Eine Steueroase wird Muri nie

Fr, 17. Sep. 2021

In gut einer Woche wird klar, wen die Stimmbürger in den Gemeinderat wählten

Sechs Kandidierende, fünf Sitze. Die Ausgangslage ist klar. Für eine oder einen wird es nicht reichen. Trifft es eine oder einen der Neuen? Oder jemand vom bisherigen Team? Darüber, dass die Finanzen ein wichtiger Aspekt einer gesunden Gemeinde sind, sind sich alle einig.

Annemarie Keusch

Die Finanzen, sie beschäftigen den Gemeinderat Muri und folglich die Gemeinderäte dauernd. Als einer der zwei Neuen kandidiert Martin Arnold (FDP). Er weiss um die finanzielle Lage der Gemeinde. «Mit einem Pro-Kopf-Vermögen von über tausend Franken sieht die Lage gut aus. Wenn man dem allerdings die geplanten Investitionen in den nächsten Jahren gegenüberstellt, sieht es nicht mehr ganz so gut aus», sagt er. Ihm ist es wichtig, dass das vorhandene Kapital nur für notwendige Investitionen ausgegeben und nicht anderweitig verwendet wird. «So ist langfristig hoffentlich eine Reduktion des Steuersatzes möglich.»

Dass die Finanzen immer ein Thema sind, weiss Hans-Peter Budmiger (GLP) nur zu gut. «Unsere Finanzlage ist stabil. Die guten Abschlüsse der letzten Jahre helfen uns für die Zukunft», sagt er. Auch weil es zu Verzögerungen von Projekten kam und damit Investitionen verschoben wurden, könne über eine Senkung des Steuerfusses diskutiert werden. «Allerdings müssen wir auf diese Diskussion zurückkommen, sobald wir die grossen Investitionen realisieren können», sagt er. Für Budmiger ist klar, dass Muri auch weiterhin solid aufgestellt sein werde. «Zu den kantonalen Steueroasen werden wir aber wohl nicht zählen.»

Steuerfuss senken und später wieder erhöhen?

Das Geld, das sich durch nicht getätigte Investitionen angesammelt hat, spricht auch Carolynn Handschin (Die Mitte) an. «Ich denke, dass man mit unseren Steuergeldern massvoll umgehen soll und die Kasse momentan nicht noch mehr aufgefüllt werden muss», sagt sie. Sie plädiert dafür, den Steuerfuss zu belassen oder «durch eine Überprüfung eine geringe Senkung durchzuführen». Sie sei überzeugt, dass die Bevölkerung einer später nötigen Erhöhung des Steuerfusses zustimmen würde, wenn die Begründungen transparent und nachvollziehbar seien.

Gute Steuerzahler anziehen

Die Jahresabschlüsse, die weit besser sind als budgetiert, bezeichnet der Bisherige Beat Küng (Grüne) als Luxusproblem. Im Budget für das nächste Jahr werde der Gemeinderat darauf reagieren. Küng mahnt: «Gegen Ende der nächsten Legislatur kommen viele grosse Investitionen auf die Gemeinde zu. Eine moderate Steuerfusserhöhung wird wohl unumgänglich werden.» Ein gezielter und sorgsamer Umgang mit den Steuergeldern sei für den Gemeinderat eine Daueraufgabe «und unabhängig von der finanziellen Grosswetterlage», betont Beat Küng.

Keinen grundsätzlichen Handlungsbedarf sieht der bisherige Gemeinderat Daniel Räber (Die Mitte). «Ich beurteile die Lage als sehr stabil», sagt er. Die Entwicklung der finanziellen Lage werde im Gemeinderat umfassend und langfristig betrachtet. «Zudem pf legt der Gemeinderat einen konstruktiven Dialog mit der Finanzkommission», betont Räber. Als amtierender Gemeinderat stehe er voll und ganz hinter dem Legislaturziel «Pflege einer verantwortungsvollen Finanzpolitik».

Milly Stöckli (SVP, bisher) nennt nicht nur die aufgeschobenen Investitionen, die für gute Jahresabschlüsse sorgten. «Die Steuereinnahmen haben sich in den letzten Jahren positiv entwickelt.» Die Anziehungskraft guter Steuerzahler könne mit einer guten Infrastruktur, einem guten sozialen Umfeld und einem tiefen Steuerfuss beeinflusst werden. Auch darum sagt Stöckli, im Wissen, dass die aufgeschobenen Investitionen auf die Gemeinde zukommen: «Eine Steuersenkung zeichnet sich ab, Schulden wurden abgebaut, die finanzielle Zukunft der Gemeinde sieht in den nächsten paar Jahren gut aus.»

 

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