Einfach mal geniessen können
09.05.2025 Region Oberfreiamt25 Jahre auf dem Horben
Stefan Villiger feiert Wirte-Jubiläum
Im ganzen Freiamt wird sie als Naherholungsgebiet geschätzt, die Hochebene auf dem Kamm des Lindenbergs. Als Ausflugsziel ist sie gar von überregionaler Bedeutung. So besonders ...
25 Jahre auf dem Horben
Stefan Villiger feiert Wirte-Jubiläum
Im ganzen Freiamt wird sie als Naherholungsgebiet geschätzt, die Hochebene auf dem Kamm des Lindenbergs. Als Ausflugsziel ist sie gar von überregionaler Bedeutung. So besonders wie der Horben ist auch seine Alpwirtschaft. Seit einem Vierteljahrhundert kümmert sich hier Stefan Villiger mit seinem Team ums kulinarische Wohl der Ausflügler. Dabei sind Elan und Flexibilität gefordert. --tst
25-Jahr-Wirtejubiläum auf dem Horben: Stefan Villiger feiert mit Belegschaft und Familie
Die Aussicht und die Naturschönheit machen den Horben zum beliebten Ausflugsziel und Naherholungsgebiet. Um die Bewirtung der Gäste kümmern sich hier seit einem Vierteljahrhundert Stefan Villiger und sein Alpwirtschaftsteam.
Thomas Stöckli
Am Montag wird gefeiert. Nicht auf dem Horben, sondern im «Niesenberg», Kallern. Am 12. Mai ist es nämlich genau 25 Jahre her, seit Stefan Villiger als Gastgeber in der Alpwirtschaft Horben übernommen hat. Und zu diesem besonderen Jubiläum sollen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einfach mal geniessen können. «Das haben sie sich verdient», betont er. Denn: «Ohne ihre Flexibilität und ihre Leistungsbereitschaft liesse sich so ein Betrieb nicht führen.» Und: «Das funktioniert nur, wenn alle am selben Strick ziehen.» Zum Fest mit Livemusik sind die über 40 Mitarbeitenden mit Partner eingeladen. Zusammen mit den Familienmitgliedern erwartet Villiger etwa 100 Leute.
Harter Start als Quereinsteiger
Die Erinnerungen an den Start vor einem Vierteljahrhundert sind schon etwas verblasst. «Es war schwierig», so Stefan Villiger, der sich als Quereinsteiger einer grossen Herausforderung gestellt und das Erbe seines Onkels angetreten hat. Von «Learning by doing» erzählt er, von «eigentlich war das zu viel». Und von einem abrupten Wechsel im sozialen Leben. Mit Ausgang war für den jungen Stefan Villiger vom einen Tag auf den anderen nichts mehr. Umso mehr schätzte er dann spontane Geselligkeit und gemütliche Stunden mit Gästen auf dem Horben.
Dass Villiger seit 25 Jahren auf dem Horben wirtet, spricht für das gute Einvernehmen mit der Alpgenossenschaft, welcher das Restaurant gehört, – und für die schönen Erfahrungen mit den Gästen. Dass Villiger trotz anfänglichen Mühen dranblieb, lag nicht zuletzt an der Freude der Leute, dass die Gastwirtschaft auf dem Horben weitergeht. So gewann er an Erfahrung und lernte, mit dem grossen Druck umzugehen, der Unberechenbarkeit, die bei einem Ausflugsbetrieb dieser Grössenordnung unweigerlich dazugehört.
Erlebnis «heile Welt»
Für Villiger bringt die Wirtetätigkeit eine Siebentagewoche mit sich. Am Dienstag ist zwar Ruhetag, das heisst aber nicht, dass nicht gearbeitet würde. Zu tun gibt es immer etwas, um für den nächsten Ansturm bereit zu sein. Für ihn heisst es insbesondere, die Planung an die kurzfristige Entwicklung anzupassen, hier eine personelle Reserve schaffen, dort noch den Beginn der Arbeitszeit leicht modifizieren. Für den folgenden Tag sei bereits um 9 Uhr der Kaffeehalt einer ersten, 30-köpfigen Reisegruppe angekündigt, verrät er beim Besuch dieser Zeitung, um 10 Uhr folgen drei weitere Cars mit insgesamt 110 Personen.
Sie kommen wegen der guten Bewirtung, aber auch um ein Stück «heile Welt» zu erleben, mit Blick zum Säntis und in die Berner Alpen. Jetzt gerät der Gastgeber ins Schwärmen, über die besondere Lage der Alpwirtschaft, über die Vielfalt an Gästen, die Funktion als Begegnungsort, wo die Leute sich nicht selten zueinander hinsetzen. «Man fühlt sich hier oben wie in einer anderen Welt», sagt er. Von allen Seiten ist das Ausflugsziel erreichbar, vom Freiamt und vom Luzerner Seetal, sogar aus dem Kanton Zug kommen die Leute «mit dem Car, mit Auto oder Töff, mit dem Velo oder zu Fuss, ja, manche gar mit dem Pferd», zählt Villiger auf. «Wir haben tolle Gäste, viele kennen wir, weil sie immer wieder kommen», auch für Familienfeiern und Weihnachtsessen von Firmen.
Grenzerfahrungen
«Wir spüren viel Wertschätzung», betont der Wirt, «aber natürlich gehört auch Kritik dazu. Und damit können wir gut umgehen.» Grundsätzlich sei der Gast König, findet er, fordert aber gleichzeitig auch für den Gastgeber Verständnis und Respekt ein. So könne es in ganz hektischen Zeiten auch mal vorkommen, dass Gäste abgewiesen werden müssen, weil schlicht die Grenzen des Machbaren erreicht seien. «Die struben Schönwettertage habe ich gern», betont Villiger. Hin und wieder sei aber auch ein ruhigerer Schlechtwettertag okay. «Die Belastung ist nicht ohne.»
Und wie geht es weiter auf dem Horben? «Da plane ich nicht zu weit voraus», winkt der Pächter ab. «Solange ich noch weitermache, werde ich den Kurs einhalten, auf dem wir unterwegs sind», sagt er. «Wie lange das noch sein wird, weiss ich nicht.» Erst wird nun das Wirtejubiläum gefeiert. Mit dem gut eingespielten Team, von dem einige schon seit den Anfangszeiten mit dabei sind, andere später dazukamen und ebenfalls geblieben sind. «Wir haben die besten Mitarbeiter», betont Villiger noch einmal. «Und mit guten Leuten zieht man auch weitere gute Leute an.»