Es bleibt weiterhin eng
29.08.2025 Region UnterfreiamtDie Pläne für die Sanierung der Hägglingerstrasse liegen öffentlich auf
Schon länger plant der Kanton die Sanierung der Kantonsstrasse zwischen Hägglingen und Niederwil. Nun liegt das Baugesuch öffentlich auf. Viel ändern soll sich ...
Die Pläne für die Sanierung der Hägglingerstrasse liegen öffentlich auf
Schon länger plant der Kanton die Sanierung der Kantonsstrasse zwischen Hägglingen und Niederwil. Nun liegt das Baugesuch öffentlich auf. Viel ändern soll sich nicht. Auch in Zukunft kann hier nicht aufs Gas gedrückt werden.
Chregi Hansen
Autofahrer wissen es: Die Verbindungsstrasse zwischen Hägglingen durch den Weiler Rüti und weiter nach Niederwil ist eng und kurvig. Dazu geht es stetig auf und ab, das erschwert die Übersicht. Schnell fahren kann man hier nicht. Und das soll auch in Zukunft so bleiben.
Zwar ist die Verbindung als Kantonstrasse K 384 klassifiziert. Doch der Abschnitt von Hägglingen bis Niederwil gilt nur als Lokalverbindungsstrasse. Die Strecke wird auch nicht sehr häufig befahren. Durchschnittlich werden rund 1100 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Trotzdem besteht Handlungsbedarf, sowohl die Strasse wie auch die Leitungen befinden sich in einem schlechten Zustand und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zudem beträgt die Breite teilweise keine fünf Meter und sind die Sichtzonen ungenügend.
Strassenführung wird beibehalten
Auch im vorliegenden Projekt soll die Strasse schmal bleiben. Vorgesehen ist der durchgehende Ausbau auf eine Breite von 5 Metern, mit einem 75 Zentimeter breiten Bankett auf beiden Seiten. Die bestehende Strassenführung wird dabei beibehalten. Der ganze Strassenoberbau wird erneuert. Die seitlichen Bankette werden bewusst schmal gelassen, um das Verhältnis zur Gesamtbreite der Strasse zu wahren und um den Erwerb von Landwirtschaftsland (grösstenteils Fruchtfolgeflächen) zu minimieren. Der Belagsüberbau ist in den 75 Zentimetern Bankett enthalten. Bei Begegnungsfällen mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen kann auf diese ausgewichen werden. Das Längs- und Querprofil wird minim angepasst und, wo nötig, optimiert.
Wie bis anhin wird es entlang der Strasse keinen Radstreifen geben. Zwar wurde ein solcher zwischen Hägglingen und Rüti auf Wunsch der Gemeinde geprüft, dies zur Sicherheit der Schüler aus Rüti. Die Idee wurde aber wieder verworfen, weil der Radstreifen nur von sehr wenigen genutzt würde und dafür die Strasse verbreitert werden müsste. Das würde dann aber wieder Autofahrer zu einem höheren Tempo verleiten. Zudem würde einiges mehr an Kulturland beansprucht werden. Durch das Ausscheiden von Sichtzonenflächen in den Kurven kann aber eine Verbesserung für den Radfahrer erreicht werden. Kein Thema sind Massnahmen für Fussgänger, es sind im Perimeter keine Gehwege oder Zebrastreifen vorhanden.
Speziell im Ortsteil Rüti sind aber einige Anpassungen nötig. So muss im Ortsteil eine kleinen Betonmauer, welche exakt entlang der Strasse verläuft, etwas weiter zum Hof hin verschoben werden. Die Länge wird dem neuen Terrainverlauf angepasst. Im Weiteren müssen verschiedene Zufahrten in die Strasse angepasst werden.
Parkplatz vom «Berghüsli» von der Sanierung betroffen
Betroffen ist auch der Parkplatz des Restaurants Berghüsli, hier wird ein Teil des Kiesplatzes beansprucht. An den Geschwindigkeitsvorgaben ändert sich nichts. Im Ortsteil Rüti gilt weiter Tempo 50, ausserorts Tempo 80 –, auch wenn man gar nicht so schnell fahren kann. Dass das Tempo nicht von Amtes wegen reduziert wird, hängt mit dem Strassenverkehrsgesetz zusammen. Dieses verpflichtet die Autofahrer, die Geschwindigkeit den Strassenbegebenheiten und Sichtweiten anzupassen.
Gleichzeitig mit der Sanierung der Strasse wird auch die Entwässerung verbessert. Dies macht Massnahmen an verschiedenen Stellen nötig. Auch die Kanalisation wird teilweise saniert. Gleichzeitig macht sich die AEW an den Ausbau des Stromnetzes. Kein Thema ist eine Beleuchtung. Nur einzelne Abschnitte im Weiler Juchstuud (ein Kandelaber) sowie Rütihöfe (zwei Kandelaber) und im Gebiet Zelgli (ein Kandelaber) sind heute punktuell ausgeleuchtet. Ein weiterer Ausbau ist nicht geplant. Die Standorte der Kandelaber werden wo notwendig der neuen Linienführung angepasst. Die Kandelaberfundamente werden ersetzt. Bei starker Korrosion werden die Kandelaber ebenfalls ersetzt. Die Leuchtmittel sind bereits auf LED umgerüstet.
2352 Quadratmeter Kulturland benötigt
Für das Sanierungsprojekt werden gesamthaft 2352 Quadratmeter Kulturland benötigt. Der Bodenpreis pro Quadratmeter wurde durch den Kanton auf 30 Franken ermittelt und gesetzt. Die Landerwerbspläne sind Teil der Auflage. Die Gesamtkosten betragen rund 6,59 Millionen Franken. Der Perimeter befindet sich im Ausserort. Die Gemeinde Hägglingen muss lediglich für die Sanierung der Werke bezahlen. Dafür wurde ein Kredit in der Höhe von 470 000 Franken bewilligt.