Deutsche Sprache fördern
13.01.2026 Kanton, Region Bremgarten, Region Wohlen, Region Unterfreiamt, Region OberfreiamtKanton erarbeitet Strategiepaket Sprachen für die Volksschule
Der Regierungsrat hat das Departement Bildung, Kultur und Sport beauftragt, ein Strategiepaket zum Thema Sprachen an der Volksschule zu erarbeiten. Ziel ist es, die sprachlichen Kompetenzen nachhaltig zu ...
Kanton erarbeitet Strategiepaket Sprachen für die Volksschule
Der Regierungsrat hat das Departement Bildung, Kultur und Sport beauftragt, ein Strategiepaket zum Thema Sprachen an der Volksschule zu erarbeiten. Ziel ist es, die sprachlichen Kompetenzen nachhaltig zu stärken, die Qualität und Wirksamkeit des Unterrichts weiterzuentwickeln und die Anschlussfähigkeit für weiterführende Bildungsangebote zu gewährleisten.
Verschiedene Vorstösse des Grossen Rats beschäftigen sich mit Fragen der Sprachförderung und der Fremdsprachenthematik an der Volksschule. Dies ist Ausdruck davon, dass die Volksschulen im Aargau in den vergangenen Jahren zunehmend heterogener geworden sind. Der Anteil fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler ist von 2014 bis 2024 von 31 auf 39 Prozent angestiegen. In den Primarschulen lag der durchschnittliche Anteil 2024 bei 40 Prozent, in der Realschule bei 56 Prozent und in der Bezirksschule bei 22 Prozent. Zwischen den Schulen zeigen sich Unterschiede: Der Anteil fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler reicht von 0 Prozent bis nahezu 90 Prozent.
Die Zunahme – unter anderem der sprachlichen, sozialen und leistungsbezogenen Heterogenität – führt zu höheren Anforderungen an den Unterricht generell, an die besondere Förderung und an die Integrationsleistung. Der Regierungsrat teilt die Einschätzung des Grossen Rats, dass Schulen gezielt und wirksam in den Bereichen Sprache, Schulerfolg und soziale Integration unterstützt werden sollen. Für eine erfolgreiche schulische Laufbahn und eine darauffolgende Integration in den Arbeitsmarkt ist eine chancengerechte und qualitativ hochwertige Volksschule essenziell. Gut entwickelte Kompetenzen in Deutsch gelten als unabdingbare Voraussetzung für den Schulerfolg.
Grundkompetenzen nicht erreicht
Aktuelle Leistungstests belegen jedoch: Viele Schüler verfügen in Deutsch nicht über die angestrebten Grundkompetenzen. An der Realschule waren die Leistungen deutlich tiefer als in der Sekundar- und der Bezirksschule. Zudem zeigen Auswertungen, dass die Leistungen in Klassen mit einem sehr hohen Anteil an fremdsprachigen Lernenden tendenziell niedriger sind. 2024 wiesen in der Realschule 60 Prozent der Klassen einen Fremdsprachigenanteil von 50 Prozent oder mehr auf. Aber auch Kinder deutscher Muttersprache zeigten teilweise deutliche Defizite bei ihren Sprachkompetenzen.
Dies kann unter anderem auf mangelnde verbale Interaktion zwischen Kindern und Erwachsenen oder auch auf zu frühen oder exzessiven Medienkonsum zurückzuführen sein.
Um diesen unbefriedigenden Ergebnissen entgegenzuwirken, beauftragt der Regierungsrat das Departement Bildung, Kultur und Sport mit der Erarbeitung eines Strategiepakets zum Thema Sprachen für die Volksschule. Das Strategiepaket umfasst: Integrationsstrategie: Deutschförderung und schulische Integration fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler; Deutschkompetenzstrategie: Stärkung der Deutschkompetenzen; Fremdsprachenstrategie: Fremdsprachen (Englisch, Französisch).
Ziel dieser Strategien ist es, die Kompetenzen in Deutsch und den Fremdsprachen nachhaltig zu stärken, die Qualität und Wirksamkeit des Unterrichts weiterzuentwickeln und die Anschlussfähigkeit für weiterführende Bildungsangebote zu gewährleisten. So soll sichergestellt werden, dass alle Lernenden die notwendigen sprachlichen Kompetenzen für eine erfolgreiche Bildungsbiografie erreichen. Im Fokus steht der Aufbau der Unterrichtssprache Deutsch als Grundlage für jedes weitere Lernen. Deutsch als Zweitsprache wird systematisch gefördert, damit fremdsprachige Schülerinnen und Schüler schnell integriert werden. Mit der Verankerung der frühen Sprachförderung vor dem Kindergarten im neuen Volksschulgesetz hat der Grosse Rat bereits einen wichtigen Grundstein für die Stärkung der Sprachkompetenzen gelegt. Der Fokus wird dabei auf der konsequenten Umsetzung in den Gemeinden liegen. --pd

