Die nächste Stufe erklommen
15.07.2025 Sport, SchwingenDefinitiv wieder zurück
Joel Strebel holt den Sieg am Südwestschweizer Teilverbandsschwingfest
Es war erst das dritte Schwingfest, das Joel Strebel nach der Rückkehr von seiner Verletzung absolviert hat. Und was für eines. ...
Definitiv wieder zurück
Joel Strebel holt den Sieg am Südwestschweizer Teilverbandsschwingfest
Es war erst das dritte Schwingfest, das Joel Strebel nach der Rückkehr von seiner Verletzung absolviert hat. Und was für eines. Der Aristauer gewinnt sein erstes Teilverbandsfest.
Den ersten Gang hat er noch verloren. Doch Joel Strebel blieb an der Fête Romande in Neuchâtel davon unbeeindruckt. Es folgten vier Gänge, die er mit der Bestnote von 10.00 gewinnen konnte. Und diesen Lauf hat er im Schlussgang gleich fortgesetzt. Curdin Orlik lag nach 3 Minuten und 20 Sekunden ebenfalls im Sägemehl. Festsieg für den Aristauer.
Es ist ein kleines Jubiläum für den 28-Jährigen. Joel Strebel gewinnt zum 40. Mal in seiner Karriere einen Kranz. Und gleichzeitig ist es eine Premiere. Zum ersten Mal wird der Freiämter Sieger an einem Teilverbandsschwingfest. Der Aristauer meldet sich nach seiner Verletzung damit definitiv wieder zurück.
Aller guten Dinge sind drei
Nachdem er am Aargauer Kantonalschwingfest den Kranzgewinn noch verpasst hat und sich am Fricktaler Abendschwinget im Schlussgang gegen Nick Alpiger geschlagen geben musste, ist nach dem Sieg am Südwestschweizer Teilverbandsschwingfest definitiv wieder mit Joel Strebel zu rechnen. Der Aristauer, der letztes Jahr einen Festsieg nach dem nächsten geholt hat, ist wieder in Form. Weniger gut verlief das Wochenende dafür für den Sarmenstorfer Andreas Döbeli. --jl
Joel Strebel gewinnt das Südwestschweizer Teilverbandsschwingfest in Neuchâtel
Es ist der nächste Höhepunkt in der Karriere von Joel Strebel. Der Aristauer gewinnt zum ersten Mal ein Teilverbandsschwingfest. Fünf Gänge kann er mit der Bestnote von 10.00 für sich entscheiden.
Er ist überglücklich. Nach seiner langen Verletzungspause kann Joel Strebel wieder einen Sieg an einem Schwingfest feiern. Und was für einen. An der Fête Romande in Neuchâtel gewinnt er zum ersten Mal ein Teilverbandsfest. Dabei sah es nach dem ersten Gang nicht danach aus. Diesen hat er gegen den Fribourger Eidgenossen Romain Collaud verloren.
Strebel liess sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. «Ich habe mich den ganzen Tag lang gut gefühlt. Und daran hat sich auch nach dem ersten Gang nichts geändert. Letztes Jahr habe ich am Solothurner Kantonalschwingfest auch mit einer Niederlage begonnen. Am Ende kam ich trotzdem in den Schlussgang und konnte das Fest gewinnen. Wenn nach einer Startniederlage ein paar Siege mit der Bestnote folgen, liegt noch alles drin.»
Grosse Genugtuung nach schwieriger Zeit
Und «ein paar Siege mit der Bestnote» bedeutete in Strebels Fall, dass er jeden einzelnen Gang mit 10.00 für sich entscheiden konnte. Mickaël Mathey, Stéphane Haenni, Leo Siegenthaler, Hugo Schläfli – niemand von ihnen konnte den Aristauer auf seinem Weg in den Schlussgang stoppen. Dort wartete Curdin Orlik – und musste das Schicksal von Strebels vorherigen Gegnern teilen.
Nach 3 Minuten und 20 Sekunden lag auch Orlik auf dem Rücken. Der Freiämter holte die nächste Maximalnote und den Festsieg. Was für eine Genugtuung für Strebel, dessen letzte Saison nach sechs Festsiegen – drei davon an Kantonalschwingfesten – durch einen Kreuzbandriss abrupt zu Ende ging. Dieses Jahr meldete er sich am Aargauer Kantonalschwingfest in Menziken nach seiner Verletzung zurück. Dort blieb ihm ein Kranzgewinn noch verwehrt. Am Fricktaler Abendschwinget, das kein Kranzfest ist, konnte er immerhin den Schlussgang erreichen. Dort setzte es gegen Nick Alpiger eine Niederlage. «Nach dem Aargauer Kantonalen war ich schon etwas enttäuscht. Das war ärgerlich. Aber bereits beim Fricktaler Abendschwinget hatte ich ein gutes Gefühl und bis zum Schlussgang war ich mit meinem Auftritt auch absolut zufrieden. Jetzt konnte ich daran anknüpfen.» Nach drei Schwingfesten ist Joel Strebel nach seiner Verletzung also definitiv wieder zurück.
Vorsichtiger geworden bei Auswahl der Teilnahmen
Der Sieg in Neuenburg ist Kranz Nummer 40 in Strebels Sammlung. Kantonalschwingfeste hat er schon mehrere gewinnen können. Jetzt ist ihm auch ein Sieg an einem Teilverbandsschwingfest gelungen. Eigentlich ist da nur noch eine Steigerung möglich. Es gibt nur noch eine Art Schwingfest, die noch höher zu gewichten ist, die der Freiämter bisher noch nicht gewinnen konnte. Ende August findet das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest im Glarnerland statt, wo der Aristauer noch einen draufsetzen könnte. Darauf angesprochen kann sich der Athlet das Lachen nicht verkneifen. «Entspannt bleiben bitte. Es geht darum, Fest für Fest zu nehmen und so weiterschwingen zu können wie bisher. Alles andere wäre etwas zu vermessen.»
Dass der stets zurückhaltende und bescheidene Strebel offensiv ankündigt, dass er Schwingerkönig werden will, ist auch nicht zu erwarten gewesen. Es wird aber auch spürbar, dass die Verletzung gewisse Spuren hinterlassen hat. Auf seinen nächsten Einsatz angesprochen, gibt er zu, dass er sich noch nicht sicher ist, wo er antreten wird. Am kommenden Wochenende wäre der 74. Weissenstein-Schwinget auf der Agenda. Eine Woche später mit dem Brünigschwinget ein weiteres prestigeträchtiges Schwingfest. «Ich überlege mir, ob ich Weissenstein nicht auslasse und erst am Brünig-Schwinget wieder einsteige. Das schaue ich noch im Detail mit Tommy Herzog an.»
Herzog ist Athletiktrainer von diversen Spitzensportlern und eine wichtige Stütze für Strebel. Insbesondere jetzt, wenn es um das Thema Regeneration geht. «Wenn ich am Weissenstein- und am Brünig-Schwinget starte, absolviere ich drei grosse Schwingfeste innerhalb von drei Wochen. Das kann für den Körper durchaus zu viel sein. Deshalb gilt es jetzt vorsichtig abzuwägen, was das Sinnvollste ist.»
Offensichtlich hat Joel Strebel aus der schwierigen Zeit der Verletzung auch Erkenntnisse ziehen können, die ihn auf dem weiteren Weg noch besser machen können. Und auf jeden Fall hat er sich eindrucksvoll zurückgemeldet. --jl
Verletzung von Döbeli
Joel Strebel war nicht der einzige Freiämter, der am Wochenende an einem hochkarätigen Schwingfest hätte antreten sollen. Der Sarmenstorfer Eidgenosse Andreas Döbeli war unter den Teilnehmern am Rigi-Schwinget – bis er sich beim Einlaufen vor dem ersten Gang verletzt hat. Das Schwingfest war für ihn vorbei, bevor es angefangen hat. Gestern Montag hatte er ein MRI am Knie, wo abgeklärt werden musste, wie stark die Verletzung ist. --jl