Drei lustige und lehrreiche Jahre
04.07.2025 Schule, Jugend, MuriEin Lebensabschnitt endet
Bez Muri feierte ihre Absolventen
Für die Schülerinnen und Schüler der 3. Bezirksschulklassen in Muri beginnt nach den Sommerferien ein neuer Lebensabschnitt. 41 treten eine Berufslehre an – 18 davon mit dem ...
Ein Lebensabschnitt endet
Bez Muri feierte ihre Absolventen
Für die Schülerinnen und Schüler der 3. Bezirksschulklassen in Muri beginnt nach den Sommerferien ein neuer Lebensabschnitt. 41 treten eine Berufslehre an – 18 davon mit dem Zusatzziel Berufsmaturität –, 21 setzen ihre Schullaufbahn am Gymnasium fort, 13 an einer Fach-, Wirtschafts- oder Informatikmittelschule, vier legen ein Auslandjahr ein und drei verfolgen eine andere Anschlusslösung. An der Abschlussfeier wurden die besten Absolventinnen geehrt. Die 3d-Schülerinnen Kornelia Jankoviak (5,7) und Vanessa Monteleone (5,6) schafften den besten Notenschnitt. --tst
Feierliche Schlussfeier der Bez Muri im Festsaal
Lustige Anekdoten, Gesang, Tanz und ganz viele Emotionen prägten die Feier, welche die 3. Klassen der Bez Muri zu ihrem Abschluss gestaltet haben.
Thomas Stöckli
Selten dürfte die Geschichte einer verpassten Lektion so spannend ausgebreitet worden sein. Möglich machen es die Schilderungen aus unterschiedlichen Perspektiven. Hier die Jungs aus der Klasse 3d, die den Ausfall einer Lektion spontan zum Shopping nutzen wollten und dabei ertappt wurden, nicht wissend, dass anstelle der ausgefallenen Lektion eine andere vorgezogen wurde. Da die Sicht der Lehrpersonen, welche die lahme Ausrede zur Sprache bringen, welche die Fehlenden ihrerseits weggelassen haben: Einer von ihnen habe sich nicht so gut gefühlt und alle anderen – fürsorglich, wie sie sind – sich um ihn gekümmert. Bei den Lehrpersonen bleibt diese Begründung in Erinnerung, bei den Jugendlichen die Standpauke, die sie erhalten haben, der «Zämeschiss», wie sie es nennen.
Mehr als Kommaregeln und Pythagoras
Geschichten wie diese sind es, die einem von der Schulzeit in Erinnerung bleiben, mehr als Kommaregeln und Pythagoras. Und natürlich die Reisen und die Lager. Besonders, wenn etwas nicht so lief wie geplant. Die 3d etwa erlebte auf ihrer Rigi-Reise eine Regen-Überraschung. So war statt Wandern kurzerhand Shoppen angesagt, um sich wieder trocken anziehen zu können. Und im Klassenlager in Locarno verpasste ein Schüler dem anderen in einem lauschigen Bachtobel kurzerhand eine neue Frisur – mit dem Rasierer notabene. «Es waren wundervolle drei Jahre», bilanzieren die Jugendlichen und bedanken sich für die vielen Lebensweisheiten, die Unterstützung, «und dass Sie immer an uns geglaubt haben». Als «selten langweilig» beschreibt Lehrerin Monica Drigo den Klassenzug, «eigentlich nie», steigert ihre Kollegin Ladina Amstutz. Beide loben aber auch die Kreativität und sprechen von einer «Klasse mit Herz und Charme».
«Wir wünschen Ihnen wieder eine so coole Klasse», verabschiedet sich die 3a selbstbewusst von ihrer Klassenlehrerin Sara Exer. Diese spricht von einer ruhigen und ausgeglichenen Gruppe, von fleissigen, engagierten und begabten jungen Menschen. Junge Menschen, die auch in der persönlichen Entwicklung grosse Fortschritte erzielt haben: «Ich bin sicher, ihr werdet Grosses leisten!»
Tollen Zusammenhalt entwickelt
Die 3c fordert derweil Deutschlehrer Erich Hausherr zum Quiz. Dabei erfährt das Publikum unter anderem, dass Lara die Ruhigste war, Isabella am meisten zu spät kam und für Caitlin ein Leseverbot schwerwiegender ist als ein Handyverbot. Weil Irène Haas sie nicht bis zum Ende begleiten konnte, sprang Peter Hochuli, Schulleiter und Französischlehrer, auch noch als Klassenlehrperson ein. «Ich habe euch gern bekommen», sagt er. Hausherr spricht von einem «heterogenen Haufen», der einen tollen Zusammenhalt entwickelt habe. So toll, dass er gerne noch zwei, drei Jahre mit der Klasse weitergemacht hätte.
Den Abschluss einer Feier, die von Emotionen und Humor lebt, aber auch von Musik, Tanz und Gesang, gestaltet die Klasse 3b. Deren Lehrer Maura Nogara schwärmt von einer guten Zeit. Und er zeichnet das Bild von Raupen, die sich entwickeln, verpuppen, um schliesslich ihre Flügel auszubreiten. «Macht euch auf und verfolgt eure Ziele», richtet er sich direkt an die Jugendlichen. Seine Schülerinnen und Schüler erinnern derweil an das erdbebenhafte Niesen des Sprachlehrers, an das «Herrgottsternesiech» des Musiklehrers und an ihre Schwäche in Medien und Informatik. Und natürlich an die aufbauende Art von Heidi Dux, die ihren Schabernack als originell zu würdigen wusste und bei der sie die «lieben Jugendlichen» waren und nicht die «Chaostruppe».
Beste Abschlüsse gewürdigt
Bevor sie Muri den Rücken kehrt und aufs kommende Schuljahr hin nach Seengen weiterzieht, darf diese Heidi Dux im Festsaal einen warmen Applaus entgegennehmen. Ebenso wie Werklehrerin Anita Frank nach 40 Jahren Unterricht im Kanton Aargau, 39 davon in Muri. Sie sei es auch, die im Lehrerzimmer immer für saisongerechte Dekoration gesorgt habe, so Schulleiter Hochuli.
«Es fühlt sich an, als wäre es erst grad gewesen», blickten die jugendlichen Moderatorinnen des Abends zurück auf einen Lebensabschnitt, der bald drei Jahre zuvor mit dem ersten Schultag an der Bez Muri ihren Anfang genommen hatte. Anstrengende drei Jahre seien es gewesen. Drei Jahre, in denen sie über 150 Prüfungen geschrieben haben. Aber auch lustige und vor allem lehrreiche Jahre. Und natürlich werden auch die besten Abschlüsse gewürdigt. Es sind vier junge Frauen, die aus zahlreichen guten Resultaten herausragen: Martina Pederiva, Klasse 3a, mit einem Notenschnitt von 5,4 im Abschlusszeugnis, Julia Küng, 3c, brachte es auf einen glatten Fünfeinhalber, getoppt nur noch von den beiden 3d-Schülerinnen Vanessa Monteleone mit 5,6 und Kornelia Jankoviak mit 5,7.
Und was kommt nun? Nach dieser Abschlussfeier der Emotionen, der Kreativität und der geäusserten gegenseitigen Wertschätzung? Eine Berufsbildung, eine weiterführende Schule oder ein Zwischenjahr? Von allem etwas …