Auf Kurs Richtung Houston
28.04.2026 MuriElla Robinson vor Robotik-Weltmeisterschaft
Ein Jahr nach dem Weltmeistertitel in Kapstadt zeigt das Badener Robotik-Team auch in Leipzig seine Klasse: drei Nominationen, ein Pokal für die Grundwerte und die Qualifikation für das grösste First-Festival der ...
Ella Robinson vor Robotik-Weltmeisterschaft
Ein Jahr nach dem Weltmeistertitel in Kapstadt zeigt das Badener Robotik-Team auch in Leipzig seine Klasse: drei Nominationen, ein Pokal für die Grundwerte und die Qualifikation für das grösste First-Festival der Welt.
Am DACH-Finale der First Lego League in Leipzig trafen die besten Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufeinander. Das Team mindfactory mit der Murianerin Ella Robinson gehörte nicht nur erneut zur Spitze, sondern war wiederum das erfolgreichste Schweizer Team.
Entwicklung für die Archäologie
Unter dem Saisonthema «Unearthed» ging es im Forschungsbereich darum, die Zukunft aus vergangenen Erkenntnissen besser zu verstehen. Mindfactory entwickelte dabei unter der Hauptverantwortung von Ella Robinson im Bereich Forschung ein Gerät, das einen monatelangen Entsalzungsprozess in Archäologie und Restaurierung vollständig automatisiert. Das Projekt stiess bereits bei Augusta Raurica und dem Landesmuseum Zürich auf grosses Interesse. Das Team wurde eingeladen, seine Lösung vorzustellen. Ihm wurden dafür archäologische Funde anvertraut, an denen eine bis heute von Hand ausgeführte Arbeit automatisiert wird.
Für Grundwerte ausgezeichnet
Wie schon in den Vorjahren musste das Team in mehreren Disziplinen überzeugen: mit einem selbst entwickelten Lego-Roboter auf dem Spielfeld, mit dem Forschungsprojekt, mit Robot Design – und mit jenen Grundwerten, die bei der First Lego League ebenso viel zählen wie die reine Technik: Teamgeist, Fairness und Zusammenarbeit. Genau dort setzte mindfactory in Leipzig ein starkes Zeichen. Dass das Team nach dem Schweizer-Meister-Titel in Moutier nun auch in Leipzig vorne mitmischte, war alles andere als Zufall. Das Team wurde gleich in drei von vier Bereichen nominiert: Forschung, Robot Design und Grundwerte. Den Pokal holte mindfactory schliesslich in der Kategorie Grundwerte – eine Auszeichnung, die nicht den schnellsten Roboter belohnt, sondern das, was grosse Teams von guten Teams unterscheidet: Zusammenhalt, Verlässlichkeit und die Fähigkeit, auch unter Druck konstruktiv zu bleiben. Besondere Spannung brachte die Live Challenge, jene Königsübung für starke Nerven, bei der die Teams verschiedene Aufgaben nicht vorbereiten können, sondern sie spontan lösen müssen – unter Zeitdruck, mit unbekannten Anforderungen und oft mit wenig Spielraum für Fehler. Mindfactory löste zwei von drei Aufgaben erfolgreich. Für besonderen Nervenkitzel sorgte, dass die zweite Aufgabe erst mit noch 30 Sekunden auf der Uhr gelang.
Konstanz überzeugt
Im Robot Game fehlte das letzte Quäntchen Glück. Ein streng und kontrovers bewerteter Fehler führte dazu, dass eine ganze Aufgabe nicht validiert wurde – in einem Wettbewerb, in dem oft nur wenige Punkte über den Finaleinzug entscheiden. Gerade deshalb erhält der Leipziger Auftritt zusätzliches Gewicht: mindfactory überzeugte nicht mit einer einzelnen Glanznummer, sondern über die Breite seiner Leistung – fachlich, strategisch und menschlich.
Wer das Team schon länger verfolgt, erkennt darin eine bemerkenswerte Konstanz. Seit Jahren gelingt es mindfactory, an nationalen und internationalen Wettbewerben an der Spitze mitzuhalten. Das nächste Kapitel beginnt schnell: Bereits vom 29. April bis 2. Mai reist mindfactory nach Houston zum offiziellen Weltfestival der Organisation First. Laut Veranstalter kommen dort mehr als 1000 Teams sowie rund 50 000 Teilnehmende aus aller Welt zusammen. Das Team bleibt hungrig, diszipliniert und lernfähig. Und mit Jugendlichen wie Ella Robinson, die im Bereich Forschung und Strategie zentrale Verantwortung übernehmen, wächst nicht nur technische Qualität heran, sondern auch jene Mischung aus Klarheit, Ausdauer und Teamintelligenz, die international den Unterschied macht.
--red

