Jochen Rueckert Quartett bei «Musig im Pflegidach»
Der in New York lebende Schlagzeuger und Komponist Jochen Rueckert stellt sein neues Quartett vor – eine Band, die bewusst als Herausforderung gedacht ist: musikalisch mit der jüngsten Generation ...
Jochen Rueckert Quartett bei «Musig im Pflegidach»
Der in New York lebende Schlagzeuger und Komponist Jochen Rueckert stellt sein neues Quartett vor – eine Band, die bewusst als Herausforderung gedacht ist: musikalisch mit der jüngsten Generation Schritt halten und sie gleichzeitig fördern. Am Sonntag, 8. März, um 20.30 Uhr im Pflegidach.
Seine Mitmusikerinnen und Mitmusiker sind allesamt Senkrechtstarter der New Yorker Jazzszene – rund zwei Jahrzehnte jünger als der Bandleader, aber auf Augenhöhe in Energie, Neugier und künstlerischem Anspruch. Jochen Rueckert gehört zu jener Generation europäischer Jazzmusiker, die in den frühen 2000er-Jahren das Epizentrum des Jazz – New York – nicht nur erobert, sondern nachhaltig mitgeprägt haben.
Als Sideman in stilbildenden Formationen lernte er, wie man Bands formt, Räume offen hält und musikalische Persönlichkeiten wachsen lässt. Sein eigenes Quartett mit Musikern wie Mark Turner, Lage Lund oder Mike Moreno tourte über 15 Jahre durch die USA, Europa und Asien – eine seltene Kontinuität im modernen Jazz. Parallel dazu war Rueckert in Langzeitprojekten aktiv. Auftritte auf den bedeutendsten Bühnen der Welt haben Rueckerts Spiel geprägt: aufmerksam, dienend, strukturbewusst und zugleich voller Freiheit. Für dieses neue Projekt umgibt er sich mit drei herausragenden Stimmen der jungen Szene.
Jung und hoch dekoriert
Die aus London stammende Trompeterin Alexandra Ridout sorgt derzeit international für Aufsehen. Mit nur 24 Jahren wurde sie mit dem Next Jazz Legacy Award ausgezeichnet, spielte mit der Blue-Note-All-Star-Band Artemis und gewann 2023 den Preis als Best Soloist bei den Keep an Eye Jazz Awards in Amsterdam. Ihr Spiel ist lyrisch und fokussiert, zugleich von bemerkenswerter Reife – eine musikalische Stimme, die lange nachklingt.
Kevin Sun aus Brooklyn ist ein Ausnahmemusiker am Tenorsaxofon: virtuoser Improvisator, produktiver Bandleader und bereits mit über acht Alben präsent. Er steht exemplarisch für eine Generation von Saxofonisten, die jenseits des grossen Rampenlichts auf atemberaubend hohem Niveau arbeitet – kompromisslos, intelligent und voller Tiefe. Der aus Neuseeland stammende Bassist Hamish Smith überzeugt mit einem rhythmisch kraftvollen, elastischen Spiel und grosser klanglicher Präsenz. Seine musikalische Zuverlässigkeit und Offenheit machten auch das Paquito D’Rivera Quintett auf ihn aufmerksam – ein klares Qualitätssiegel und ein Hinweis auf seine internationale Klasse.
Eigenes und Perlen der Jazzgeschichte
Im Zentrum des Abends stehen Rueckerts Eigenkompositionen: teils neu geschrieben, teils Stücke aus seinen sechs bisherigen Veröffentlichungen – frisch geschnitten, neu beleuchtet und offen für die Handschriften der Mitspielerinnen und Mitspieler. Ergänzt wird das Programm durch sorgfältig ausgewählte Perlen der Jazzgeschichte, die dem Konzert Leichtigkeit und Spielfreude verleihen.
Dieses Quartett ist kein nostalgischer Rückblick und kein jugendlicher Kraftakt – sondern ein lebendiger Dialog zwischen Erfahrung und Aufbruch. Musik, die atmet, zuhört, riskiert und verbindet. Ein Konzert für alle, die Jazz nicht als Stil, sondern als Haltung verstehen. --red
Weitere Informationen und Tickets: www.murikultur.ch.