Auf ihn war stets Verlass
10.01.2025 Region UnterfreiamtSeit 50 Jahren wirkt Josef Baur im Zunftrat der Heuröpfel-Zunft mit
An ihrem Jahresbot von morgen Samstag erhält die Heuröpfel-Zunft ihr neues Fasnachtsoberhaupt. Zugleich wird an diesem Abend ein langjähriges Vorstandsmitglied aus dem Zunftrat ...
Seit 50 Jahren wirkt Josef Baur im Zunftrat der Heuröpfel-Zunft mit
An ihrem Jahresbot von morgen Samstag erhält die Heuröpfel-Zunft ihr neues Fasnachtsoberhaupt. Zugleich wird an diesem Abend ein langjähriges Vorstandsmitglied aus dem Zunftrat verabschiedet.
Nach 50 Jahren als Aktuar im Vorstand der Heuröpfel-Zunft hat Josef Baur beschlossen, diese Aufgabe am kommenden Jahresbot abzugeben. Der Zunft bleibt er aber erhalten, worüber sich sämtliche Mitglieder freuen. «Sepp ist fast ein wandelndes Lexikon», merkt Zunftpräsident Thomas Meyer beeindruckt an, «und er hilft immer, wenn Fragen auftauchen.» Dabei sei der Zunftschreiber jemand, der ungern im Vordergrund stehe, viel lieber wirke er im Hintergrund.
Als Zunftschreiber stets den Überblick behalten
«Es ist ein interessanter Zufall, dass der Rücktritt von Josef Baur aus dem Zunftrat am diesjährigen Jahresbot mit dem Datum seines Eintritts in die Zunft übereinstimmt», erzählt Thomas Meyer schmunzelnd. Damals, am 11. Januar 1975, sei René Abt der Zunftmeister gewesen, gleichzeitig habe er als Götti für Baur gewirkt. Doch damals sei dieser nicht nur in der Zunft aufgenommen worden. Roman Abt ergänzt: «Am gleichen Abend wurde er auch gleich in den Zunftrat gewählt. Josef wurde Zunftschreiber 2 – ich war damals Zunftschreiber 1.» Gute zehn Jahre hätten sie sich das Amt geteilt. «Danach hat der Sepp den Posten allein ausgefüllt, bis heute», berichtet Abt.
In all den Jahren habe er immer den Überblick behalten, sei für Einladungen, Einsatzpläne, Adresslisten und Informationen für die Presse zuständig gewesen. Bewundernd heben Roman Abt und Thomas Meyer das herausragende Gedächtnis ihres Aktuars hervor. Der Zunftpräsident dazu: «Bei Sitzungen schreibt Josef Baur etwa eine halbe Seite mit. Daraus verfasst er ein zehnseitiges Protokoll, welches aufs Wort stimmt.» Auch in Fragen von Abläufen sei der Zunftschreiber immer ein hilfreicher Ansprechpartner gewesen. «Als Präsident habe ich mich immer auf ihn verlassen können», unterstreicht Meyer die gute Zusammenarbeit.
In seinen 50 Jahren im Zunftrat habe Josef Baur zehn Präsidenten kommen und gehen sehen. Meyer erläutert: «In Zeiten, in denen wir kurzfristig keinen Präsidenten hatten, fungierte er auch selbst als Interimspräsident. Eine Weile war er zudem Vizepräsident.» Im Jahr 1981 übernahm Josef Baur erstmals als Zunftmeister das Zepter der Heuröpfel-Zunft. Der aktuelle Zunftpräsident führt aus: «Ein zweites Mal übernahm er es 1999, zum 35-Jahr-Jubiläum der Heuröpfel-Zunft.» Das Motto sei «Exp(l)o» gewesen. «Es war ein eiskalter Winter damals, selbst bei Sonnenschein waren es fünf Grad unter null. Am Jubiläumsumzug haben wir sehr gefroren», erinnert sich Roman Abt lachend. «In dem Jahr startete erstmals die inzwischen legendäre Heuröpfelparty. Es war ein besonderes Jahr.» «Nicht zu vergessen, dass der Sepp Ehrenzünftler ist», wirft Thomas Meyer ergänzend ein.
Die grosse Bühne überlässt er lieber anderen
Trotz seiner umfassenden Erfahrung und seines Wissens sei Josef Baur niemand, der gern im Rampenlicht stehe, teilen Abt und Meyer übereinstimmend mit. «Oft hat er es schon im Hintergrund geregelt, wenn es mal ein Problem gab», so der Zunftpräsident. Dann sage der Aktuar nur: «Ist schon erledigt.» Josef Baur sei immer mit Rat und Tat zur Stelle, so Meyer. Er fügt hinzu: «Der Sepp ist wirklich eine wertvolle Stütze für die Zunft.» Dabei überlasse er die grosse Bühne gern den Jüngeren.
Inzwischen gibt es einen Nachfolger für den Posten des Zunftschreibers. «Urs Fischer ist nun stellvertretender Zunftschreiber», berichtet der Präsident. Im Jubiläumsjahr 2024, als die Heuröpfel-Zunft ihr 60-jähriges Bestehen gross feierte, habe Josef Baur das Amt noch ausgeübt. «Nun, da alles bestens läuft, übergibt er seinen Posten gern in gute Hände», sagt Thomas Meyer abschliessend. --zg