Den Zuzug der 2000. Einwohnerin feierte der Gemeinderat mit einem Apéro in kleinem Rahmen
Ihre neue Wohnung punktet mit Pilatusblick. Das hatten Heidi und Roger Gassmann zuvor in Weggis nicht. Nicht nur deshalb fühlen sich die 2000. Arnerin und ihr Mann an ...
Den Zuzug der 2000. Einwohnerin feierte der Gemeinderat mit einem Apéro in kleinem Rahmen
Ihre neue Wohnung punktet mit Pilatusblick. Das hatten Heidi und Roger Gassmann zuvor in Weggis nicht. Nicht nur deshalb fühlen sich die 2000. Arnerin und ihr Mann an ihrem neuen Wohnort bereits wohl.
Thomas Stöckli
«Ich habe in der ganzen ‹Züglete› seine ID nicht gefunden», erklärt Heidi Gassmann, weshalb sie zuerst sich auf der Gemeindeverwaltung angemeldet hat. Eigentlich ein unbedeutendes Detail, wäre sie nicht die 2000. Einwohnerin von Arni – und ihr Mann Roger entsprechend die Nummer 2001. Davon erfuhr das Paar, das am 5. Mai aus Weggis zugezogen ist, zuvor aber auch schon 20 Jahre in Oberlunkhofen gelebt hat, allerdings erst per telefonischer Einladung zu einer kleinen Feier in der Gemeindeverwaltung. «Ich habe noch gefragt, ob das ein Scherz sei», erinnert sich Heidi Gassmann und lächelt.
War es nicht: «Wir haben im Gemeinderat darüber diskutiert, ob wir diesen Meilenstein feiern wollen», verrät André Huber. Geeinigt hat man sich schliesslich auf einen Apéro in kleinem Rahmen.
Ländliches Idyll mit Stadtnähe vereint
Evelyn Pfister Meier, Frau Gemeindeammann, nutzt die Gelegenheit, einen Werbespot für Arni zu platzieren. Vom Ort, der ländliches Idyll mit Stadtnähe vereint. Ein Ort, in den sich das Ehepaar Gassmann offenbar zu integrieren bemüht. Schon am Platzkonzert des Musikvereins Lunkhofen wurde er für seinen bevorstehenden 90. Geburtstag gewürdigt. Nicht das einzige runde Jubiläum in diesem Jahr: Der Hochzeitstag des Neuzuzüger-Paars jährt sich zum 60. Mal.
Der letzte 1000er-Schritt in der Dorfgeschichte?
Als sie vor 33 Jahren zugezogen sei, habe Arni rund 800 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt, lässt Evelyn Pfister die Entwicklung des Dorfs Revue passieren. Seither sind diverse Wohnquartiere dazugekommen, wobei die Bautätigkeit vor allem in den 1990er- und 2000er-Jahren gross gewesen sei. In den letzten fünf Jahren habe sich die Bevölkerungszunahme stark abgeschwächt und die Einwohnerzahl sich zwischen 1800 und knapp 2000 eingependelt. «Die Erreichung des Meilensteins hat sich überraschend in die Länge gezogen», so André Huber. «Mögen Sie viele schöne Momente erleben und Freundschaften knüpfen», wünscht der Gemeinderat dem besonderen Neuzuzüger-Paar und überreicht nebst der Dorfchronik auch einen Korb mit kulinarischen Spezialitäten aus der Region. «Wir wurden super aufgenommen», sagt Heidi Gassmann und berichtet von der Begegnung mit einer Nachbarin in der Tiefgarage. Diese habe sich gleich mit Vornamen vorgestellt. Und mittlerweile habe sich schon Gelegenheit ergeben, mit den einen oder anderen ein Glas zu trinken. Andere sollen nun bei Gelegenheit zu Kaffee und Kuchen eingeladen werden, nicht alle aufs Mal, um sich wirklich mit allen austauschen zu können. «Vielleicht sind es dann auch Schinkengipfeli und ein Glas Wein», sagt sie, das habe sie lieber als Süsses.
Die 2000 ist ein Meilenstein, wie er kaum noch einmal vorkommen dürfte. Arni gilt als ländlicher Ort und nicht als Wachstumsgemeinde. Die Landreserven seien erschöpft, so Vizeammann Kurt Süess, weiteres Wachstum in absehbarer Zeit deshalb nur noch durch innere Verdichtung möglich. Aktuell geht man von einer maximalen Bevölkerungskapazität von 2400 Personen aus. Wobei sich zeigt, dass Bautätigkeiten sich nicht in erwartetem Mass auf die Einwohnerzahlen auswirkten. Will heissen: Bis jetzt kamen weniger kinderreiche Familien, «gewachsen ist primär der Wohnraum pro Einwohner», bringt es Gemeinderat Thomas Frei auf den Punkt.
Wo früher die «Burestube» bewirtet hat
Das Ehepaar Gassmann wohnt in der neuen Überbauung, die anstelle des ehemaligen Restaurants Burestube erstellt wurde. Die neue Heimat gefalle ihnen, auch wenn sie den Seeblick vermissen. Dafür geniessen sie die Nähe zur Familie und das aktive Dorfleben. Aber auch den modernen Ausbau ihrer Wohnung, mit Dampfabzug gegen unten in der Küche und kontrollierter Lüftung. Und natürlich die unverbaubare Aussicht ins Grüne: «Den Pilatus haben wir aus unserer Wohnung in Weggis nicht gesehen. Von hier aus sehen wir ihn», sagt Gassmann.