Damit niemand hungern muss
24.11.2023 Niederwil, Region UnterfreiamtDer Reusspark baut ab Januar gleich beide Küchen um und empfängt Gäste in einem Winterchalet
In diesen Tagen entsteht im Reusspark ein Winterchalet. Es ist nicht nur der ideale Ort für ein feines Fondue, sondern dient später als Ersatz, wenn die ...
Der Reusspark baut ab Januar gleich beide Küchen um und empfängt Gäste in einem Winterchalet
In diesen Tagen entsteht im Reusspark ein Winterchalet. Es ist nicht nur der ideale Ort für ein feines Fondue, sondern dient später als Ersatz, wenn die Küche im Restaurant Gnadenthal ersetzt wird. Gleichzeitig wird auch die Hauptküche saniert. Eine logistische Meisterleistung.
Chregi Hansen
«Wir sind zufällig auf diese geniale Idee gestossen», berichtet Andreas Grossmann, Leiter Hotellerie im Reusspark, während hinter ihm der Bautrupp des Strickhofs Endingen sein mobiles Chalet aufstellt. Nur einen Tag brauchen die Männer, bis das Gebäude steht. Dann kann das Team des Reussparks bereits mit dem Einrichten beginnen.
Vom 1. bis zum 22. Dezember steht das Chalet exklusiv Gruppen zur Verfügung. «Es ist der ideale Ort für ein Bankett oder einen Firmenanlass», ist Grossmann überzeugt. Serviert werden in urchiger Umgebung typische Schweizer Spezialitäten, allen voran natürlich Fondue. Aber auch Kalbsgeschnetzeltes oder Älpler-Maccheroni. Das Angebot stösst auf Interesse, «gerade die Wochenenden sind schon gut gebucht», freut sich Grossmann. Bis zu 80 Personen finden bei Banketten im Chalet Platz. «Der Strickhof baut extra für uns noch eine Veranda, sodass wir auch einen geschützten Aussenbereich haben», so der Leiter der Hotellerie.
Lange nach Alternativen gesucht
Das Chalet bildet aber nicht einfach eine attraktive Erweiterung des Angebots. Nach Weihnachten ist es der komplette Ersatz des Restaurants Gnadenthal. Denn in diesem stehen während mehrerer Wochen Arbeiten an. Saniert wird die Küche. Aus diesem Grund kam der Reusspark überhaupt auf die Idee des Chalets. «Wir können das ‹Gnadenthal› nicht einfach vier Monate schliessen. Also mussten wir nach Alternativen suchen. Wir haben viele Varianten geprüft. Von einem Pop-up-Restaurant über einen Foodtruck bis zur temporären Pacht eines bestehenden Lokals. Doch als wir das mobile Chalet entdeckt haben, war der Fall klar», schaut Grossmann zurück.
Reduziertes Angebot
Vom 26. Dezember bis 28. März wird es im Chalet 70 Sitzplätze geben, serviert wird ein reduziertes À-la-carte-Angebot. Auch verschiedene Mittagsmenüs sind in dieser Zeit erhältlich. Bis Karfreitag dient das Chalet als Ausweichort, nach Ostern werden die Gäste wieder im Restaurant bedient. «Wir sind ein beliebtes Ausflugsrestaurant, darum kann die Sanierung nur im Winter stattfinden», macht Grossmann deutlich. Aber auch Bewohner kommen gerne mal mit ihren Besuchern vorbei. Darum wird das Chalet auch rollstuhlgängig sein. «Es ist eindrücklich, wie schnell das Gebäude steht.»
Hauptküche zieht für fünf Monate in Container
Doch das ist längst nicht die einzige Herausforderung, der sich Grossmann und das Küchenteam stellen müssen. Denn zeitgleich wird auch die grosse Hauptküche saniert. Hier beginnen die Arbeiten ab 4. Januar. Damit die rund 1200 Mahlzeiten pro Tag auch in den kommenden Monaten zubereitet werden können, wird in grossen Containern ein Küchenprovisorium erstellt. Und im Gegensatz zum Restaurant kann hier nicht einfach das Angebot reduziert werden. «Wir müssen unseren Bewohnern und Bewohnerinnen ganz verschiedene Kostformen anbieten», macht Grossmann deutlich. Diese sollen vom Umbau möglichst nichts merken. Die Reusspark-Küche beliefert aber auch andere Organisationen, etwa den Mahlzeitendienst oder den Bünzpark. Auch dies ist dank dem Provisorium gesichert.
Eine ganze Grossküche in Container auszulagern und die Arbeit in den engen Verhältnissen, das ist das eine. Zusätzlich müssen die ganzen Produktionsketten angepasst werden. «Es ist ein sehr komplexes Projekt, das mich mehrere Monate in Anspruch genommen hat», schaut der Verantwortliche zurück. Zusammen mit den Küchenchefs und weiteren Beteiligten galt es, optimale Lösungen zu finden in dieser Zeit. Besonders auch der Umzug in den Container musste genau getaktet werden. «Wir können die Küche keinen einzigen Tag schliessen, das muss alles reibungslos funktionieren. Damit das gelingt, waren im Vorfeld viele Sitzungen nötig.» Präsident Kurt Notter spricht denn auch von einer «logistischen Meisterleistung».
Die Sanierung der beiden Küchen lässt sich der Reusspark etwas kosten. 4,8 Millionen Franken werden dafür investiert. «Ein Zeichen dafür, dass der Institution die Qualität am Herzen liegt», wie der Präsident weiter erklärt. Denn beide Küchen sind in die Jahre gekommen. Umgekehrt kann der Reusspark immer mehr Gäste bewirten.
Boomendes Hochzeitsgeschäft
Gerade auch das Hochzeitsgeschäft floriert, darum muss die Hauptküche spätestens Ende Mai wieder betriebsbereit sein. Schliesslich wurde der Reusspark kürzlich zu einem der schönsten Orte für Hochzeiten gekürt und mit einem Swiss Location Award ausgezeichnet. «Wer bei uns heiraten will, muss sich beeilen. Im Sommer sind schon viele Wochenenden ausgebucht. Wir erhalten sogar schon Anfragen für das übernächste Jahr», berichtet Grossmann stolz.
Doch warum saniert der Reusspark seine beiden Küchen gleichzeitig? Ursprünglich habe man sich überlegt, aus den zwei getrennten Küchen eine zu machen. Aber diese Idee sei aus verschiedenen Gründen wieder verworfen worden. So wurden beide Projekte getrennt weiterverfolgt. «Und wir sind an beiden Orten am Limit, in beiden Küchen besteht Handlungsbedarf», so Grossmann weiter. Gerade in den Zeiten des Fachkräftemangels sei es wichtig, über eine gute Infrastruktur zu verfügen, um genügend und gutes Personal zu finden. Aus dem gleichen Grund habe man nach guten Alternativen während der Bauzeit gesucht. «Wir wollen unser Personal behalten und auch in dieser Zeit beschäftigen», sagt der Leiter Hotellerie.
Dank dem Chalet, welches hinter ihm in Windeseile entsteht, ist dies möglich. Und der Holzbau hat es ihm angetan. «Wer weiss, vielleicht bauen wir die Hütte im nächsten Winter wieder auf. Dann nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zum Restaurant», schaut Andreas Grossmann bereits voraus. Denn Chalet, Fondue und Winterzeit, das passt einfach. Auch im Reusspark. Jetzt fehlt nur noch der Schnee.