Für alle, die Durst haben
14.03.2025 MuriKein Vergleich zu vorher
Staubli Getränke beziehen ihren Neubau an der Pilatusstrasse in Muri
Ganz viel Platz. «Endlich», sagen Marco und Andrea Staubli. Am 21. und 22. März feiern sie die Eröffnungstage ihres Neubaus. ...
Kein Vergleich zu vorher
Staubli Getränke beziehen ihren Neubau an der Pilatusstrasse in Muri
Ganz viel Platz. «Endlich», sagen Marco und Andrea Staubli. Am 21. und 22. März feiern sie die Eröffnungstage ihres Neubaus. «Für uns ist das ein Meilenstein», sagen sie.
Annemarie Keusch
Es sind Retouren des letzten grossen Fasnachtsanlasses der Region. «Vorher wäre das unmöglich gewesen», sagt Marco Staubli. Paletten ein paar Tage einfach stehen lassen, das ging nicht. Der Platz wurde sofort wieder gebraucht. «Manchmal wurden 80 Paletten angeliefert, wir hatten am Lager aber nur noch Platz für zehn. Improvisieren gehörte zur Tagesordnung.» Chaotisch und hektisch sei es bisweilen gewesen, sagt seine Frau Andrea Staubli. Doch diese Zeiten sind nun definitiv vorbei.
Das 22 Meter hohe Hochregallager haben sie bereits vor einiger Zeit bezogen. Aktuell laufen die letzten Arbeiten, damit der Bevölkerung in einer Woche der neue Laden präsentiert werden kann. Noch sind einige Regale leer, ein paar Handwerker an der Arbeit. Ein ruhiges Wochenende haben die Staublis ganz sicher nicht vor sich. «Das gehört dazu», meinen sie und lachen. Denn trotz aller Arbeit überwiegt die Vorfreude, die Kundinnen und Kunden bald im neuen, rund viermal grösseren Verkaufsladen begrüssen zu dürfen. Dass alle rund 6000 Produkte präsentiert werden können, davon konnten sie vorher nur träumen.
Mehr Platz. Diese Beschreibung trifft auf fast alles zu. «So wie vorher, das ging fast nicht mehr. Nun können wir viele Leergänge sparen», sagt Marco Staubli. Keine Palette mehr muss zigmal verschoben werden. Und es gibt Neuerungen: einen Degustationsraum beispielsweise oder einen begehbaren Kühlschrank. Rund zehn Millionen Franken haben die Staublis investiert – in einer Woche zeigen sie das «schönste Industriegebäude Muris».
Der Neubau der Staubli-Banz Getränke AG bringt einiges an Innovation mit sich
Per Förderband werden die Paletten automatisch ins Hochregallager verfrachtet. Ein selbst fahrender Stapler stellt die Ladungen für die Lastwagen bereit. Bei der Staubli-Banz Getränke AG funktioniert neu vieles automatisch. Am 21. und 22. März zeigen sie ihren Neubau an der Pilatusstrasse 3.
Annemarie Keusch
Sie haben keine Ahnung. Wo das Sinalco sein könnte? Wo das Valaisanne-Lager? Wo der Senza Parole Bianco? «Das System weiss es, das reicht», sagt Marco Staubli und lacht. Er weiss noch genau, wie lange die Suche nach gewissen Produkten dauerte, als das System im neuen Hochregallager noch nicht wie gewünscht funktionierte. «Wir haben gesucht und gesucht.» Seit einem Jahr ist das neue, moderne, grosse Lager in Betrieb. «Das erste halbe Jahr wollen wir nicht zurück», meint er. Als noch nicht alles wie gewünscht programmiert war. Als Suchaktionen dazugehörten. Als es bisweilen nicht viel weniger chaotisch war als vorher, als das Lager noch viel kleiner war. Mittlerweile ist davon nichts mehr zu spüren. «Alles funktioniert», sagt Staubli.
Keine festen Plätze mehr
Angelieferte Paletten voller Getränke werden automatisch per Förderband ins Hochregallager gefugt. 22 Meter hoch ist dieses, neun Stockwerke an Paletten sind übereinander gelagert. 1620 Palettenplätze sind es total. «1800 weitere kommen im manuellen Bereich hinzu», sagt Marco Staubli. Dort, wo die Bestellungen gerüstet werden. Auch hier hat das Rivella rot nicht mehr seinen fixen Platz wie vorher. «Ohne künstliche Intelligenz im Hintergrund wäre es ohne feste Plätze nicht gegangen», sagt Staubli. Heute geht es – problemlos. Wo heute das Eptinger Mineralwasser steht, kann morgen der Suure Moscht von Ramseier sein. Fertig zusammengestellte Bestellungen kommen zurück ins Hochregallager und werden dort am benötigten Tag von einem selbst fahrenden Stapler für den vorgesehenen Lastwagen bereitgestellt.
Einfach weitermachen kam nicht infrage
Es ist Hightech, was im Neubau der Staubli-Banz Getränke AG eingebaut wurde. Rund zehn Millionen Franken haben die Staublis investiert. «Der Erfolg in dieser Branche geht fast nur noch über die Menge. Entsprechend kam es für uns nicht infrage, einfach so weiterzumachen wie bisher», sagt Andrea Staubli. Unter den immer prekäreren Platzverhältnissen habe vor allem auch die Effizienz gelitten.
Das ist im Neubau anders. Effizienz wird im Lager und bei der Bereitstellung grossgeschrieben. Die Staublis konnten dabei eigene Ideen umsetzen und haben selbst mitgestaltet – nicht nur im neuen Verkaufsladen. 1972 wurde die Staubli-Banz Getränke AG gegründet, 2005 übernahm Marco Staubli von seinem Vater. Die Investition zeigt deutlich: Sie wollen die Erfolgsgeschichte weiterschreiben. «In allen Bereichen», sagt Marco Staubli. Ob Event-Veranstalter, Privatpersonen, Gastronomie, Firmen, Institutionen – «zu unserer Kundschaft zählen alle, die Durst haben». Und diesen Leuten wollen die Staublis künftig mehr als einfach Getränke anbieten, sondern ein Erlebnis.
Begehbarer Kühlschrank für kalte Getränke
Andrea Staubli spricht von einem «Ambiente, das Wohlbefinden und zugleich Begeisterung weckt». Gemeint ist damit der neue Verkaufsladen. Im Vergleich zur vorherigen Situation an der Maiholzstrasse können sie ihr ganzes Sortiment präsentieren. «Gerade im Wein- und Bierbereich haben wir dieses noch erweitert», sagt Andrea Staubli. Und sie sind die Einzigen im ganzen Land, die das ganze Monini-Sortiment anbieten, die Sirups und die Liköre.
Was ebenfalls neu ist: ein begehbarer Kühlschrank. Die Kundschaft kann also für den spontanen Grillabend gekühltes Bier kaufen, nicht nur einzelne Flaschen, sondern ganze Harassen. Übrigens haben sie auch das Angebot an alkoholfreiem Bier stark erhöht. «Ein Trend», weiss Andrea Staubli. Ebenfalls neu ist eine Lounge, die als Degustations-, Event- oder Schulungsraum genutzt werden kann.
Bier-Sommelier, Hüpfburg und viele Aktionen
2019 fingen die Gedanken rund um einen Neubau an zu kreisen. Nach einem pandemiebedingten Unterbruch wurde es mit dem Spatenstich 2023 konkret und nun haben die Staublis das neue Hochregallager längst bezogen und beliefern die Standorte in Sins, Engelberg, Affoltern am Albis und Oberentfelden von hier aus, auch der Laden folgt. Ab Montag werden die Kunden an der Pilatusstrasse 3 empfangen. Die offizielle Eröffnung ist am Freitag, 21. März, 8 bis 20 Uhr, und am Samstag, 22. März, 8 bis 18 Uhr, geplant. Mit Weindegustation, Führung durch den Betrieb, Hüpfburg und Ballonen für die Kinder, Bierdegustation mit einem Bier-Sommelier, Festwirtschaft mit Älpler-Magronen und vielen Aktionen.
Der bisherige Standort an der Maiholzstrasse wird geschlossen. Was damit passiert, ist noch unklar. «Zuerst wollen wir etwas durchatmen», sagen die Staublis. Schliesslich haben sie intensive Monate hinter sich und noch ein intensives Wochenende vor sich.


