Der Titelverteidiger will den Kranz

Fr, 03. Sep. 2021

Schwingen: 113. Nordwestschweizer Schwingfest in Zunzgen am Samstag

2019 in Wittnau holt sich der Sarmenstorfer Andreas Döbeli gemeinsam mit Lokalmatador David Schmid den Co-Sieg am Nordwestschweizer Schwingfest. Morgen Samstag geht der Eidgenosse als Titelverteidiger ins Rennen. Was traut er sich selbst zu?

Josip Lasic

«Dass ich Titelverteidiger bin, ist nicht wichtig für mich», sagt Andreas Döbeli. «2019 ist schon zwei Jahre her. Daraus kann man nichts ableiten. Ausserdem sind die Gäste meines Erachtens stärker als vor zwei Jahren.»

Obwohl er die Erwartungen dämpft, ist der Sarmenstorfer ambitioniert. «Ein Kranz ist ganz sicher das Ziel. Und es ist nicht so, dass ich mir den Schlussgang nicht zutraue. Aber so etwas kann man halt nicht planen. Das hängt viel mit Tagesform, Einteilungs- und Wettkampfglück zusammen.»

Strebel startet gegen Wenger

Wo man Döbeli recht geben muss: Die Gastschwinger sind tatsächlich sehr stark. Die Spitzenpaarungen sind schon bekannt. Joel Strebel, der andere Eidgenosse neben Döbeli aus den Reihen des Schwingklubs Freiamt, trifft im ersten Gang auf Kilian Wenger. 2010, am «Eidgenössischen» in Frauenfeld, sicherte sich Wenger den Titel des Schwingerkönigs. Ein harter Brocken für Strebel zum Auftakt.

Und Döbeli, er startet gegen den Luzerner René Suppiger. Sein Gegner ist ebenfalls Eidgenosse. «Soweit ich mich erinnere, habe ich nie gegen ihn geschwungen. Auch im Training nicht», sagt der Sarmenstorfer. Bereitet sich der 23-Jährige gross auf seinen Gegner vor? «Ich schaue mir schon an, wie er schwingt, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Aber das ist keine riesige Analyse. Ich meine, das ist nur der erste Gang. Danach warten noch ein paar. Und früher, als wir noch zu den Anfängern gehörten, trafen wir oft auf Schwinger, die wir nicht kennen. Damals ging es ja auch irgendwie», sagt Andreas Döbeli lächelnd.

Trotz namhafter Gegner sind Döbeli und Strebel die grössten Freiämter Hoffnungen auf Kränze. Es starten zwar rund zehn Mitglieder des Schwingklubs Freiamt, doch die bekannteren Namen fehlen. Yanick Klausner ist zurückgetreten, Reto Leuthard wird angeschlagen ausfallen, Lukas Schwenkfelder und Lukas Döbeli – der jüngere der beiden Brüder – gehören zu den Langzeitverletzten.

Immerhin: Mit Philipp und Pascal Joho startet ein anderes Sarmenstorfer Bruderduo im Doppelpack. «Ich bin gespannt, wie sie sich schlagen. Gerade Pascal, für den es das erste Schwingfest bei den Aktiven wird, da bin ich schon neugierig, wie er sich macht», sagt Andreas Döbeli.

Zwei Kränze als Ziel

Aus Freiämter Sicht wäre das Ziel also in erster Linie, dass die beiden Eidgenossen einen Kranz holen. «Joel ist aus meiner Sicht sogar Schlussgangkandidat», sagt Döbeli. Traut er seinem Kollegen mehr zu, als sich selbst? «Ja, er ist der Favorisiertere von uns beiden. Nicht falsch verstehen, ich habe ja gesagt, dass ich mir den Schlussgang auch zutraue. Aber anhand der Ergebnisse der bisherigen Saison hat Joel die grössere Favoritenrolle.»

Vielleicht gelingt Joel Strebel das, was Andreas Döbeli vor zwei Jahren erreicht hat – der Sieg am Nordwestschweizer Schwingfest. Vielleicht gelingt aber Döbeli dennoch die Titelverteidigung – auch wenn es ihm nicht viel bedeutet, als solcher zu starten.

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