Es geht weiter

Fr, 04. Jun. 2021
Michael Hohl (rechts) will nicht nur zuschauen. Er und der FC Muri wollen angreifen und den Klassenerhalt sichern. Bild: Archiv/jl

Der FC Muri vor dem Re-Start

Die Fans des Freiämter Fussballs haben einen Grund zur Freude. Es wird wieder gespielt. Der FC Muri macht den Anfang.

Es war eine gefühlte Ewigkeit, seit die Vereine aus der Region zum letzten Mal Fussball gespielt haben. Die Wartezeit ist vorbei. Übermorgen Sonntag, 14 Uhr, trifft der FC Muri in Opfikon-Glattbrugg auf den NK Pajde. Die Murianer sind der erste Verein aus der Region, der wieder ein Pflichtspiel absolvieren wird. 228 Tage nach ihrem letzten Einsatz in der Meisterschaft.

Vorgestern Mittwoch und gestern Donnerstag (nach Redaktionsschluss) fanden bereits einige Testspiele statt. Unter anderem hat der FC Muri gegen den FC Mutschellen gespielt. Die Klosterdörfler kämpfen in der Liga um den Klassenerhalt. Der nächste Gegner, der NK Pajde, ist ein direkter Konkurrent der Freiämter im Abstiegskampf. Das Team hat bisher nur einen Zähler auf dem Konto. Nach einer Fusion und zahlreichen Transfers bei Pajde wissen die Klosterdörfler allerdings nicht, was sie erwartet. --jl


Zwischen Vorfreude und Chaos

Fussball, 2. Liga interregional: NK Pajde – FC Muri (Sonntag, 14 Uhr, Sportanlage Au, Opfikon-Glattbrugg)

Endlich. Nach 228 langen Tagen wird der FC Muri wieder ein Pflichtspiel bestreiten. Übermorgen Sonntag geht es gegen Pajde Möhlin – die mittlerweile in Zürich spielen. Das erste Duell ist bereits Abstiegskampf pur.

Josip Lasic

Vor dem Duell gegen den NK Pajde ist die Vorfreude riesig bei Muri-Captain Michael Hohl. «Wieder Fussball spielen ist nach so einer langen Zeit etwas enorm Spezielles. Es ist unbefriedigend, wenn man nur eingeschränkt trainieren und nicht mal ein Freundschaftsspiel absolvieren kann.» Wenn übermorgen Sonntag das Duell zwischen Pajde und Muri angepfiffen wird, ist es 228 Tage her, seit Muri das letzte Pflichtspiel absolviert hat. Am 21. Oktober mussten sich die Murianer auswärts dem FC Einsiedeln mit 1:3 geschlagen geben. Der letzte Torschütze für Muri: Captain Michael Hohl.

Auch Trainer Piu freut sich. «Es ist ein Privileg, in Coronazeiten wieder Fussball spielen zu dürfen. Wir freuen uns und die Stimmung ist grossartig.»

Ära Rakitic ist vorbei bei Pajde

Der FC Muri kämpft in den verbleibenden drei Spielen – nach Pajde trifft er noch auf die Blue Stars Zürich und Klingnau – gegen den Abstieg. Der Gegner ebenso. Pajde hat im Gegensatz zu Muri noch vier verbleibende Spiele – allerdings auch deutlich weniger Punkte. Während Muri sich immerhin zehn Zähler erspielen konnte, hat Pajde bis jetzt nur einen einzigen Punkt auf dem Konto. Auf Papier ist Muri sicherlich Favorit, oder? «Ich weiss, dass Pajde noch alles geben will, um die Klasse zu halten», so Piu. Michael Hohl: «Nach einer so langen Pause ist es schwierig, sich selbst einzuschätzen. Und den Gegner sowieso. Wir wissen nicht, was sie alles an Vorbereitung gemacht haben. Nur, dass sie viele Mutationen im Team hatten.»

In der Tat. Pajde Möhlin war bisher bekannt als der Verein, bei dem der Vater des kroatischen Nationalspielers Ivan Rakitic Präsident ist. Das ist vorbei. Der Club hat einen neuen Präsidenten und fusioniert auf den 1. Juli mit dem Zürcher Drittligisten Zürich City SC. Trotz Fusion auf nächsten Sommer, sind unter den 20 Winterneuzugängen bei Pajde gleich zwölf Spieler des Zürcher Vereins dabei. Ausserdem spielt Pajde nicht mehr in Möhlin, sondern in Opfikon-Glattbrugg. Klingt alles chaotisch, sorgt aber dafür, dass die Murianer nicht wissen, was sie erwartet. «Was ich so mitbekommen habe, sind sie individuell sehr gut besetzt, müssen sich aber durch die zahlreichen Neuzugänge erst einspielen», sagt Piu.

Spiel für den ganzen Kanton

Die Klosterdörfler konzentrieren sich ohnehin primär auf sich. Dabei spielen sie indirekt für den ganzen Kanton. Grund: Mit dem FC Klingnau und dem FC Muri sind noch zwei Teams aus dem Aargauischen Fussballverband abstiegsgefährdet. Die Anzahl AFV-Absteiger aus der 2. Liga interregional hat direkten Einfluss auf die Aufsteigerzahlen aller tieferen Ligen. Mit einem Sieg Muris gegen Pajde wäre es bereits unmöglich, dass beide Aargauer absteigen.

«Ein schöner Nebeneffekt», sagt Michael Hohl. «Das beeinflusst uns aber nicht weiter. Wir wollen dafür sorgen, dass Muri die Klasse hält. Alles andere ist nicht so wichtig.» In Anbetracht der Direktbegegnung mit Klingnau am letzten Spieltag ergänzt er noch mit einem Augenzwinkern: «Wenn es für unseren Klassenerhalt nötig ist, Klingnau in die nächsttiefere Liga zu schicken, dann ist das eben so.»

Muri ist der Freiämter Pionier. Alle anderen Vereine steigen frühestens am nächsten Wochenende in die Meisterschaft ein. «Es wäre schön gewesen, wenn wir noch etwas Zeit für ein paar Testspiele mehr gehabt hätten», sagt Piu. Der FC Muri wird gegen Pajde auf Loris Völker verzichten müssen. Der Offensivspieler laboriert nach wie vor an einer Knieverletzung. Durch die Zugänge von Maid Djeladini, Diego Zoller (von Kosova Zürich) und Noaim Bayazi (FC Suhr) hat das Team an Breite in der Offensive gewonnen. «Ich glaube, dass wir vorne deutlich mehr Qualität haben als vor der Winterpause», sagt Hohl. «Uns hat da einfach die Breite gefehlt. Die ist jetzt vorhanden.»

Keine weitere Verzögerung

Dafür scheint es jetzt defensiv zu hapern. Im Winter verliessen die Innenverteidiger Daniele Garofalo (zu Mutschellen) und Erick Ntsika (Pause) den Verein. Das Problem: Neuzugang Edi Duvnjak (Dietikon) und Jan Burkard sind neben Völker die beiden Spieler, die ebenfalls angeschlagen sind. Ob sie gegen Pajde spielen können, ist unklar. Piu will Simone Parente mit Michael Iloski oder mit Sandro Streuli im Abwehrzentrum spielen lassen. «Für Streuli spricht die Erfahrung. Iloski ist mit seinen 18 Jahren noch etwas spritziger. Es wäre gut, wenn wir etwas mehr Zeit gehabt hätten, damit sich die Abwehr in dieser Konstellation einspielen kann. Aber wir nehmen die Situation, wie sie ist.»

Captain Michael Hohl hingegen ist froh, dass er keine Woche mehr warten muss. «Wir mussten genug lange warten, um wieder Fussball zu spielen. Wir freuen uns und wollen wieder spielen.»

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