Gerüst steht, nun folgt Mitwirkung
23.05.2025 Region Oberfreiamt, SinsEntwicklungsrichtpan der Gemeinde Sins zeigt, wie es im Zentrum weitergeht
Nach dem Workshop mit der Bevölkerung vergangenen Oktober hat der Entwicklungsrichtplan (ERP) Dorf weiter Gestalt angenommen. Die Ergebnisse wurden nun der Bevölkerung vorgestellt und ...
Entwicklungsrichtpan der Gemeinde Sins zeigt, wie es im Zentrum weitergeht
Nach dem Workshop mit der Bevölkerung vergangenen Oktober hat der Entwicklungsrichtplan (ERP) Dorf weiter Gestalt angenommen. Die Ergebnisse wurden nun der Bevölkerung vorgestellt und diese ist jetzt aufgerufen, weiter mitzuwirken.
Der Küngsmattsaal war mit knapp 50 Personen nicht ganz so gut gefüllt, wie sich das die Verantwortlichen gewünscht hätten. Nach seiner Begrüssungsrede übergab Ammann Josef Huwiler das Wort Jannine Stüdeli vom Planer-Büro Karo. Sie erläuterte, was sich in den letzten rund sechs Monaten bezüglich Entwicklungsrichtplan Dorf (ERP) getan hat und welches Ziel der Abend mit sich bringen soll: «Wir wollen die fünf Teilbereiche genau erklären und die Möglichkeit geben, Fragen und Anliegen zu beantworten. Zudem werden wir Rückmeldungen aufnehmen und je nachdem die Pläne nochmals anpassen.» Silja Dietiker, ebenfalls vom Planer-Büro Karo, übernahm die Vorstellung der einzelnen Bereiche. «Wir haben für jeden Bereich einen Konzeptplan mit Zielen und Handlungsfeldern erstellt», so Dietiker. Jeder Teilbereich hat zudem eine Legende, der weitere Details zu der Planung gibt. Beispielsweise, wie der Strassenraum aufgewertet werden könnte.
Als Erstes stellte sie den «Dörflichen Kern» vor, der das Gebiet rund um den Einhornkreisel definiert. Er gilt bei den Planern als wichtigstes Teilgebiet und soll eine hohe Aufenthaltsqualität aufweisen. Beispielsweise mit schattenspendenden Bäumen, Sitzmöglichkeiten oder auch einem Brunnen. «Hier wollen wir kleine Plätze schaffen, die zu kurzen Pausen, zum Treffen oder als Spielorte für Kinder geeignet sind.» Sie räumt aber ein, dass es sich nicht um Dorfplätze, sondern um kleinere Aufenthaltsorte handelt. Zudem sollen in diesem Bereich die Erdgeschosse der Immobilien von Läden, Dienstleistern oder Gastrobetrieben genutzt werden, um den Dorfkern zu beleben. Einige Bauten wurden im Plan mit einem gelben Punkt vermerkt. Dazu gehört beispielsweise das Gebäude, wo das Restaurant Mexicano drin ist. «Diese Häuser wirken sich positiv auf das Ortsbild aus und haben deshalb eine wichtige Funktion. Bei Verdichtungsabsichten ist ein Erhalt, ein Umbau oder eine Erweiterung dieser Bauten zu priorisieren», erklärte die Planerin.
Vorzonen unterschiedlich halten
Der zweite Bereich nennt sich «Wohnund Gewerbestrasse». «Hier möchten wir überhohe Erdgeschoss-Räume ermöglichen, sodass die Sockelgeschosse offen gestaltet sind. Zusätzlich soll es in dieser Zone Kurzparkierungsmöglichkeiten geben.» Über welche Zufahrt dieses Gebiet erschlossen werden soll, muss noch definiert werden. Aktuell gibt es zwei Varianten.
Das dritte Teilgebiet erschliesst sich um die Aarauerstrasse. Es wird als «Wohnachse» definiert. Hier sollen die Wohn-Vorzonen mit Stauden, Bäumen oder Hecken gestaltet werden. «Es geht beispielsweise darum, dass man Tiefgaragen-Einfahrten zurücknimmt und genug Grünflächen rundum baut. Auch die Entsorgungsstellen sollen so gestaltet werden, dass sie versteckt sind und man sie nicht als Erstes wahrnimmt», erklärte Dietiker.
Fussgängern Beachtung schenken
Das «Scharnier» ist ein Teilstück der Luzernerstrasse/Lettenstrasse. Dieses Zwischengebiet bietet Potenzial zum baulichen Verdichten, soll aber einen guten Übergang zum Teilstück «Dörflicher Kern» bieten. Ein wichtiger Punkt im «Scharnier» ist der Knoten bei der Lettenstrasse. «Hier wollen wir die Verkehrssituation für die Fussgänger aufwerten. Beispielsweise könnten die Radien verkleinert oder eine Trottoir-Überfahrt erstellt werden», so die Planerin.
Das letzte Teilstück widmet sich dem «Zentrum am Bahnhof». Der Charakter soll hier durch grosse, moderne Bauten gegeben werden, sodass das Potenzial dieses Gebietes ausgeschöpft werden kann. Entlang der Bahnhofstrasse sollen die Baumreihen wo möglich ergänzt werden. Dazwischen könnten Längsparkfelder liegen, damit es keine grossen Parkierungsflächen gibt. Auch in diesem Bereich wird Wert auf eine hohe Aufenthaltsqualität als Begegnungsort gelegt.
Wenige Fragen, lange Diskussionen
Bei der anschliessenden Fragerunde gab vor allem der Verkehr zu reden sowie die Unterdorfstrasse. «Der Verkehr durch das Dorf müsste sich in den kommenden Jahren noch weiter reduzieren, wenn alle Navigationsgeräte den Umfahrungstunnel angeben», erklärte Gemeinderat Jakob Sidler. Zur Unterdorfstrasse nahm Gemeindeamman Huwiler Stellung und meinte, dass die Gemeinde nicht für diese Strasse zuständig ist, da sie in Privatbesitz ist.
Der ganze Entwicklungsrichtplan Dorf ist ab sofort auf der Gemeinde-Homepage aufgeschaltet. Die Bevölkerung wird eingeladen, bis am 14. Juni mitzuwirken. Wer Ideen und Anregungen hat, kann diese per Mail an bauen@sins.ch schicken. Diese Eingaben werden danach ausgewertet und fliessen gegebenenfalls in den definitiven Entwicklungsrichtplan Dorf ein. Sobald dieser vom Gemeinderat beschlossen ist, wird er behördenverbindlich. --rah