Es fehlte nicht viel

Di, 24. Aug. 2021

Basellandschaftliches Kantonalschwingfest in Muttenz – starke Vorstellungen der Freiämter

Joel Strebel ist in Muttenz knapp an seinem zweiten Kranzfestsieg vorbeigeschrammt. Im Schlussgang attackierte er Nick Alpiger vergeblich und verlor in der 10. Minute einen Konterangriff. Zum Schluss belegt er am Baselbieter «Kantonalen» in Muttenz gemeinsam mit seinem Freiämter Klubkollegen Andreas Döbeli Rang 2.

Der 24-jährige Aristauer Joel Strebel war auch nach dem Rangverlesen und mit aufgesetztem Kranz noch ziemlich angekratzt: «Dieser Schlussgang war scheisse», entfuhr es ihm. Im Vorfeld hatte das Freiämter Eidgenossenduo Döbeli/Strebel vom überfälligen Kranzfestsieg gesprochen. Dass ein solcher in Reichweite liegt, zeigte Joel Strebel mit seiner starken Tagesleistung im Baselbiet. «Die Leistung in den ersten fünf Gängen war sehr gut, deshalb ärgert mich die Schlussgangniederlage.»

Nick Alpigers Vorteil

Noch eine Spur besser agierte Nick Alpiger in seinen ersten fünf Einsätzen. Auch er gewann wie Strebel alle Gänge vor der Endausmarchung, sammelte dabei aber dank vier Plattwürfen einen halben Punkt mehr. Deshalb hätte ihm ein «gestellter» Schlussgang genügt. Entsprechend defensiv stellte sich Alpiger zum auf maximal zwölf Minuten angesetzten Endkampf. Der Freiämter Kurzspezialist versuchte in den ersten Minuten stürmisch, diese Abwehr zu durchbrechen. Doch Alpiger liess sich von Strebel nicht aus den Angeln schränzen.

Nach einer ruhigeren Phase intensivierte Strebel die Offensive nochmals. Darauf hatte Alpiger gewartet. In der zehnten Minute suchte Strebel den siegbringenden Wurf mittels inneren Hakens, aber der Staufener blieb standhaft. Strebel knickte ein, und Alpiger überstiess ihn reflexschnell auf die Schultern.

Emotionaler Sieger, geknickter Verlierer

Alpigers Leidenszeit seit der Verletzung am Eidgenössischen Schwingfest 2019 in Zug entlud sich nach dem Schlussgang in überschwänglichem Jubel und emotionalen Antworten im Siegerinterview. Die 1000 Zuschauer bekamen zu spüren, dass Nick Alpiger während der Coronakrise ein leidenschaftlicher Schwinger geblieben ist. Umso zerknirschter wirkte Joel Strebel. Nichts wurde aus dem zweiten Kranzfestsieg nach dem Solothurner Triumph 2019. Aber mit seiner spektakulär offensiven Kampfweise bleibt er auch am «Nordwestschweizerischen» am 4. September in Zunzgen ein Siegesanwärter.

Strebels Glanzleistungen waren die Siege über den Berner Aufsteiger des Jahres, Adrian Walther, und Patrick Räbmatter. Andreas Döbeli stand nach zwei überzeugenden Siegen im Anschwingen im dritten Gang Nick Alpiger gegenüber und verlor in der vierten Minute platt. «Das war Räbmatter-Technik», erklärte Alpiger nachher den Spezialgammen. Döbeli ärgerte sich: «Meine Absicht war ein Gestellter. Aber ich fand dazu nicht die richtige Einstellung. Ich hätte wohl besser mehr angegriffen.» Die restlichen drei Gänge entschied der Sarmenstorfer wieder für sich. Mit einem entschlossenen inneren Haken und nachfolgendem Brienzer vorwärts meisterte er den Baselbieter Leader Roger Erb. Zum Schluss forderte ihm der Solothurner Kranzer Fabian Bader alles ab, um den zweiten Rang zu sichern.

Pech für Philipp Joho: ein Viertelpunkt fehlte

Wie schon auf dem Brünig verpatzte Neukranzer Philipp Joho das Vormittagspensum. Mit zwei «Gestellten» und einer Niederlage gegen Widersacher in seiner Reichweite schien der Kranzgewinn bereits entschwunden zu sein. Aber am Schluss fehlte nach drei Siegen auf wundersame Weise nur ein Viertelpunkt und arithmetisches Glück. Wenn der Sarmenstorfer auch gegen den Solothurner Teilverbandskranzer Thomas Stüdeli eine Maximalnote geholt hätte, wäre die Überraschung perfekt gewesen.

Bis zum sechsten Gang in Kranzreichweite kämpfte Remo Vogel. Der Leichtgewichter aus Bergdietikon kam zuletzt in einem guten Kampf gegen den Berner Gast Dario Schafroth nicht über ein Remis hinaus. Achtbar schlugen sich die beiden weiteren Freiämter, Marco Küng und Jannis Furter, mit je zwei Siegen auf dem Notenblatt. --wr

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