Das Warten geht weiter
03.02.2026 Kelleramt, Rottenschwil, VerkehrEin Beschwerdeverfahren verzögert den Bau des geplanten Doppelkreisels in Rottenschwil
Bald sind seit der öffentlichen Auflage für einen Doppelkreisel an der Mohrentalstrasse in Rottenschwil vier Jahre vergangen. Eine Realisierung ist aber nach wie vor ...
Ein Beschwerdeverfahren verzögert den Bau des geplanten Doppelkreisels in Rottenschwil
Bald sind seit der öffentlichen Auflage für einen Doppelkreisel an der Mohrentalstrasse in Rottenschwil vier Jahre vergangen. Eine Realisierung ist aber nach wie vor nicht in Sichtweite. Prognosen wagt das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau keine mehr.
Annemarie Keusch
Frühestens im Herbst 2025 sollte es losgehen mit dem Bau der beiden Kreisel in Rottenschwil. Mittlerweile ist klar: Es ging nicht los. Und ein Nachfragen beim Kanton macht deutlich, dass es auch nicht in naher Zukunft losgehen wird. «Das weitere Vorgehen ist vom Beschwerdeverfahren abhängig», sagt Simone Britschgi, stellvertretende Leiterin Kommunikation beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Prognosen wagt niemand mehr.
Denn seit der Vorstellung des Projekts sind bald fünf Jahre vergangen und seit der Auflage deren vier. Neun Millionen Franken kostet das Projekt. Das Hauptziel dabei ist, die Sicherheit zu erhöhen. «Eine verkehrstechnische Beurteilung der möglichen Variante zeigte, dass eine Doppelkreisel-Lösung die Bestvariante ist», blickt Simone Britschgi zurück. Es sei die Variante, die das grösste Potenzial zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden mit sich bringe.
Für den motorisierten Verkehr, aber auch für den Langsamverkehr. In Abstimmung mit der Gemeinde habe sich der Kanton damals für die Lösung Doppelkreisel entschieden. Die Notwendigkeit des Projekts betont auch Rottenschwils Gemeindeammann Daniel Moor. «Gerade zu Stosszeiten ist das Abbiegen von und auf die Mohrentalstrasse mit längeren Wartezeiten verbunden», nennt er ein weiteres wichtiges Argument. Und auch Moor weist auf die Sicherheit hin: «Bei der Abzweigung von der Mohrentalstrasse nach Rottenschwil sowie auch bei der Abzweigung nach Werd werden immer wieder Unfälle festgestellt. Zum Glück meist ohne Personenschaden.»
Beschwerdeverfahren gegen Regierungsratsentscheid läuft
Das Bedürfnis also ist da. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt macht zudem geltend, dass es ihm ein Anliegen sei, die heutige Situation angehen zu können – «insbesondere unter dem Aspekt der Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Verbesserung des Komforts für die Strassenbenützenden». Dass die Realisierung dieser Pläne noch nicht angefangen hat, ist Einwendungen geschuldet. Sechs gingen im Frühling 2022 während der öffentlichen Auflage ein. Nach Verhandlungen wurden zwei Einwendungen zurückgezogen. Die verbleibenden vier Einwendungen wurden laut Simone Britschgi behandelt und durch den Regierungsrat gutgeheissen. Losgehen konnte es aber immer noch nicht. «Derzeit läuft ein Beschwerdeverfahren gegen den Entscheid des Regierungsrates», sagt Britschgi. Wogegen sich dieses Verfahren konkret richte, dazu kann sie keine Auskunft geben. «Es ist ein Rechtsverfahren.»
Immer auf dem Laufenden ist dabei natürlich auch die Gemeinde Rottenschwil. «Die Kommunikation mit dem Kanton läuft gut», sagt Ammann Daniel Moor. Der Gemeinderat nehme die Verzögerungen zur Kenntnis. «Wir haben Verständnis dafür, da die politischen Prozesse solche Bauprojekte verzögern», sagt Moor. Zudem sei es wichtig, die Baustellen in der Region zeitlich abzustimmen, wenn dann grünes Licht für das Projekt da sei. «Damit kein Verkehrschaos entsteht.»
Strasse wird auch saniert und verbreitert
Wann das sein wird, ist noch unklar. Nach Abschluss des Beschwerdeverfahrens und Eintritt der Rechtskraft könne der Landerwerb stattfinden. «Im Anschluss erfolgt die Ausschreibung der Bauarbeiten.» Noch ein langer Weg also, bis die Bauarbeiten für die Doppelkreisel in Rottenschwil dann endlich losgehen.
Geplant sind zwei Kreisel – jener auf der Höhe Rottenschwil mit 36 Metern Durchmesser, jener auf der Höhe Besenbüren mit 32 Metern Durchmesser. Das Strassenstück dazwischen soll laut ursprünglicher Planung saniert, verbreitert und mit Rad- und Gehweg realisiert werden. Teil des Projekts ist auch der Ausbau der Bushaltestellen nach behindertengerechtem Standard.


