Die Bedeutung aufzeigen
10.05.2024 Muri«Klosterjahr 2027» ist in Planung – neben Muri feiert auch Wettingen
Im Jahr 2027 feiern das Kloster Muri sein 1000-Jahr- und das Kloster Wettingen sein 800-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass plant der Kanton Aargau ein kantonales Themenjahr ...
«Klosterjahr 2027» ist in Planung – neben Muri feiert auch Wettingen
Im Jahr 2027 feiern das Kloster Muri sein 1000-Jahr- und das Kloster Wettingen sein 800-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass plant der Kanton Aargau ein kantonales Themenjahr «Klosterjahr 2027».
Das Ziel steht fest: die Aargauer Klöster als Orte der Kultur, der Religiosität, der Spiritualität, aber auch der Gemeinschaft, Bildung und Macht kantonal und national bekannt zu machen. Ein breites Publikum soll mit vielfältigen Angeboten mit der Geschichte und der kulturellen Bedeutung der Aargauer Klöster vertraut gemacht werden. Beteiligt sind die aktiven Klöster, die öffentlichen Institutionen und Organisationen von umgenutzten Klosterräumlichkeiten sowie die Jubiläumsklöster Muri und Wettingen mit ihren jeweiligen Partnerinnen und Partnern.
Anlässlich des «Klosterjahrs 2027» werden die Geschichte und die kulturelle Bedeutung der Aargauer Klöster gewürdigt und an ein breites Publikum zielgruppenorientiert vermittelt. Neben einem erwachsenen Publikum und Kulturtouristinnen und -touristen werden spezifisch auch Familien, Jugendliche, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen wie Schulklassen, Vereine oder Firmen angesprochen.
Budget von 1,8 Millionen Franken
Verschiedene Veranstaltungs- und Vermittlungsformate sollen im Klosterjahr den Zugang zum vordergründig «fernen» Thema erleichtern und Anreize schaffen, sich damit zu beschäftigen. Die Geschichte und die kulturelle Bedeutung sowie die heutige Rolle der (ehemaligen) Aargauer Klöster werden mittels einer vielfältigen Angebotspalette (Führungen, Workshops, Diskussionsrunden, Filme, Publikationen, Konzerte, sportliche Angebote sowie solche für Schulen und weiteres) an ein breites Publikum vermittelt. Rund zehn Partner haben dafür ihre Beteiligung zugesagt, darunter mehrere noch aktive Aargauer Klöster, öffentliche Institutionen und Organisationen in umgenutzten Klosterräumlichkeiten und deren (Sponsoring-)Partnerinnen und Partner.
Die Klöster Muri und Wettingen planen anlässlich ihres 1000-jährigen respektive 800-jährigen Bestehens eigene Aktivitäten mit einem eigenen Budget, beteiligen sich jedoch ebenfalls am kantonalen Klosterjahr 2027. Das Budget für das kantonale «Klosterjahr 2027» beträgt gesamthaft 1,8 Millionen Franken. Der Regierungsrat hat einen Beitrag aus dem Swisslos-Fonds im Umfang von 1,22 Millionen Franken gesprochen. Die restlichen Mittel werden durch diverse Partner, Eigenleistungen und Fundraising erbracht.
Wichtiges Kulturerbe des Kantons
Die Klosterlandschaft des Kantons widerspiegelt eine Vielzahl an historischen, kulturellen, religiösen, gesellschaftlichen, raum- und landschaftsrelevanten sowie politischen Aspekten. Zusammen mit Kirchen, Kapellen, Wegkreuzen und Pilgerwegen bildeten die Klöster ursprünglich eine hochgradig strukturierte Sakraltopografie, die die Identität und Raumwahrnehmung der damaligen Bevölkerung stark prägte. Auch heute noch hat diese Sakrallandschaft mit ihren Zeugnissen und Reminiszenzen aus vergangenen Epochen eine hohe Bedeutung.
Rund zwanzig Klöster, Chorherrenstifte und Ritterordensniederlassungen prägten über Jahrhunderte die historischen Entwicklungen, die Gesellschaft und die Landschaft auf dem heutigen Kantonsgebiet. Die Aargauer Klöster sind regional, kantonal sowie gesamtschweizerisch als Orte des Glaubens, aber auch der Macht von Bedeutung. Mit ihrem ausgedehnten Grundbesitz waren sie über Jahrhunderte bedeutende Wirtschaftsfaktoren für die Region und teils weit darüber hinaus. Über ihre Besitzungen, Herrschaftsrechte und seelsorgerischen Tätigkeiten wirkten die Klöster in unzählige Gemeinden und Städte des heutigen Aargaus hinein. Nachdem der Grosse Rat die Aufnahme von Novizen verboten und die Klosterschulen aufgehoben hatte, stellte er 1835 die Klöster vollständig unter staatliche Verwaltung. Im Jahr 1841 erfolgte die Aufhebung aller aargauischen Klöster. Dieser Moment markiert eine tiefgreifende Zäsur in der Geschichte des noch jungen Kantons Aargau. Trotzdem sind die Klöster bis heute als Zentren der Kultur, Bildung und Spiritualität bedeutsam, sei es als aktive Klöster oder als öffentliche Institutionen und Organisationen in umgenutzten Klosterräumlichkeiten. Die Klosteranlagen zählen zu den wichtigsten Baudenkmälern im Kanton, die unter kantonalem und teils nationalem Denkmalschutz stehen. Daher ist die Klosterlandschaft Aargau ein wichtiges Kulturerbe. --pd

