Doch noch Nervenkitzel

Di, 17. Nov. 2020
Der Ex-Internationale Randy Vock und seine Freiämter Rinkerkollegen dürfen nochmals ran. Bild: spr/Archiv

Die NLA-Saison der Ringer wird zu Ende geführt

Es war ein Hin und Her, bis die Entscheidung stand. Die Nationalliga A wird weitergeführt. Ohne Zuschauer finden die restlichen Finalkämpfe statt. Ein klein wenig Normalität in der tristen Corona-Sportwelt. Die Ringerstaffel Freiamt empfängt am Samstag (19 Uhr) in Muri die Ringerriege Einsiedeln zum Rückkampf. Weil Freiamt im Hinkampf deutlich siegte (27:8), ist der Final gegen Willisau so gut wie gebucht. So gibt es in dieser Saison doch noch ein wenig Nervenkitzel für die Ringer. --spr 


Mit Geisterkämpfen zum Titel

Ringen, Nationalliga A: Die Saison wird ohne Kriessern zu Ende geführt – Halbfinal-Rückkampf am Samstag in Muri

Es war ein Gewürge mit vielen Diskussionen. Doch nun ist entschieden: Die NLA-Saison 2020 wird einen Meister finden. Willisau steht wegen des Verzichts von Kriessern im Final. Die Freiämter müssen am Samstag zu Hause gegen Einsiedeln ihr Finalticket noch lösen.

Stefan Sprenger

Die Ringerschweiz freut sich. Die Saison in der NLA wird zu Ende geführt. Am Samstag (19 Uhr) wird der zweite Halbfinal zwischen Freiamt und Einsiedeln über die Ringermatte gehen. Der Geisterkampf in der Murianer Bachmattenhalle findet ohne Zuschauer statt, wird aber live im Internet gezeigt. Allerdings kostenpflichtig. Die Einnahmen aus dem Livestream gehen an die betreffenden Vereine gemäss Verteilungsschlüssel. Bei früheren Kämpfen der RS Freiamt in dieser besonderen Coronasaison schauten jeweils um die 100 Fans zu.

Einsiedeln bräuchte ein kleines Ringerwunder

An der Videokonferenz am Wochenende wurde viel diskutiert. Die Entscheidungen der Vereine blieben bestehen. Freiamt, Willisau und Einsiedeln wollen die Saison zu Ende bringen und weiterringen. Kriessern verzichtet aufgrund der angespannten Coronasituation in seiner Region und zieht die Mannschaft zurück. Der Zentralvorstand von «Swiss Wrestling» mit Liga-Chef Gabriel Christen und Präsident Werner Bossert beschlossen beim Online-Meeting mit den Halbfinalisten das weitere Vorgehen.

Die Entscheide: Am Samstag findet der Halbfinal zwischen Freiamt und Einsiedeln statt. Weil der erste Kampf klar zugunsten der Freiämter ausging (27:8), bräuchten die Einsiedler ein kleines Ringerwunder, um dieses Duell noch zu drehen. Weil Kriessern sich zurückzieht, zieht Willisau mit einem Forfaitsieg in den Final ein. Die Finalkämpfe um den Schweizer Meister finden ohne Zuschauer statt und werden am 28. November und 5. Dezember ausgetragen.

Keine Bedenken wegen Ansteckungrisiko

Der Schweizer Meister wird in Geisterkämpfen ermittelt. Trotz ausbleibender Stimmung: Die Freude im Lager der Ringerstaffel Freiamt ist gross. «Es ist überraschend, dass es nun doch weitergeht. Wir sind aber alle froh, ziehen wir das jetzt durch», sagt Trainer Marcel Leutert. «Das Team hat sich fit gehalten und ist bereit für den Endspurt», fügt er an. Der zweite Halbflnalkampf gegen Einsiedeln ist nach dem 27:8-Sieg der Freiämter eigentlich nur noch Formsache. «Es ist für uns aber ein Vorteil, können wir vor dem Final gegen Willisau nochmals einen Ernstkampf bestreiten», so Leutert. «Für unseren Sport und unsere Athleten ist es richtig und wichtig, dass wir diese Saison zu Ende ringen.»

Jetzt ist schon klar: Einsiedeln wird erstmals seit 30 Jahren eine Medaille holen. Wie heftig die Freude darüber bei den Schwyzern sein wird, bleibt ein Rätsel. Denn diese Saison ist alles andere als normal. Schon vor der Saison verzichteten Hergiswil und Schattdorf. Nach dem Bundesratsentscheid Ende Oktober war das Saisonende nahe, doch die NLA wurde als teilprofessionell eingestuft und ein Türchen ging auf. Drei Teams gehen nun durch diese offene Tür und freuen sich auf die verbleibenden Kämpfe.

RS-Freiamt-Präsident Nicola Küng ist gespannt, wie die Atmosphäre in der leeren Halle sein wird. Bezüglich Ansteckungsrisiko hat er keine Bedenken.

Live-Stream wird ausgebaut

Ausser den beiden Ringerteams gibt es nur ganz wenige Menschen, die beim Kampf dabei sein werden. Es gibt keine Festwirtschaft, keine Sektoren. «Ohne Fans zu ringen, macht die Durchführung einfacher. Es ist gewissermassen auch eine Erleichterung.» Somit ist der Druck etwas weg, was das Coronarisiko betrifft.

Der Livestream soll für die Ringerfans etwas Abhilfe schaffen. Dieser wird dafür extra noch etwas ausgebaut. So wird der frühere Olympia-Ringer Reto Bucher vom Kampfspeaker zum Livekommentator umfunktioniert.

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