Eishockey, 3. Liga, Play-offs: HC Fischbach-Göslikon – EHC Burgdorf II 3:4
Burgdorf wird seinem Ruf als starker Gegner gerecht. Umso bitterer, dass Fi-Gö gegen die Berner eine 2:0-Führung vergibt. Die Freiämter sind im Rückspiel am ...
Eishockey, 3. Liga, Play-offs: HC Fischbach-Göslikon – EHC Burgdorf II 3:4
Burgdorf wird seinem Ruf als starker Gegner gerecht. Umso bitterer, dass Fi-Gö gegen die Berner eine 2:0-Führung vergibt. Die Freiämter sind im Rückspiel am Donnerstag jetzt unter Zugzwang.
Josip Lasic
Mit der Schlusssirene fängt Burgdorf-Goalie Michael Kaufmann den letzten Schussversuch von Fi-Gö ab. Danach ist das Spiel vorbei und die Berner jubeln. «Wenn das Resultat so eng ist, fühlt sich die Niederlage umso bitterer an», sagt Fi-Gö-Spielertrainer Michel Simmen. «Mir hat allerdings über das ganze Spiel hinweg der absolute Wille gefehlt, wirklich gewinnen zu wollen.»
Zumindest der Spielverlauf liess das nicht erahnen. Bereits in der 4. Minute bringt Patrick Bula die Freiämter in Führung. Die Gastgeber sind lange mindestens auf Augenhöhe mit Burgdorf. Nach 24 Minuten geht ein Raunen durch den Schüwo-Park. Die über 240 Zuschauer drücken ihre Enttäuschung aus, dass ein Schuss von Fi-Gö-Captain Vincenzo Di Federico nur die Latte trifft. Für die Schiedsrichter reicht das offenbar aus. Kurioserweise geben sie das Tor für die Fischbach-Gösliker.
Geschenk nicht angenommen
Trotz des geschenkten Tores, trotz der 2:0-Führung stehen die «Indianer» am Ende mit leeren Händen da. Die Chance in der «Best of 3»-Serie in Führung zu gehen, wurde durch eine Phase verpasst, in der man Simmens Aussage bezüglich mangelndem Siegeswillen zustimmen muss. Kurz vor Ende des zweiten Drittels fällt der Anschlusstreffer, was Fi-Gö den Stecker zu ziehen scheint. Gleich nach Wiederanpfiff erzielt Burgdorf den Ausgleich. Wenig später drehen die Gäste die Partie und gehen erstmals in Führung. Nach dem 2:4 dreht Fi-Gö dann wieder auf. Zwischenzeitlich nimmt das Heimteam sogar den Goalie raus, um mit einem Feldspieler mehr zu agieren. Zu mehr als dem Anschlusstreffer reicht es allerdings nicht. Unter anderem, weil der Gegner den Goalie drinlässt und Michael Kaufmann für Burgdorf mehrere Fi-Gö-Chancen entschärft. «Er war wirklich gut», gibt Simmen zu. «Wir hätten hingegen das ganze Spiel über so auftreten müssen wie zuletzt ohne Goalie. Das zieht sich irgendwie durch unsere ganze Saison. Wir machen immer das absolute Minimum. In der Regular Season hat das gereicht. In den Play-offs ist das zu wenig.»
Nur «ein bisschen» unter Druck
Jetzt steht es in der Serie 0:1 aus Fi-Gö-Sicht statt 1:0. «Schade, weil ich auch den Eindruck hatte, dass Burgdorf nicht seinen besten Tag eingezogen hat. Es war machbar», so Simmen. Mit dieser Hypothek reisen die Fischbach-Gösliker zum Rückspiel übermorgen Donnerstag. Um 20 Uhr ist Anpfiff in Burgdorf. «Wir haben keinen Druck. Beziehungsweise nur ein wenig», sagt der Spielertrainer lächelnd. Sein Ziel ist, einen Auswärtssieg zu holen und damit ein drittes Spiel auf der Wohler Eisbahn zu erzwingen. Dieses wäre am nächsten Sonntag, 17.15 Uhr.
Abschliessend versucht Simmen noch Mut zu machen. «Bisher haben wir uns in den Play-offs auswärts meistens gut geschlagen.» Wobei die Betonung auf dem Wort «meistens» liegt. Denn in dieser und der vergangenen Saison wurden von fünf Auswärtsspielen nur drei gewonnen. Eine der beiden Niederlagen gab es in Burgdorf.