Der bunte Hund, den alle mögen
02.04.2026 Sport, FussballFussball: Der Murianer Daniel Weiss spricht in den Wohler Niedermatten über sein Engagement beim FC Bremgarten
Daniel Weiss spielte immer für den FC Muri, bis er eines Tages zum FC Bremgarten transferiert wurde. «Doch davon wusste ich gar nichts», ...
Fussball: Der Murianer Daniel Weiss spricht in den Wohler Niedermatten über sein Engagement beim FC Bremgarten
Daniel Weiss spielte immer für den FC Muri, bis er eines Tages zum FC Bremgarten transferiert wurde. «Doch davon wusste ich gar nichts», erzählt er lachend. Heute weiss er ganz bestimmt von seinem neuen Amt beim FC Bremgarten, das er vor wenigen Wochen übernahm. Weiss will als Co-Trainer beim Ziel Ligaerhalt helfen.
Stefan Sprenger
Treffpunkt Wohlen Niedermatten. Hier hat der einstige Flügelsprinter des FC Muri nie gespielt. Aber er kennt dennoch ganz viele Menschen. «Lueg au do. Schön dich zu sehen» ist ein Satz, der an diesem verregneten Märzabend sehr oft fällt. Daniel Weiss ist bekannt wie ein bunter Hund.
Schwatz mit Gemeindeammann, Wiedersehen mit Sforza
Er nimmt ein Bierchen mit FCW-Ikone Urs «UB» Bächer, hält einen Schwatz mit dem Wohler Gemeindeammann Roland Vogt (einst auch Fussballer) – oder erlebt ein aufgestelltes Wiedersehen mit Fussballpromi Ciriaco Sforza. Er kennt sie alle. Und sie kennen ihn: den sympathischen Daniel Weiss. Ein ganzes Fussballerleben lang hielt er dem FC Muri die Treue. Er startete einst bei den E-Junioren und erlebte während 14 Saisons im «Eis» so einiges im Stadion Brühl. Anfang der 90er-Jahre blühte er unter Trainer Salvatore Andracchio auf. «Er setzte auf junge Spieler und ich konnte viel von ihm lernen», so Weiss, der auf der Aussenbahn für Begeisterungsstürme bei den Fans sorgte. Zumindest offensiv. Sein Abwehrverhalten? «Mangelhaft», wie er lachend sagt. Aus dem Garagentorfussballer wurde aber in jener Zeit ein richtig starker Kicker. Und er lernt quasi auf jener Aussenbahn auch seine Frau Margrit kennen, die ihm damals jeweils an den Spielen zugesehen hat.
Der Bruder macht den Transfer, die Mutter kommuniziert
Weiss erlebt beim FC Muri die Glanzzeiten in der 1. Liga und den Fall in die 2. Liga. Er sieht Spieler kommen und gehen. Es sind Typen wie Rainer Stutz, Marco Haller, Rico Benito, Enrico Bizzotto, Simo Mouidi, Adrian Fiabane «und der Verrückteste von allen», wie Weiss sagt. Trainer Roger Wehrli. «Im Training und im Spiel herrschte mit ihm ein harscher Umgang wie auf einer Baustelle», erzählt er. Der Tiefbaupolier Daniel Weiss hatte mit den verbalen Ausschweifungen kein Problem.
Weiss erlebte Aufstiege, Abstiege, Siege und Pleiten. «Ein Bier gabs nach den Spielen aber immer.» Jener Satz ist wichtig, denn Dani Weiss ist nicht nur bekannt als Fussballer, sondern vor allen Dingen als Mensch. Er liebt Gesellschaft, er hört gerne zu und hat selbst auch immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Ein Kerl, den man einfach gerne haben muss.
Und er erzählt auch gerne alte und richtig gute Geschichten. Wie jene Story, die sich Mitte der 90er-Jahre ereignete. Weiss nahm sich eine Auszeit vom Fussball und ging auf Reisen. «Ich war monatelang in Australien. Als ich zurückkam, hatte ich ein paar Kilo mehr auf den Rippen und war natürlich in Bombenform.» Als er nach seiner Heimkehr erstmals wieder zu seiner Mutter geht, meinte die: «Du spielst jetzt übrigens für Bremgarten.»
Auch weil er seinem Sohn Kim Weiss nahe ist
Daniel Weiss’ Bruder Jörg (später auch Präsident des FC Muri) transferierte ihn zu Bremgarten, damit Daniel Weiss gleich wieder in Form kommt, denn beim FC Muri hätte es ihm nicht gereicht. Der Trainer auf der Bärenmatt hiess damals Hampi Schläpfer. «Der hat alles für den Verein gemacht», so Weiss, der beim FC Bremgarten eine tolle Zeit erlebt und mit dem Team nur knapp am Aufstieg in die 2. Liga vorbeischrammt. Nach dem letzten Saisonspiel ist er sofort wieder zum FC Muri gewechselt, «weil ich eben Da hingehöre.» Doch Daniel Weiss ist seit wenigen Wochen wieder auf der Bärenmatt. Dieses Mal weiss er ganz bestimmt von seinem Engagement. «Es hat sich ergeben», meint er. Sein Sohn Kim Weiss, 25 Jahre jung und natürlich beim FC Muri ausgebildet, wechselte diesen Winter nach Bremgarten. Und noch weitere Akteure des FC Muri wechselten auf die Bärenmatt: Raffael Ferreira, Tom Singenberger, Yves Furrer (Daniel Weiss ist übrigens sein Götti) und Mathis Stutz. Es sind alles Kumpels, die bei Muri nicht mehr ganz glücklich waren und deshalb eine neue Herausforderung suchten. Zudem kennt Daniel Weiss Bremgarten-Trainer Salvatore Romano aus gemeinsamen Zeiten beim FC Muri. «Ich wollte wieder etwas machen», erklärt er. «Wieder im Fussball tätig zu sein und dazu noch in der Nähe meines Sohnes, das macht mir grosse Freude. Und Trainer Salvatore Romano ist ein super Typ», sagt er.
«Das wäre ein schlimmes Szenario»
Nun gibt es einiges zu tun. Der FC Bremgarten steht mit 12 Punkten (aus 15 Spielen) in akuter Abstiegsgefahr in der 3. Liga. Weiss, der nach seinem Karriereende Anfang der 2000er-Jahre als Co-Trainer der 1. und 2. Mannschaft amtete und auch Juniorencoach war, meint: «Die Trainingspräsenz und die Motivation sind richtig gut. Ich war überrascht. Wir haben noch viele Punkte aufzuholen. Es wird sicherlich hart, aber wir können es schaffen. Wir müssen. Es ist klar, dass der FC Bremgarten einfach nicht absteigen darf. Die 4. Liga wäre ein schlimmes Szenario.» In den ersten beiden Spielen der Rückrunde scheint es ordentlich zu klappen. Nach dem Sieg gegen Bünz-Maiengrün (2:0) gab es ein 1:1 beim Tabellenzweiten Würenlingen. «Wir sind auf Kurs», meint Weiss. Erreicht sei aber noch nichts.
Mit Absicht nach Wohlen in den Ausgang
Der einstige Star auf der Aussenbahn will beim FC Bremgarten anpacken und gute Zeiten erleben. Und das während und nach den Spielen. Dazu erzählt er eine passende Anekdote aus den 90er-Jahren: «Wir spielten gegen den FC Wohlen. Fast 2000 Zuschauer waren da. Emotionen pur.» Der FC Muri hat den FC Wohlen geschlagen. «Das war ein richtig geiles Spiel. Und wir sind danach gerne und absichtlich nach Wohlen in den Ausgang.»


