Einseitiges Derby-Duell
29.08.2025 Sport, FussballAargauer Cup: FC Sarmenstorf – FC Bünz-Maiengrün 6:2 (3:0)
Die Sarmenstorfer, die in der Meisterschaft auf Derbys verzichten müssen, zelebrieren das Freiämter Cupduell gegen Bünz-Maiengrün und holen den Sieg. Bei den Gästen geht ...
Aargauer Cup: FC Sarmenstorf – FC Bünz-Maiengrün 6:2 (3:0)
Die Sarmenstorfer, die in der Meisterschaft auf Derbys verzichten müssen, zelebrieren das Freiämter Cupduell gegen Bünz-Maiengrün und holen den Sieg. Bei den Gästen geht der Fokus jetzt in Richtung Meisterschaft und Kampf um den Klassenerhalt.
Josip Lasic
Quasi mit dem Schlusspfiff fällt das letzte Tor des Spiels: Antonio Bujchevski verkürzt für Bünz-Maiengrün auf 6:2. Die beiden Treffer in der zweiten Halbzeit halten den Schaden für die Gäste in Grenzen. Gleichzeitig täuschen sie darüber hinweg, dass Bünz-Maiengrün in den ersten 45 Minuten besser gegen Sarmenstorf dagegenhalten kann.
Das sieht auch Visar Emini so. Er bildet gemeinsam mit Michael Hochstrasser das Trainerduo bei Bünz-Maiengrün. An diesem Abend steht er allein an der Seitenlinie und muss zusehen, wie sich sein Team in den ersten 45 Minuten unglücklich präsentiert. «Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, waren teilweise auf Augenhöhe mit Sarmenstorf. Gleichzeitig haben wir aber dumme Gegentore kassiert. Das 1:0 fällt früh nach einem blöden Fehler. Auch das 2:0 und das 3:0 sind vermeidbar. Nach diesem Rückstand war die Moral am Boden und es kam nicht mehr viel von uns.»
Burger bittet zum Tanz
In der 5. Minute durchbricht Sarmenstorfs Alessio Salamanna die Abwehr der Gäste und erzielt das 1:0. Das frühe Gegentor weckt Bünz-Maiengrün. Lang ist das Spiel ausgeglichen – bis nach etwas mehr als einer halben Stunde Sarmenstorf-Captain Fabian Winkler ungehindert schiessen kann. Der Routinier trifft aus der Distanz zum 2:0, wobei der Ball für Goalie Alessio Abate haltbar gewesen wäre. Fünf Minuten später erhält «Sarmi» einen Freistoss aus vielversprechender Position. Wieder zeigt Winkler seine Schusstechnik. Wieder wirkt Abate nicht souverän. 3:0. Die Messe ist gelesen. Doch Sarmenstorf-Stürmer Maurice Burger hat noch nicht genug und dreht auf. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff verwandelt er einen Pass von der linken Seite zum 4:0. Bujchevski verkürzt zwischenzeitlich nach einem Konter auf 4:1. Doch die Hausherren stürmen unbeirrt weiter. Burger kann zuerst einen Abpraller nach Schuss von Fabian Stutz unter die Latte knallen. Später verwertet er einen Eckball von Stutz per Kopf zu seinem dritten Tor. «Die Gegentreffer hätten nicht sein müssen, aber das Resultat nehmen wir gerne. Mit der Leistung bin ich zufrieden», sagt Sarmenstorf-Trainer Luca Giampà.
Der neue Mann an der Seitenlinie bei den Bühlmoos-Kickern, der im Sommer vom FC Mutschellen kam, hat mit seinen Spielern viel im konditionellen Bereich gearbeitet. «Es hat sich ausgezahlt», ergänzt er. Während bei den Gästen im Verlauf des Spiels der Kräfteverbrauch sichtbar war, konnte Sarmenstorf Vollgas geben. «Ich habe mir in der letzten Saison einige Spiele angesehen und da hat die Leistung des Teams oft ab der 60. Minute abgenommen. Das haben wir in den Griff bekommen.»
Guter Saisonstart für «Sarmi»
Das zeigt sich auch in der Meisterschaft. Dort hat «Sarmi» zuletzt einen Last-Minute-Sieg gegen Gontenschwil geholt und zuvor gegen Rupperswil in der Nachspielzeit ein 3:3-Unentschieden gesichert. Das Team ist nach drei Pflichtspielen ungeschlagen und geht mit viel Selbstvertrauen in die restliche Saison.
Ob sie nochmals in den Genuss eines Derbys kommen, hängt vom Losglück ab. Sarmenstorf spielt nicht in der gleichen Drittligagruppe wie Bünz-Maiengrün und die restlichen Freiämter Teams. Duelle gegen sie sind nur im Cup möglich. Für Giampà und Daniele Garofalo, die letzte Saison noch beim FC Mutschellen gekickt haben, wäre ein Wiedersehen mit ihrem Ex-Club ein besonders attraktives Los. «Das wäre wirklich super. Im Cup ist man als Underdog auch nicht zwingend im Nachteil. Aber wir nehmen jeden Gegner, der uns zugelost wird.»
Viel Arbeit für Bünz-Maiengrün
Für Bünz-Maiengrün ist das Cup-Abenteuer beendet. Das Hauptziel des Aufsteigers bleibt ohnehin der Klassenerhalt in der 3. Liga. In der Meisterschaft haben sie in den ersten zwei Spielen zwei Niederlagen kassiert. «Ein ausgeglicheneres Resultat jetzt im Cupspiel wäre gut fürs Selbstvertrauen gewesen», sagt Emini. Neben seinem Trainerkollegen Hochstrasser fehlten gegen Sarmenstorf auch viele Spieler. «Es waren ein paar darunter, die zusätzliche Qualität auf den Platz gebracht hätten. Aktuell lassen wir aber generell ein paar Tugenden vermissen, die für den Klassenerhalt nötig sind. Es gibt noch viel Arbeit.»
Für die Teams geht es erst nach dem Wochenende weiter. Bünz-Maiengrün spielt nächsten Dienstag, 20.15 Uhr, auswärts gegen Tabellenführer Würenlingen. Sarmenstorf empfängt zeitgleich den FC Gränichen.