgang mit der Natur. Eine neue Wendung tritt ein, als Annegret dem Sepp die Gämselialp vermacht. Allerdings unter der Auflage, dass er auf das Wildern verzichtet. Doch schafft er das wirklich? Für beste Unterhaltung ist jedenfalls gesorgt. So viel wurde im Reusspark vermutlich schon lange nicht mehr gelacht. --chh