Bewerben in 60 Sekunden
13.02.2026 MuriPflegimuri schliesst die Lücke für Bewerbungen mit zeitgemässen Angeboten
Neue Wege in der Rekrutierung gehen, die Hemmschwellen senken und Interessierte einladen, ungezwungen «Pflegi-Luft» zu schnuppern. Das sind die Ziele der jüngsten ...
Pflegimuri schliesst die Lücke für Bewerbungen mit zeitgemässen Angeboten
Neue Wege in der Rekrutierung gehen, die Hemmschwellen senken und Interessierte einladen, ungezwungen «Pflegi-Luft» zu schnuppern. Das sind die Ziele der jüngsten Initiative. Die Pflegi benötigt fachlich qualifiziertes Personal – von den Auszubildenden bis zu den Fachmitarbeitenden.
Verena Anna Wigger
Vor zwei Jahren stellte die Abteilung HR und Bildung zusammen mit der Leitung der Pflegi fest, dass sie als Arbeitgeberin kaum sichtbar sind. Damals haben sie das, was die Pflegi als Arbeitgeberin einzigartig macht, nach Lehrbuch aufgebaut. «Wir haben dies auf einer eigenen Karriere-Website dargestellt», erklärt die Leiterin HR Verena Rey. Denn hier sei die Ansprache etwas anders als jene für das Unternehmen. Die Stellensuchenden sollen sich künftig nach modernem Standard bequem informieren und ihre Bewerbung hochladen können. Ihre Analyse hat gezeigt, «bis zu einem Drittel aller Interessierten besucht die Seite mit dem Mobilgerät», erklärt Thomas Weber, Marketing- und Kommunikationsveranwort licher der Pflegi. Daraus haben sie die Erkenntnis gewonnen, dass diese zu diesem Zeitpunkt den Lebenslauf oft nicht dabeihätten. Was dazu führe, dass potenzielle Bewerbende weg fallen, weil sie nicht unmittelbar Kontakt aufnehmen können. Diese Chance packt die Pflegi nun.
Bewerben, ohne zuerst das Dossier zu senden
Der Mitarbeiterslogan: «besser. anders. arbeiten», welcher die Unternehmenskultur zusammenfasst, rückt die Selbstbestimmung und die Ebene Mensch ins Zentrum. Bei einem unkomplizierten Kaffeetrinken mit dem HR oder anderen Mitarbeitenden steht der Kontakt im Mittelpunkt, ohne vorher Bewerbungsunterlagen einzureichen. «Interessierte können sich einfach über ihr Mobiltelefon per WhatsApp melden oder in 60 Sekunden bewerben», sagt Rey. Hier gibt es auch einen KI-Chatbot, der auf Wunsch niederschwellige Auskunft über das Arbeiten in der Pflegi gibt. Dazu benötigt der Chatbot relevante Informationen, die für eine erste Kontaktaufnahme massgebend sind.
Rey ergänzt, dass einige vielleicht ein veraltetes Bild der Institution haben, und so besteht auch die Möglichkeit, sich ein Bild vor Ort zu machen und «Pflegi-Luft» zu schnuppern und mit den Menschen in Kontakt zu treten. Denn die Pflegi hat sich in den letzten Jahren zu einem modernen Kompetenzzentrum für Langzeitpflege und einem generationenübergreifenden Treffpunkt gewandelt. Dazu habe diese Art der Personalrekrutierung auch Leuchtturmcharakter – nicht nur in ihrer Branche. «Uns ist keine andere Langzeitpflegeinstitution bekannt, die bei diesem so wichtigen Thema ähnliche Wege geht», betont Rey und setzt dazu: «Wir setzen auf Niederschwelligkeit.»
Die Netzwerke des Hauses pflegen
Ein ebenfalls niederschwelliges Tool ist die Social-Recruting-Plattform «Two. Jobs». Auf welcher Mitarbeitende der Pflegi belohnt werden, wenn sie offene Stellen in ihrem Netzwerk teilen, zum Beispiel per WhatsApp oder Instagram. Diese Guthaben aus dem «Teilen» können als Gutschein in einem eigenen Onlineshop der Pflegi eingelöst werden.
Da hat es beispielsweise Gutscheine für das hauseigene Restaurant Benedikt, aber auch für externe Shops. «Wir möchten mehr Kontaktfläche bieten für Menschen, die aktiv auf Stellensuche oder offen für ein neues Kapitel in ihrem Leben sind», sagt Sydne Maurer, Fachfrau HR. Die ganze Art und Weise der Mitarbeitergewinnung werde so zeitgemäss. Auch die von der Pflegi entwickelte ganzheitliche Betreuungsphilosophie «Meine 24 Stunden» spielt dabei eine Rolle. Bei ihr wirken alle mit: von der Administration über die Küche bis zum Hauselektriker. Sie steht für maximalen Handlungsspielraum bei minimalen Vorgaben für alle. «Bei uns sind Mitarbeitende sichtbar, nehmen sich Zeit und begegnen allen Menschen, die in der Pflegi leben und arbeiten, respektvoll, wertschätzend und auf Augenhöhe», erklärt der Kommunikationsverantwortliche.
Im Alltag heisst das etwa, dass eine Bewohnerin auch mal mit einer Mitarbeiterin aus der Küche einen Kaffee trinkt. Daher soll auch mit jedem Mitarbeitenden ein Gespräch geführt werden. «Wir leben das, was wir kommunizieren. Man kann es schwer in Worte fassen, sondern muss es vor Ort erleben», bekräftigt Verena Rey.

