Finanzausgleich: Solidarität ein Fremdwort
16.01.2026 Wohlen, LeserbriefeIm Jahr 2016 wurde vom Grossrat grossmehrheitlich dieses Gesetz (Finanzausgleich im Kanton Aargau) beschlossen. «Der Finanzausgleich» sorgt dafür, dass die Unterschiede zwischen den Gemeinden hinsichtlich ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit nicht zu gross werden. Zu ...
Im Jahr 2016 wurde vom Grossrat grossmehrheitlich dieses Gesetz (Finanzausgleich im Kanton Aargau) beschlossen. «Der Finanzausgleich» sorgt dafür, dass die Unterschiede zwischen den Gemeinden hinsichtlich ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit nicht zu gross werden. Zu diesem Zweck leisten finanzstarke und weniger belastete Gemeinden Abgaben in den Finanzausgleich, finanzschwache und stark belastete Gemeinden erhalten Beiträge. Dieses funktionierende System gibt es ja auch auf Bundesebene.
Die Gemeinde Wohlen hat bisher rund 40 Millionen Franken erhalten und bekommt im Jahr 2026 wiederum 5 080 000 Franken.
Jetzt soll die Änderung des Finanzausgleichsgesetzes, aufgrund von Anträgen der finanzstarken Gemeinden, korrigiert werden. Diese Gemeinden müssen nun weniger abliefern und die Finanzschwachen bekommen jetzt darum auch weniger. Die Mitte Wohlen zeigt in der detaillierten Analyse von Harry Lütolf auf, dass von 140 Grossrätinnen und Grossräten und deren Wohngemeinden 76 mit der Revision schlechtergestellt werden. Lütolf setzte sich im Grossen Rat stark für die finanzschwächeren Gemeinden ein.
An der Grossratssitzung vom 13. Januar wurde nun die Korrektur mit 96 Ja zu 35 Nein, bei zwei Enthaltungen (u. a. Oberwil-Lieli, Steuerfuss 48 Prozent), beschlossen.
Das hat zur Folge, dass Wohlen inskünftig 490 000 Franken weniger bekommt.
Bei der Behandlung des «Dekrets» im Sommer könnte die beschlossene Änderung noch korrigiert werden, was wohl kaum passieren dürfte.
Wohlen bietet für die kleineren Gemeinden der Regionen auch viele Vorteile, die auch rege benützt werden (Schulen, Kantons- und Gewerbeschule, Sportanlagen, Schwimmbad, Einkaufsmöglichkeiten, Infrastruktur, Kultur und Vereine, u. a. Fussballschule Waltenschwil vom FC Wohlen).
Alle vier Wohler Grossräte, verschiedener Parteien, haben sich gegen die Korrektur und somit für ihre Gemeinde ein- gesetzt. Auch die Grossräte von Fischbach-Göslikon (Steuerfuss 109 Prozent) und Jonen (Steuerfuss 83 Prozent) wollen keine Veränderung.
Gerade zehn Grossrätinnen und Grossräte von kleineren und finanzstarken Gemeinden des Bezirks Bremgarten haben sich für die Korrektur ausgesprochen. Das ist ihr gutes Recht, auch wenn sie für den ganzen Bezirk gewählt sind: Arni (Steuerfuss 83 Prozent), Berikon (89 Prozent), Bremgarten (104 Prozent), Niederwil (103 Prozent), Unterlunkhofen (74 Prozent).
Die grösseren Gemeinden des Bezirks Bremgarten, Wohlen (Steuerfuss 116 Prozent), Dottikon (92 Prozent), Sarmenstorf (105 Prozent) und Villmergen (102 Prozent), die jetzt schlechtergestellt werden, haben sicher auch wesentlich zu ihrer Wahl in den Grossen Rat beigetragen. Das sollte man in Erinnerung behalten.
Ehemalige Einwohnerratspräsidenten der Mitte: Hans Hübscher, Meinrad Meyer, Robert Steffen
