Die Brücke als zentraler Teil
24.04.2026 Muri, Baugewerbe, VerkehrBaugesuch für den Rad- und Fussweg Bahnhof–Industriestrasse liegt auf
Muri soll laut dem Kommunalen Gesamtplan Verkehr ein Radwegnetz erhalten. Nun soll ein Teilabschnitt des künftigen Radwegs vom Bahnhof in die Industrie realisiert werden. Zu diesem ...
Baugesuch für den Rad- und Fussweg Bahnhof–Industriestrasse liegt auf
Muri soll laut dem Kommunalen Gesamtplan Verkehr ein Radwegnetz erhalten. Nun soll ein Teilabschnitt des künftigen Radwegs vom Bahnhof in die Industrie realisiert werden. Zu diesem Teilstück gehört die neue Brücke über die Zürcherstrasse.
Verena Anna Wigger
Die Gemeinde Muri beabsichtigt seit Längerem, attraktivere Fuss- und Radwege im Dorf zu realisieren. So heisst es in der Ausschreibung zum Baugesuch. Im dem 2016 erarbeiteten Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KVG) wurden konkrete Massnahmen zur Verbesserung des Fuss- und Radwegnetzes definiert. Mit dem Bau der neuen Eisenbahnbrücke an der Zürcherstrasse soll die Lücke vom Bahnhof in die Industrie geschlossen werden. Hier soll parallel zur Eisenbahnbrücke eine Fuss- und Radwegbrücke entstehen.
Die Brücke als Kernstück
Der künftige Fuss- und Radweg beginnt vor dem Gebäude Perron West an der Bahnhofstrasse. Dort führt er entlang der Geleise zur geplanten Brücke über die Zürcherstrasse. Auf diesem Teilstück werden ein paar kleinere Bäume gerodet werden müssen. Der Weg führt mit einem leichten sechsprozentigen Anstieg auf die Brücke. Von dieser aus wird man die Möglichkeit haben, über Treppen zur tiefer gelegenen Zürcherstrasse zu gelangen. Hier schliesst auch der Teilabschnitt A1.
Der Teilabschnitt A2 beginnt als Fuss- und Radweg nach der Brücke hinter dem Gebäude der Luzernerstrasse 17 und führt bis zur Industriestrasse. Hier müssten verschiedene Hindernisse entfernt werden, damit der Radverkehr einmal flüssig durchfahren kann. Auf diesem Abschnitt befinden sich in unmittelbarer Nähe zum neuen Radweg einige Gebäudeeingänge. Zum Schutz der Fussgänger werden flankierende Massnahmen ergriffen. So werden demontierbare Fussgängerbarrieren im Abstand von einem halben Meter zum Fuss- und Radweg angeordnet werden. Die sich in diesem Bereich befindlichen oberen Veloboxen bei den Eingängen werden zurückgebaut. Hier bestehe Kollisionsgefahr, heisst es im Baugesuch.
Weitere Abschnitte in Planung
Das eigentliche Projekt Radnetz ist in die drei Abschnitte A, B und C unterteilt. Wobei der Abschnitt A2 vom östlichen Ende der aktuell geplanten Fuss- und Radwegbrücke entlang der geplanten Überbauung «Groli-Areal» zur Luzernerstrasse führe. Die Erschliessung des Wegstücks an die Luzernerstrasse, das Teilstück B, steht im Zusammenhang mit dem ebenfalls ausgesteckten Überbauungsprojekt auf dem «Groli-Areal». Gemeinderat Jörg Weiss sagt: «Mit der Bauherrschaft hat der Gemeinderat vereinbart, dass die Umsetzung des Teilstücks B in der Überbauung realisiert werde.» Da komme es darauf an, wann gebaut wird.
Richtung Grindelstrasse offen
Ein weiterer Abschnitt des Teilstücks C des Fuss- und Radwegnetzes soll anschliessend von der Industriestrasse in die Grindelstrasse führen. Diese Linienführung ist jedoch noch zu definieren, wie es im Projektbeschrieb heisst. Die Gemeinde realisiert die weiteren Abschnitte des Radwegs vom Bahnhof zur Grindelstrasse koordiniert mit der SBB-Brücke sowie dem Projekt Ersatzneubau «Groli-Areal».
Mit dem Bau des Teilabschnitts A möchte die Gemeinde so rasch wie möglich starten. Also nach Abschluss der Arbeiten an der Unterführung Zürcherstrasse. «Sofern es keine Einsprachen gibt», sagt der Vorsteher Tiefbau. Weiss plant, mit dem Kredit an die Wintergemeinde zu gehen. Baubeginn wäre dann im Frühling/Sommer 2027. Der Gemeinderat ist überzeugt: «Mit einem attraktiven Radwegnetz innerhalb der Gemeinde kann eine Verkehrsentlastung entstehen.» Wobei ihm bewusst ist, dass für gewisse Besorgungen das Auto nötig ist. Er sieht es bei sich selbst: «Ich nehme schnell mal das Auto für eine Besorgung im Dorf, einfach weil es bequemer ist.»
Technische Angaben und Kostenfolgen
Die Breite des Rad- und Fusswegs beträgt grundsätzlich die geforderten drei Meter. Im Bereich vor der Brücke wird der Weg auf eine Breite von 3,50 Meter ausgeweitet. Dazu zeige das Längsprofil ein Gefälle von maximal sechs Prozent. Aufgrund der Lage des neuen Rad- und Fussweges müssen bestehende Kandelaber demontiert, rückversetzt oder verschoben werden. Das entsprechende Beleuchtungskonzept übernimmt die Energie Freiamt AG. Zudem werden auf den Fahrbahnen an den Gefahrenstellen «verkehrsrote» Flächen beschichtet. Weiter wird der Weg mit diversen Signalen und Pfeilen markiert.
Für die beiden Teilabschnitte A1 und A2 sind 380 000 respektive 180 000 Franken veranschlagt. Zudem ist festzuhalten, dass beim Teilabschnitt A, insbesondere Teil 2, eine teilweise Kostenbeteiligung der Immovesta vorgesehen ist, sodass die ausgewiesenen 380 000 Franken nur anteilig von der öffentlichen Hand getragen würden.


