Auf gute Zusammenarbeit
17.02.2026 Kelleramt, Oberlunkhofen, TheaterKellerämter Gemeindevorsteher und Gemeindeschreiber treffen sich in Oberlunkhofen
Zum Beginn der Legislatur treffen sich die sechs Kellerämter Gemeinden. Beim ungezwungenen Kennenlernen sind Rottenschwil, Unterlunkhofen, Oberlunkhofen, Arni, Islisberg, ...
Kellerämter Gemeindevorsteher und Gemeindeschreiber treffen sich in Oberlunkhofen
Zum Beginn der Legislatur treffen sich die sechs Kellerämter Gemeinden. Beim ungezwungenen Kennenlernen sind Rottenschwil, Unterlunkhofen, Oberlunkhofen, Arni, Islisberg, Oberwil-Lieli und Jonen dabei. Hier stellte Alt-Gemeindeschreiber Arnold Huber aus Jonen das neue «Joner Buch» vor.
Verena Anna Wigger
Das «Joner Buch» ist keine Dorfchronik, sondern ein besonderes Lehrstück für Gemeinderäte und gleichzeitig ein Werk über das Dorf Jonen. Dies verrät der 69-jährige Arnold Huber in seiner Ansprache an die Magistratinnen und Magistraten. Im Werk geht es um politische Entscheide, kapitale Fehler und deren Korrekturen. Weiter geht es um Schule, Wachstum und Diskussionen und die spätere Einsicht, warum diese Diskussionen geführt werden mussten. Es gehe hier weder um Anekdoten noch um Familien oder Stammbäume, bekräftigt Huber. «Gemeinden sind keine Museen», so seine Erklärung dazu.
Sichtbar macht Arnold Huber diesen Umstand am Steuerfuss von 1962 bis 1966 der Gemeinde Jonen. «Bei unglaublichen 170 Prozent lag der Steuerfuss in diesen Jahren», verrät er den 41 staunenden Zuhörenden. 1966 sei die Verschuldung 15,6 Millionen Franken hoch gewesen. Dieser Verschuldung Zugrunde lagen Infrastrukturbauten und Verpflichtungen der Gemeinde, die mit ihrem Wachstum gefordert war, weiss Huber. Und man habe rund sechzig Prozent der Steuereinnahmen für die Schuldentilgung ausgegeben. Dies seien Jahre gewesen, in denen hohe Verschuldungen zu schmerzhaften Steuererhöhungen geführt hätten. Dabei sei Jonen kein Sonderfall. Durch diese Zeit der hohen Schulden sei die Gemeinde ohne Beschädigung durchgekommen, weiss Huber aus seinen 38 Jahren als Gemeindeschreiber.
Die damalige Zeit abgebildet
Die damalige Situation für die Gemeinde ist ihm immer noch präsent: «Jonen ist an der Schuldenlast fast zugrunde gegangen.» Und dies habe einigen Menschen auf dem Magen gelegen, lässt er seine Zuhörer wissen. Er geht im Buch darauf ein, warum Gemeinden solche Situationen aushalten. Seinen Kollegen gab er mit, dass genau dieser Umstand aufzeigt, warum es wichtig sei, dass die Kellerämter Gemeinden im Gespräch bleiben. Denn viele der Themen aus dem Buch finden auch in anderen Gemeinden statt, weiss Huber. Hier sei Jonen einfach ein Beispiel dafür. Daher betonte Huber, seien Treffen wie dieses wichtig. Nicht wegen dem Glück, sondern wegen der guten Zusammenarbeit, die für vieles die Basis bildet.
In vielen Bereichen über die Gemeindegrenzen hinaus sei diese Zusammenarbeit wertvoll und bringe tragbare Lösungen für die einzelnen Gemeinden, so der langjährige Gemeindeschreiber von Jonen. Doch beim Schreiben eines Buches sei man allein, führte Huber aus. Er habe daher schon früh eine Redaktionskommission einberufen, aus Gemeinderat und Verwaltung der Gemeinde Jonen. Diese habe sich bewährt. Gemeindeammann Philippe Ackermann, der Huber motiviert hat, das Buch zu schreiben, ist überzeugt, dass das Werk zu Jonen passt: «Weil Jonen etwas Besonderes ist», sagt er. 250 Seiten umfasst das Buch und wird an der 1.-August-Feier in diesem Jahr vorgestellt. Auch ist schon bekannt, dass Arnold Huber die 1.-August-Ansprache halten werde. Dies sei ihm eine grosse Ehre.
Den Nutzen sehen und den Abend geniessen
«Ich werde das Buch sehr gerne lesen», sagt Jeniffer Rees-Gerber, Gemeinderätin aus Oberwil-Lieli. Nach ihrer Wahl ist sie das erste Mal an diesem Treffen dabei. Sie durfte erste Amtskollegen bereits an den letzten Projektsitzungen kennenlernen. «Ich finde es gut, ein Gesicht zu kennen, da wir viele Projektüberschneidungen haben», sagt Rees-Gerber. Weiter sagt sie: «Es ist für mich eine Hilfe bei der Meinungsbildung und ich schätze diese Erfahrung.» Gemeinderätin Doris Haas aus Jonen ist das zweite Mal an einem Treffen zu Beginn der Legislatur. «Wir sitzen gefühlt alle im gleichen Boot», sagt die Jonerin.
Kontakte über die Grenzen
Peter Huber war viele Jahre Präsident der Finanzkommission der Gemeinde Rottenschwil. Aus dieser Zeit hatte er schon viele Kontakte, zumal er auch in der Kantonalen Verwaltung tätig war. Nach seiner Frühpensionierung wurde er in den Gemeinderat gewählt. Heute führt er sein Amt im Gemeinderat und geniesst den Erfahrungsaustausch unter den Amtskollegen. Huber sagt: «Wir als Gemeinde Rottenschwil führen jedes Jahr Gespräche mit unseren Nachbargemeinden», denn es seien neben den guten Beziehungen auch die guten Lösungen, die man gemeindeübergreifend finde.
Gastgeber des Abends war die Gemeinde Oberlunkhofen. Gemeindeammann Alain Maître erzählte aus seinen Erfahrungen des Netzwerkens unter den Gemeindevorstehern. «Diese Art der Kontaktaufnahme wird geschätzt.» So lud er alle ein, den Abend mit dem offerierten Nachtessen der Gemeinde Oberlunkhofen zu nutzten, sich weiter kennenzulernen im Dienste einer guten Zusammenarbeit.


