Das Feuer brennt
10.02.2023 Sport, EishockeyEishockey, 3. Liga, Play-offs: Fi-Gö vor dem Spiel des Jahres gegen Burgdorf (So, 20 Uhr, Wohlen)
Patrick Yoka-Bula ist ein begnadeter Eishockeyspieler und ein lustiger Vogel. Für den Wohler, der für Fischbach-Göslikon spielt, steht nun das Highlight ...
Eishockey, 3. Liga, Play-offs: Fi-Gö vor dem Spiel des Jahres gegen Burgdorf (So, 20 Uhr, Wohlen)
Patrick Yoka-Bula ist ein begnadeter Eishockeyspieler und ein lustiger Vogel. Für den Wohler, der für Fischbach-Göslikon spielt, steht nun das Highlight der Saison an. «Es kribbelt, das ist richtig geil», meint der 36-Jährige.
Stefan Sprenger
Das Feuer war weg. Patrick Yoka-Bula hat die Schnauze voll vom Eishockey. Er geht Tennis spielen. Als er sich dann bei einem Tennisturnier anmeldet und gegen die Cracks untergeht, wird die Sehnsucht nach dem Eis wieder grösser. «Es ist eben die Sportart, die ich am besten kann.»
Es juckt wieder beim Halb-Kongolesen und Halb-Schweizer, der beim HC Wohlen Freiamt seine Karriere lancierte. Danach ging er zum Nachwuchs der Kloten Flyers (U13 bis U21) und spielte danach bei Olten, Aarau, Burgdorf und Reinach. Bula war und ist ein gestandener 1.-Liga-Spieler. Als er auf die 30 Jahre zusteuerte, nahm er es gemächlicher, ging für Reinach und Fischbach-Göslikon in der 3. Liga auf Torejagd. Und dann «haute es mir den Nuggi raus», wie er lachend erzählt.
Als Aussenseiter in die Play-offs gegangen
Bis es im letzten Jahr wieder zuckt. Das Feuer flammt wieder auf. Und es war klar, dass er zu Fischbach-Göslikon geht. Denn dort kennt er die meisten Spieler, dort sind seine Freunde, dort ist der Spass. Der 36-jährige Zimmermann sagt: «Als ich vor über 5Jahren bei Fi-Gö ging, sagte ich, dass ich wiederkomme.»
Nun ist er wieder da. Und er ist Bestandteil einer ganz besonderen Mannschaft. Einer erfolgreichen Mannschaft, die gespickt ist mit ganz vielen starken Hockeyspielern. Im ersten Saisonspiel gab es gegen die Argovia Stars eins auf den Deckel. «Der Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit», betitelt Bula diese Niederlage. Danach zeigt Fischbach-Göslikon eine geschichtsträchtige Saison, schliesst die Qualifikation auf dem 1. Rang ab. Zum ersten Mal nimmt das Team an den Play-offs teil.
Der Gegner in der «Best of three»-Serie heisst Burgdorf. «Die haben uns im Cup mit 3:7 vom Eis geschossen. Burgdorf hat enorm starke Einzelspieler, die Erfahrung in höheren Ligen haben.» So ging Fi-Gö als Aussenseiter in diese Play-offs. Im ersten Spiel – zu Hause im Schüwo-Park – zeigen die Freiämter dann eine sackstarke Leistung und gewinnen 6:5. «Es war das beste Spiel der ganzen Saison. Jeder wusste, wie stark der Gegner ist. Doch wir wollten den Sieg unbedingt. Zusammen mit unseren tollen Fans haben wir dann diesen Exploit geschafft.» Das Feuer brennt wieder – so stark wie nie zuvor.
«Mann, wie habe ich das vermisst»
Bula, der Wohler, der heute in Dintikon wohnt, will mehr. Man will diese erste Play-off-Serie gewinnen. Doch im zweiten Spiel ist Burgdorf zu stark. «Wir spielten bis auf das erste Drittel nicht schlecht, aber es reichte nicht. Burgdorf wollte den Erfolg mehr und war eiskalt», erklärt er die 2:5-Pleite am letzten Dienstagabend. Jetzt kommt es am Sonntag zum Entscheidungsspiel in diesen Play-offs. Fischbach-Göslikon empfängt Burgdorf auf der Eisbahn in Wohlen. «Mann, wie habe ich das vermisst», sagt Bula, der nicht mehr an das Tennis denkt. «Wir alle freuen uns so richtig heftig auf dieses Spiel. Es ist ein Matchpuck für beide Teams. Wer gewinnt, entscheidet die Serie für sich. Wir können das schaffen. Wir müssen daran glauben. Wir wollen unser Märchen weiterziehen. Mann, Mann, was gibt es Schöneres als solche Spiele», sagt Bula. «Das wird ein richtig geiles Spiel.»
Entscheidet Fi-Gö die Partie für sich, folgt ein weiteres Play-off-Duell. Aufsteigen wird das Team aber sowieso nicht. «Viele Spieler wollen den Aufwand der 2. Liga nicht auf sich nehmen. Auch finanziell wäre es eine grosse Herausforderung für einen Dorfverein wie Fi-Gö. Das gilt es zu akzeptieren. Das heisst aber nicht, dass wir nicht Vollgas geben.» Das Kribbeln ist wieder da. Bula ist jetzt schon nervös. Das Feuer brennt, es lodert. Oder wie Bula es ausdrückt: «Das ist eben geil.»
Nicht an Leistung anknüpfen können
Eishockey, 3. Liga: EHC Burgdorf II – HC Fischbach-Göslikon 5:2
Um am Erfolg aus dem ersten Playoff-Spiel anknüpfen zu können, organisierte der HC Fischbach-Göslikon einen Car, wodurch einige Fans am Dienstag nach Burgdorf ans Rückspiel reisen konnten. Hätte das Team eine ähnliche Leistung wie im ersten Spiel zeigen können, wäre der zweite Sieg greifbar gewesen.
Doch im ersten Drittel war der Auftritt der Freiämter deutlich schwächer. Burgdorf hingegen war bereit und spielte aggressiv. Nach zwei Minuten ging das Heimteam mit 1:0 in Führung. Vier Minuten später konnte Christoph Frei das Spiel wieder ausgleichen. Danach brachen die Gäste ein, wodurch Burgdorf bis zur Pause die Führung auf 3:1 ausbauen konnte.
Spielertrainer Michel Simmen forderte in der Pausenansprache eine entsprechende Steigerung. Patrick Yoka-Bula verkürzte in der 33. Minute auf 3:2. Weitere Tore sollten für Fi-Gö nicht mehr fallen. Auch im letzten Drittel hatten die Freiämter die fitteren Beine und kontrollierten das Spiel. Jedoch war es das Heimteam, das in Überzahl die Führung auf 4:2 ausbauen konnte und schliesslich mit 5:2 gewonnen hat. Damit kommt es auf der Wohler Eisbahn zum entscheidenden Spiel zwischen den Bernern und den Freiämtern. Der Sieger zieht in den Halbfinal ein. --vdf

