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27.02.2026 Wohlen, Politik«Schöner Wohlen»: Petition an Gemeindeammann Roland Vogt übergeben
«Bünz zubetonieren? Nein! Rettet den Dorfbach» lautet das Anliegen des Vereins Schöner Wohlen. Mit 280 Unterschriften wurde gestern Donnerstag die Petition vom ...
«Schöner Wohlen»: Petition an Gemeindeammann Roland Vogt übergeben
«Bünz zubetonieren? Nein! Rettet den Dorfbach» lautet das Anliegen des Vereins Schöner Wohlen. Mit 280 Unterschriften wurde gestern Donnerstag die Petition vom Vorstand an Gemeindeammann Roland Vogt übergeben.
Monica Rast
Die Sonne scheint und der Frühling macht sich bemerkbar. Die Bewohner zieht es bei einem solchen Wetter vermehrt nach draussen. Somit auch an die Bünz mit Schwerpunkt Isler-Areal. Eine Oase, die der Verein Schöner Wohlen erhalten möchte.
Sein konkretes Anliegen: Der Gewässerraum auf dem ganzen Gemeindegebiet von Wohlen soll gleich breit auf 25 Meter festgelegt werden. Momentan möchte der Gemeinderat den Gewässerraum im Bereich des Isler-Areals auf einen vier Meter breiten Uferstreifen begrenzen.
Das hat den Verein dazu bewogen, eine Petition zu lancieren. Für eine solche Anregung ist die Anzahl an Unterschriften nicht massgebend. Trotzdem hat der Verein die Sammlung verlängert. «Die Resonanz war super positiv. Doch dann kamen die Skiferien dazwischen und obwohl einige Absichtserklärungen bekundet hatten, blieb der grosse Ansturm aus», erklärt Vorstandsmitglied Simone Cavelty. Für den Verein ist es beängstigend, dass die Leute erst reagieren, wenn es sie persönlich betrifft. Er macht sich Sorgen um die Erhaltung des Gestaltungsplanes, obwohl dieser bereits 15-jährig und politisch umstritten ist. Falls der Kanton auf die Reduzierung eingeht und die Bewilligung erteilen würde, könnte dies als Beispiel für weitere Projekte dienen.
Ein Werkzeug zur Kommunikation
«Die Petition ist für uns ein Werkzeug und bietet die Möglichkeit zur Kommunikation mit dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit», erklärt Vorstandsmitglied Simon Dietrich. Somit geht die Diskussion um das umstrittene Isler-Areal in die nächste Runde. Der Gemeinderat ist mit den Investoren im Gespräch. Man möchte vorwärtsgehen, weiss aber gleichzeitig, dass dies noch dauern kann.
Bei der Übergabe richtet Cavelty ihre Frage direkt an Gemeindeammann Roland Vogt: «Vor fünf Jahren haben die Grünen Wohlen bereits eine ähnliche Petition gestartet. Wie weit hat sich der Gemeinderat dieser Sache bis jetzt angenommen und ist in Aarau etwas passiert?» Vogt konnte diese Frage nicht eindeutig beantwortet, will aber beim Kanton beizeiten nachfragen.
«Wasser und Fluss sind immer ein aktuelles Thema», meint er dazu. «Das Anliegen von ‹Schöner Wohlen› ist berechtigt, und der Gemeinderat hat die Bitte verstanden.» Die Bünzlandschaft hat eine Bedeutung, und der Gemeindeammann findet es eine gute Sache. Er versteht das Anliegen nach mehr Raum für den Gewässerschutz.
Es bleibt weiterhin spannend
Laut Roland Vogt ist das Isler-Areal schon speziell. Einige der Einwohnerinnen und Einwohner sind der Meinung, man soll die Natur walten lassen, andere sind für eine Überbauung. «Am Schluss muss das Volk entscheiden. Es bleibt in allen Bereichen spannend.»
Das grösste Anliegen des Vereins ist es, dass Einzelheiten des Gewässerschutzes in die BNO-Teilrevision miteinfliessen. Damit die Zugänglichkeit zum Fluss und eine eventuelle Renaturierung auch für die zukünftige Generation möglich bleiben. So wird der Verein auch in Zukunft alles überprüfen und bei Bedarf handeln. Eine mögliche Beschwerde bleibt nicht ausgeschlossen.
Für Roland Vogt ist die Petition ähnlich wie ein Vorstoss: «Er soll bei der BNO eine Rolle spielen.» Es sei ein Anliegen der Bevölkerung, und man wird am Schluss Kompromisse finden müssen. «Das Anliegen vom Verein ist gut. Man muss offen für alles sein.»
Damit alles richtig geregelt wird, wird auch in Zukunft der Verein Schöner Wohlen ein Auge auf die Entwicklung entlang der Bünz haben und sich gegebenenfalls mit weiteren Denkanstössen und Anregungen zu Wort melden.

