Gesunde Alternative

Fr, 19. Feb. 2021
Bäcker Marcel Paa hat mit «hello sweety» eine Neuheit erfunden: Sein Zucker eignet sich ideal für das Backen und ist mit 50 Prozent weniger Kalorien um einiges gesünder. Bild: Celeste Blanc

Sinser Bäcker erfindet Zuckerersatz

Seit September 2020 ist «hello sweety» auf dem Markt und die Nachfrage ist bereits gross.

Marcel Paa hat mit «hello sweety» eine Neuheit erfunden: Sein Zuckerersatz besitzt die Eigenschaften von herkömmlichem Kristallzucker, ist aber mit 50 Prozent weniger Kalorien um einiges gesünder. Zwar gibt es bereits eine breite Palette an Süssungsmitteln zu kaufen. Doch «hello sweety» eignet sich besonders für das Backen. Die Rezepte dazu liefert Marcel Paa, ehemaliger Konditorchef des Crea Beck in Sins, auf seinem eigenen Youtube-Kanal. --red


Der Zucker für alles und jeden

«hello sweety»: Die neuste Erfindung in Sachen Zuckerersatz kommt aus Sins

Der Bäckermeister und Youtube-Star Marcel Paa liebt es, eigene Rezepte zu entwickeln. Durch diese Leidenschaft entstand sein neuster Streich: Mit «hello sweety» hat er eine gesunde Alternative zum Kristallzucker erfunden. Die Nachfrage ist gross.

Celeste Blanc

Zu viel Zucker ist ungesund – eine Erkenntnis, die seit mehreren Jahren bekannt ist. Als Alternative gibt es zwar eine breite Palette an Süssungsmitteln zu kaufen. «Doch sie eignen sich so gar nicht für das Backen», weiss Marcel Paa, ehemaliger Konditorchef des Crea Beck in Sins und heute durch seinen Youtube-Kanal «Einfach Backen» bei passionierten Hobbybäckern weit bekannt. Da bei Zuckeralternativen wie Sukrin, Assugrin oder Stevia die wichtigen Eigenschaften des Kristallzuckers wie die des Karamellisierens, Konservierens und Stabilisierens beim Backen fehlen, hat Paa mit «hello sweety» eine Neuheit erfunden: Sein Zuckerersatz besitzt ebendiese Eigenschaften, ist aber mit 50 Prozent weniger Kalorien um einiges gesünder. Seit September 2020 ist «hello sweety» auf dem Markt und die Nachfrage ist bereits gross. «Wir haben im September 6000 Einheiten bestellt. Ende Jahr mussten wir bereits wieder nachbestellen», freut sich der 36-jährige Bäckermeister.

Für Backerfolg braucht es Zucker

Die Erfolgsgeschichte begann damit, dass Paa vor drei Jahren bei seinem Projekt «Zuckerfrei» für drei Monate komplett auf Kristallzucker verzichtete. «Als damaliger Konditorchef beim Crea Beck nicht gerade einfach», lacht er. Für seine Backware musste er beim Süssmittel auf die gängigen Alternativen wie Agaven-Dicksaft oder Stevia zurückgreifen. Doch die Backversuche schlugen oft fehl: «Meine Familie war die Testesser. Einmal meinte mein Sohn, der Kuchen sei ein Wurfgeschoss, so klumpig war er.» Das Problem war, dass die Süssungsmittel nicht die Eigenschaften von Kristallzucker aufwiesen. Diese braucht es im Kuchen für das Binden und Stabilisieren des Teigs oder bei der Konfitüre für ihre Konsistenz oder das Konservieren. «Das Fazit meiner drei Monate ohne Zucker war, dass es ohne nicht geht», so der Marcel Paa. Deshalb musste eine Alternative her: «Ich war sehr überrascht, dass es eine solche auf dem Markt noch gar nicht gab.» Der Bäcker fing daraufhin an, natürlich vorkommenden Zucker wie Isomaltulose, Inulin, Erythrit (E 968) und Stevia (E 960) zu kombinieren.

Mehrere Testversuche

«Mehrere hundert Versuche» brauchte der Bäcker, bis er die ideale Mischung beisammen hatte. «hello sweety» ist der einzig bekannte Süssstoff, der zu 100 Prozent aus natürlichen Zutaten besteht, nur die positiven Zuckereigenschaften vereint, kalorienarm, vegan, laktose- und glutenfrei und sogar zahnschonend ist. Beim Backen kann er bei gleicher Dosierung wie Kristallzucker verwendet werden und enthält weder zusätzliche Fett- noch andere Stoffe. Weiter weist er funktionale Wirkungen wie das Ausschütten von Dopamin auf, fördert die Darmbakterien und führt zu geringer Beeinflussung des Blutzuckerspiegels. «Dieser Zucker kann von jedem konsumiert werden, der auf eine zuckerfreie Ernährung achten will oder muss. Somit eignet er sich für Diabetiker, jene, die an Fruchtzuckerunverträglichkeit leiden, Veganer, Sportler und all jene, die sich kohlenhydratarm ernähren wollen», so Paa. Ein weiterer Pluspunkt ist der natürliche Geschmack nach der Verarbeitung, denn «hello sweety» weist weder einen fremden noch einen übersüssten Geschmack auf.

Soll auch preislich überzeugen

Seit September 2020 ist «hello sweety» in Paas Online-Shop und im Crea Beck in Sins erhältlich. Auch kann er online über Mr. Vegan oder Brack.ch bestellt oder in Lebensmittelgeschäften wie SPAR, Müller und ab Sommer 2021 auch in 400 Coop-Filialen bezogen werden. Das nächste Ziel des 36-jährigen Bäckermeister ist es, den Verkaufspreis zu senken. Heute ist «hello sweety» im vergleichsweise teureren Preissegment neben Assugrin, Sukrin oder Ähnlichem zu finden: «Ziel ist es, ‹hello sweety› zukünftig so günstig wie Kristallzucker zu verkaufen und somit allen für kleines Geld zugänglich zu machen.» Dafür muss «hello sweety» im grossen Stil produziert werden. Doch auch hier hat Paa bereits einen Plan: Er hat sich bei der Schweizer Fernsehproduktion «Die Höhle der Löwen» angemeldet und sein Produkt im Casting bereits vorgestellt. «Wir hoffen, in die Endausscheidung zu kommen, um die Investoren für uns zu gewinnen», verrät Paa. Auch ist eine umweltfreundliche Verpackung angedacht: «Die ersten Rückstellungsmuster sind positiv und lassen in Zukunft die Möglichkeit einer nachhaltigen Verpackung zu.» In der jetzigen Packung ist der Zucker drei Jahre haltbar.

Neue Rezepturen entwickeln

Das grosse Echo und die positiven Rückmeldungen motivieren den ambitionierten Bäckermeister: «Ich kenne niemanden, der sagt, es sei ein ‹Seich.›» Nebst der Vermarktung seines Zuckers arbeitet der Bäcker zudem fleissig an anderen Zukunftsprojekten: Er ist am Relaunch seiner Back-Academy, erarbeitet für seine Homepage einen modernen Rezept-Blog und dreht dreimal die Woche neue Videos für seinen Youtube-Kanal, auf dem ihm 118 000 Menschen folgen. «Neue Rezepte zu entwickeln ist eine meiner Leidenschaften», so Paa, der diese dann auf Youtube vorbäckt und passionierte Bäckerinnen und Bäcker an seinen leckeren Ideen teilhaben lässt. «Jedes meiner Rezepte erzählt eine Geschichte. Doch es geht nicht um die Rezeptur, sondern um die Emotionen, die es bei den Menschen auslöst», lächelt er. Freude am Backen und das nötige Know-how weitergeben, das wird Paa auch in Zukunft antreiben, neue, vielfältige und revolutionäre Rezepte zu den Themen Brot, Kuchen oder Torten unter das Volk zu bringen.

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