Den eigenen Weg finden
23.01.2026 MuriFür eine fröhliche Zeit
Adelburg hat zwei Schultheissen
Willi Staubli und Kurt Küng sind seit Jahrzehnten Stadträte der Fasnachtsstadt Adelburg in Muri. Seit dieser Fasnacht führen sie als Co-Schultheissen die Stadt. Sie ...
Für eine fröhliche Zeit
Adelburg hat zwei Schultheissen
Willi Staubli und Kurt Küng sind seit Jahrzehnten Stadträte der Fasnachtsstadt Adelburg in Muri. Seit dieser Fasnacht führen sie als Co-Schultheissen die Stadt. Sie erzählen, wie sie sich die Arbeit teilen, worin die Chance liegt und wie trotz «Stadtratsmüdigkeit» in Adelburg auch diese fünfte Jahreszeit farbig-fröhlich und überraschend wird. Und wie sie den Weg in ihr neues Amt gefunden haben. --vaw
Das neue Schultheissenduo in Muri-Adelburg: Kurt Küng und Willi Staubli sind gut gestartet
In diesem Jahr bereichern die Schultheissen und ihr Stadtrat mit dem Motto «Freizeitparadies» die Fasnacht in Muri. Die beiden erklären, warum Adelburg trotz oder gerade wegen der «Stadtratsmüdigkeit» neue Wege geht.
Verena Anna Wigger
Sie geben offen zu, dass sie «stadtratsmüde» sind. Neue Ideen für die Stadt auszudenken oder zu planen, fällt ihnen beiden schwerer. Trotzdem ist sich das Co-Schultheissen-Duo Willi Staubli und Kurt Küng einig, dass einiges passieren darf. Staubli, der bereits 26 Jahre lang sein Amt ausübt, und Küng, der schon 10 Jahre dabei ist, nutzen genau diese Ausgangslage als Chance. Sie waren sich einst auch einig: «Jemand muss das Amt übernehmen. Es muss weitergehen.» Und das zur Freude der Burgerinnen und Burger und aller Fasnächtler. Und es darf auch Neues passieren und eingeführt werden. Denn ihnen liegt die Stadt am Herzen. Bereits Staublis Vater war im Stadtrat und stand diesem ein paar Jahre vor. Was ihn noch enger mit Adelburg verbindet, wie er sagt. Kurt Küng, der die Fasnacht ebenfalls geniesst, übernimmt als Schultheiss das Administrative und die Sitzungen. «Man kennt Willi im Dorf besser», sagt Küng, daher sei er für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Und so wollen sie die fünfte Jahreszeit zu dem machen, was ihnen auch gefällt. Eine Zeit, in der die Burgerinnen und Burger glücklich sind und es zusammen lustig haben.
Sie nutzen auch die Gelegenheit und Gunst und geben ihren jungen Stadträten die Chance, sich einzubringen. So haben sie als Stadtrat ihren Weg gefunden. Staubli sagt: «Wir haben ihnen das Projekt Stadtpark übertragen und freie Hand gelassen.» Was bedeutet, dass sie helfend zur Seite standen. Wie der Stadtpark dekoriert wurde, das haben die neuen Stadträte bestimmt.
Über die Bücher gehen
Das gilt auch für die restlichen Anlässe der Stadt Adelburg. Zusammen sind sie über die Bücher gegangen. «Was schaffen wir in der Besetzung und was brauchen wir?», sagt Staubli. Beim Waldfest sei es so, dass sich Aufwand und Ertrag gerade noch die Waage halten. Doch für sie hiess das vorerst: «Stopp und das Ganze überdenken.» Auch über das Seifenkistenrennen, welches im Freizeitparadies schmerzlich vermisst wird, musste entschieden werden. Staubli: «Es wurden schon andere Anlässe ausgesetzt», und niemand sage, dass das Rennen nicht mal wieder stattfinden könne. «Wir hätten es uns anders gewünscht», ist den beiden klar. Heute ist ihr Ziel, dass sie mit ihrer Fasnacht möglichst vielen Menschen Freude machen.
Denn die Stadt Adelburg sei ein wahres Freizeitparadies. Denke man nur an die Badi, welche sie in den nächsten Jahren sanieren werden, oder die Vier-Jahreszeiten-Tennisanlage oder die Pumptrack-Anlage, um nur einige der Highlights zu nennen. Nicht unerwähnt sollen dabei auch die Walkingstrecken, der Vita-Parcours und die Sporthallen bleiben. Pure Erholung und sicherlich kein Fake, versichern die beiden «Freizeitparadies-Donatoren». Da sei immer etwas los.
Anlässe, auf die man sich freuen darf
Angefangen hat es bei ihnen bereits mit dem «Chappeball» im «Rössli». Hier sei eine sehr schöne Stimmung gewesen und neue Gäste seien ebenfalls dabei gewesen, was sie sehr freut. Mit den Auftritten der beiden Guggenmusiken aus dem Dorf und den vielen ausgelassenen Gästen sei dies ein Auftakt nach Mass gewesen. Ein weiterer Traditionsanlass ist die Fasnacht beim Coop. Sie ist gar nicht mehr wegzudenken. So wird der Adelburger Stadtrat diesen beliebten Fasnachtsanlass weiterführen. Dort werden am Abend des Schmutzigen Donnerstags die Schnitzelbänkler erwartet. Etwas neu strukturiert wurde auch der Kifa-Ball in der Rösslimatt-Turnhalle. Auch hier haben sich die neuen Stadträte eingebracht. Der Anlass, welcher am Samstag für den Nachwuchs durchgeführt wird, ist sehr beliebt. Auf was sich die Kleinen freuen dürfen, das sei noch geheim. Doch es lohne sich auch in diesem Jahr, wieder dabei zu sein. «Wir wollen diese Anlässe gut über die Runden bringen», so der Plan des Stadtrats.
Neue Ideen für den Sommer und Herbst und die Fasnacht gibt es bereits, das können die beiden Schultheissen schon preisgeben. Sie sind in der Vorbereitung. Doch zuerst wollen sie als Stadtrat diese aufbereiten. Dann werde kommuniziert. «Vielleicht tut es einfach mal gut, zu unseren aktuellen Anlässen zu schauen», so die Schultheissen.
Die Motivation der jungen Stadträte nutzen
Hoffnung setzten die beiden Schultheissen auf junge fasnachtsbegeisterte Leute, die sich aktuell in der Fasnachtsgesellschaft einbringen. Obwohl sie wissen, dass es im Moment nicht der grosse Trend ist, sich zu engagieren. Sie hoffen dabei, dass mit ihrer jungen Kollegin und den neuen Kollegen neue Murianer die Motivation finden, sich in der Stadt einzubringen. «Wer sich dafür interessiert, soll uns einfach ansprechen», so ihre Einladung.
Traditionen beibehalten, Neues ausprobieren
Dass es weitergeht, das wollen sie auf alle Fälle unterstützen. Sie werden als Stadtrat auch neue Ideen anschauen. Weiter hoffen sie, dass die jüngere Generation sich die Freiheit nimmt und andere Ideen ausprobiert oder einbringt. Was dies sein werde, lassen sie im Moment offen.


